Landesliga: SV Burgsteinfurt
Der SV Burgsteinfurt ist am Ende

Burgsteinfurt -

Durch eine 1:2 (0:0)-Heimniederlage gegen das bisherige Schlusslicht Emsdetten 05 ist jetzt der SV Burgsteinfurt Träger der Roten Laterne in der Fußball-Landesliga. Es war ein Spiel, in dem sich die Ereignisse am Ende überschlugen.

Sonntag, 19.03.2017, 20:03 Uhr

Kevin Behn, hier im Zweikampf mit dem Emsdettener Torschützen Davor Brajkovic, hatte gestern einen schweren Stand.
Kevin Behn, hier im Zweikampf mit dem Emsdettener Torschützen Davor Brajkovic, hatte gestern einen schweren Stand. Foto: Thomas Strack

Nun wird es ganz eng für den SV Burgsteinfurt . Nach der 1:2 (0:0)-Niederlage gegen die Spielvereinigung Emsdetten 05 sind die Stemmerter unten angekommen in der Landesliga-Tabelle.

In einem Spiel, in dem sich beide Mannschaften lange Zeit neutralisierten, überschlugen sich in den letzten Minuten die Ereignisse. Am Schluss rannten die Burgsteinfurter in ihr Verderben. Denn nach dem Ausgleich durch Fabian Erber in der 87. Minute traf das siegbringende Kopfballtor des Nullfünfers Montasar Hammami in der Nachspielzeit die Gelb-Roten wie ein Knock-out in der letzten Runde eines Boxkampfes. „Ich glaube nicht, dass unsere Mannschaft verdient hat, das Spiel zu verlieren, denn ich habe uns etwas aktiver gesehen“, sagte ein niedergeschlagener SVB-Coach Christoph Klein-Reesink.

Die Partie zwischen dem bisherigen Tabellenvorletzten SVB und Schlusslicht 05 war über weite Strecken ein Spiel mit den für ein Abstiegsderby typischen Attributen. Viel Kampf, aber kaum spielerische Akzente und wenig Torchancen. In der ersten Halbzeit neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend. Und da die Angreifer in den Zweikämpfen gegen ihre verteidigenden Widersacher meistens den Kürzeren zogen, gab es hüben wie drüben kaum Möglichkeiten. So war es bezeichnend, dass die erste Chance für den SVB dem Zufall entsprang. In der 15. Minute drosch Max Feldhues den als Befreiungsschlag gedachten Ball in Richtung gegnerisches Tor. Begünstigt durch den Wind senkte sich die Kugel auf das Netz des 05-Gehäuses.

Auf der anderen Seite hatten die Burgsteinfurter Glück, dass Emsdettens Angreifer Fabian Ebong das Leder nach Flanke von Ugur Birdir in der 29. Minute nicht unter Kontrolle brachte und er den Ball über das Tor von SVB-Keeper Nicholas Beermann schoss. Beide Teams gingen zwar engagiert, aber auch kopflos zu Werke – das 0:0 zur Pause war okay.

Auch nach dem Seitenwechsel ereignete sich zunächst nicht viel. In der 54. Minute kam Lucas Bahlmann nach einem Zweikampf mit Ladislalav Velican im 05-Strafraum zu Fall, doch Schiedsrichter Leonidas Exuzidis ließ weiterlaufen; eine wohl korrekte Entscheidung.

Mit zunehmender Spielzeit hatten die Emsdettener offenkundig Schwächen auf der rechten Abwehrseite des SVB ausfindig gemacht. Deshalb trugen sie ihre Entlastungsangriffe meistens über die linke Außenbahn vor. Schon in der 66. Minute brannte es lichterloh vor dem 05-Kasten, als Hammami nach einem Stellungsfehler in der SVB-Abwehr knapp verzog. Doch in der 70. Minute war Beermann erstmals geschlagen. Nach einem Angriff über den linken Flügel gab es zunächst Freistoß 05. Birdir zirkelte die Kugel genau auf den Kopf von Davor Brajkovic, der zum 1:0 vollendete.

SVB-Trainer Christoph Klein-Reesink reagierte, indem er in der Abwehr auf Dreierkette umschaltete und mit Ricardo da Silva und Alexander Hollermann zwei Angreifer brachte. Die Maßnahme zahlte sich aus. In der 82. Minute ließ zwar da Silva noch eine 100-prozentige Chance aus, als er den Ball nach Pfostentreffer von Bahlmann nicht über die Linie brachte. Doch in der 87. Minute belohnten sich die Stemmerter für ihren Aufwand. Nach einem Freistoß leitete der eingewechselte Timo Meyer auf Fabian Erber weiter, der aus kurzer Distanz zum 1:1 einköpfte.

Doch das letzte Kapitel in diesem Fußball-Drama war damit noch nicht geschrieben. In der ersten Minute der Nachspielzeit flankte Malte Kohl erneut von links in den Strafraum. Dort stand Hammami völlig frei und löste mit seinem Kopfballtreffer zum 2:1 kollektive Jubelstürme aufseiten der Gäste aus. So gut Flanke und Kopfball gesetzt waren – ein Teil der Wahrheit ist aber auch, dass die Stemmerter sowohl beim ersten als auch zweiten Treffer reichlich unsortiert in der Abwehr standen und sie sich somit die Niederlage ein wenig selbst ankreiden lassen mussten. Für den SVB ist das umso bitterer, weil ein Unentschieden das gerechtere Ergebnis gewesen wäre.

SV Burgsteinfurt: Beermann – Brake (75. Hollermann), Moor, Erber, Kiwit – Feldhues (85. Meyer), Bügener – Bahlmann, Artmann, Schmerling (60. da Silva) – Behn. – Tore: 0:1 Brajkovic (70.), 1:1 Erber (87.), 1:2 Hammami (90.+1).

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