Fußball - 3. Liga: Saison-Halbzeitbilanz des VfL Osnabrück und der Sportfreunde Lotte
Dauerbrenner und Serien

Lotte / Osnabrück -

Den Dritten VfL Osnabrück (32) und den 13. Hansa Rostock (26) trennen nur sechs Punkte. Die Sportfreunde Lotte als Neunter (28) liegen nur vier Zähler hinter dem VfL und fünf hinter dem Zweiten 1. FC Magdeburg (33.). Die 3. Liga ist ausgeglichener denn je. Eine Halbzeitbilanz der Sportfreunde Lotte und des VfL Osnabrück.

Donnerstag, 22.12.2016, 17:12 Uhr

Einmal überhaupt standen sich bisher der VfL und SF Lotte in einem Punktspiel gegenüber. Das entschieden Anthony Syhre (links), Christian Groß (rechts) und die Lila-Weißen mit 3:0 für sich. Kevin Freiberger (Mitte) ist Lottes treffsicherster Spieler (8 Tore) und stand in allen 19 Spielen auf dem Feld.
Einmal überhaupt standen sich bisher der VfL und SF Lotte in einem Punktspiel gegenüber. Das entschieden Anthony Syhre (links), Christian Groß (rechts) und die Lila-Weißen mit 3:0 für sich. Kevin Freiberger (Mitte) ist Lottes treffsicherster Spieler (8 Tore) und stand in allen 19 Spielen auf dem Feld. Foto: Mrugalla

In jedem Jahr in fast jeder Liga greifen die Trainer in schöner Regelmäßigkeit zur abgedroschenen Floskel der ausgeglichenen Klasse, dass Jeder Jeden schlagen könne. Aber wohl noch nie traf dieser Spruch so exakt auf eine Liga zu wie auf die 3. Liga der Saison 2016/17. Den Dritten VfL Osnabrück (32) und den 13. Hansa Rostock (26) trennen nur sechs Punkte. Die Sportfreunde Lotte als Neunter (28) liegen nur vier Zähler hinter dem VfL und fünf hinter dem Zweiten 1. FC Magdeburg (33.). Und hätte der Aufsteiger das letzte Spiel des Jahres am vergangenen Sonntag gegen den FC Magdeburg gewonnen, würde er selbst als Dritter überwintern.

„Eine solche Ausgeglichenheit einer Liga habe ich noch nie erlebt“, äußerte Osnabrücks Trainer Joe Enochs schon mehrfach. SFL-Coach Ismail Atalan ist da ein wenig vorsichtiger: „Die 3. Liga ist brutal schwer. Da dürfen wir uns keine Aussetzer leisten.“ Aber er weiß auch, dass der Weg nach oben nicht weit ist, wobei er mehr in den Tabellenkeller schaut: „Für uns geht es nur um den Klassenerhalt. Den wollen wir erreichen. Und da müssen wir aufpassen, dass wir nicht in den Abstiegssog hineingeraten.“

Trotz der zuletzt drei Niederlagen aus vier Spielen will er nicht den Stab über seine Mannschaft brechen. Im Gegenteil. „Was die Jungs erreicht haben, ist aller Ehren wert“, äußerte er in der Pressekonferenz nach dem Magdeburg-Spiel. Davor kann man den Hut ziehen. Wir können alle stolz auf uns sein.“

Neben den Erfolgen im DFB-Pokal mit den Siegen gegen Werder Bremen und Bayer Leverkusen führten die Sportfreunde am siebten und achten Spieltag zwei Wochen lang die Tabelle sogar an. Dabei hat sich der Aufsteiger im Sommer als einziger Club nicht wirklich verstärkt und keinen gestandenen Drittliga-Spieler verpflichtet. Zu keiner Zeit war Lotte dennoch schlechter als Rang neun platziert.

Der VfL Osnabrück hielt sich zumeist auf einem Aufstiegsplatz oder in der direkten Nähe auf. Zudem fällt auf, dass einige Parallelen die beiden Nachbarn verbinden. Von der Endphase der Hinrunde abgesehen endeten vieler ihrer Spiele nahezu im Gleichschritt, was die Fiberkurve untermauert.

Weitere Statistiken:

►  Zuschauer: Für die Sportfreunde ist es die erste Drittliga-Saison. Gegenüber der Regionalliga haben sie den Zuschauerschnitt auf 2 275 Besucher fast verdreifacht, liegen dennoch nur auf Rang 16. Top in diesem Ranking ist Magdeburg mit 16 370 Zuschauern vor Herbstmeister MSV Duisburg (12 915), Rostock (12 248) und VfL Osnabrück (9 445). Preußen Münster bringt es als Sechster auf 7 033 Stadion-Besucher im Schnitt.

► Dauerbrenner: Duisburg, Aalen, Erfurt und Zwickau setzten mit jeweils 20 Akteuren die wenigsten aller Drittligisten ein. Für den VfL und die Sportfreunde liefen bisher 22 Akteure auf. Damit befinden sie sich im Mittelfeld. Die meisten eingesetzten Spieler verzeichneten die U23-Teams von Werder Bremen (26) und Mainz 05 (29). In allen 19 Spielen beim VfL dabei waren Torhüter Marius Gersbeck und Kwasi Okyere Wriedt dabei, wobei nur Gersbeck jeweils von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Feld stand. Gleiches gilt für Lottes Schlussmann Benedikt Fernandez. Mit Gerrit Nauber und Kevin Freiberger kommen zwei weitere Akteure auf 19 Einsätze.

►  Torschützen: Freiberger führt mit acht Treffern die interne Liste in Lotte an vor Andre Dej (5) und Bernd Rosinger (4). Neun verschiedene Torschützen verzeichneten die Sportfreunde in der Hinrunde. Beim VfL sind es gar elf. Mit jeweils fünf Toren erwiesen sich die Angreifer Wriedt und Halil Savran am treffsichersten vor Bastian Schulz (4).

►  Serien: Vom vierten bis achten Spieltag blieben die Sportfreunde in fünf Begegnungen unbesiegt und fuhren vier Siege in Folge ein. Zwei Durststrecken mit jeweils drei Partien in Folge ohne Sieg gab es aber auch. Der VfL legte los mit vier Spielen ohne Niederlage (zwei Remis, zwei Siege) und blieb vor dem 1:3 am letzten Spieltag in Paderborn fünf Mal in Serie ohne Pleite (drei Remis zwei Siege).

►  Karten: In der Fairplay-Tabelle nehmen die Sportfreunde den letzten Platz ein. 74 gelbe Karten, drei gelb-rote und eine rote Karte sind negativer Topwert. Kevin Pires-Rodrigues und Alexander Langlitz sind bereits acht Mal verwarnt worden. Der derzeit verletzte Matthias Rahn sah die gelbrote und die rote Karte. Der VfL kassierte bisher 63 Verwarnungen, aber noch keinen Platzverweis. Eifrigster Kartensammler ist Bastian Schulz (8).

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