Fußball: 3. Liga
Vertragsgespräche bei den Sportfreunden Lotte

Osnabrück -

Was andere – gemessen an den üblichen Gepflogenheiten in den drei Profi-Ligen – als spät ansehen, kann in anderer Hinsicht auch als früh bezeichnet werden: Eher als vor einem Jahr haben die Sportfreunde Lotte die Gespräche mit den Spielern gestartet, deren Verträge im Sommer enden.

Donnerstag, 20.04.2017, 14:04 Uhr

Kevin Freiberger, dessen Vertrag sich automatisch verlängert hat, ist neben Nico Neidhart, der einzige Sportfreund, der für die neue Saison in Lotte einen gültigen Vertrag besitzt.
Kevin Freiberger, dessen Vertrag sich automatisch verlängert hat, ist neben Nico Neidhart und Tobias Haitz, der einzige Sportfreund, der für die neue Saison in Lotte einen gültigen Vertrag besitzt. Foto: Mrugalla

Lottes Obmann Manfred Wilke ist dafür bekannt, vornehmlich auf Ein-Jahres-Verträge zu setzen und frühestens gegen Ende einer Saison mit dem Gros seiner Spieler die Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung zu intensivieren. Als sich die Sportfreunde vor knapp elf Monaten im Rückspiel der Aufstiegsrunde bei Waldhof Mannheim mit 2:0 durchsetzten und den erstmaligen Lotter in die 3. Liga feierten, hatte nur einer der Fußballer einen Vertrag für die kommende Saison in der Tasche: Linksverteidiger Jeron Al-Hazaimeh , der sich vor der Relegation mit dem Lotter Ligarivalen Preußen Münster geeinigt hatte. Viele Spieler verlängerten ihren Kontrakt mit den Sportfreunden erst nach Beginn der  Saisonvorbereitung.

Auch Nico Neidhart besitzt einen Vertrag für die neue Saison.

Auch Nico Neidhart besitzt einen Vertrag für die neue Saison. Foto: Mrugalla

Einen Monat vor dem Ende dieser Saison haben die Sportfreunde drei Spieler über den Sommer hinaus gebunden: Linksverteidiger Nico Neidhart, den im Winter nachverpflichteten Innenverteidiger Tobias Haitz und Stürmer Kevin Freiberger, dessen Kontrakt sich in der Rückrunde automatisch verlängerte, als er die in einer Klausel verankerte Anzahl an Saisoneinsätzen erreicht hatte. Allerdings gibt es eine weitere Klausel im Vertrag, die dem Angreifer (10 Treffer) einen Wechsel im Sommer ermöglichen kann. Ob diese nur für einen höherklassigen Klub und gegen eine festgeschriebene Ablöse zum Einsatz kommen kann? Darüber schweigt sich Wilke aus. „Ich gehe davon aus, dass Freiberger bei uns bleibt“, sagt der Lotter Fußball-Obmann.

Ich gehe davon aus, dass der Kader, der ohnehin relativ klein ist, auch im nächsten Jahr so zusammenspielen wird.

SFL-Obmann Manfred Wilke

Laut Wilke ist der Verein in die Gespräche mit den Spielern eingestiegen. „Anderthalb Monate früher als im letzten Jahr. Wir haben ein Signal gegeben“, betont er. Der SFL-Macher geht nicht davon aus, dass es große Veränderungen im Kader geben wird: „Wir wollen nicht alles durcheinander würfeln. Ich gehe davon aus, dass der Kader, der ohnehin relativ klein ist, auch im nächsten Jahr so zusammenspielen wird.“

Und womöglich spielt die Formschwäche vor dem 2:1 zuletzt über Zwickau Wilke in die Karten. Hätte er nach dem Sieg im DFB-Pokal-Achtelfinale über 1860 München mit vielen Spielern verlängert, wie es sich seinerzeit einige im Umfeld gewünscht hatten, wäre ihm dies vermutlich in einigen Fällen teurer zu stehen gekommen als in den kommenden Wochen.

Auch im Falle von Ismail Atalan, dessen Vertrag ebenfalls ausläuft und an dem zwei Zweitligisten Interesse zeigen, wirkt Wilke nicht pessimistisch: „Der Trainer macht einen Superjob bei uns. Der Verein hat ihm die Möglichkeit gegeben, die Ausbildung zum Fußballlehrer zu machen“, so der Obmann: „Vom Grundsatz gehe ich davon aus, dass er auch in der nächsten Saison bei uns Trainer sein wird.“

Lotte errichtet weitere Sitzplätze

Wenn am 29. April der Lokalschlager gegen den VfL Osnabrück stattfindet, soll die Anzahl der bislang 2370 Sitzplätze im Frimo-Stadion der Sportfreunde Lotte gestiegen sein.

Direkt vor der Haupttribüne baut der Fußball-Drittligist derzeit zwei Bankreihen mit zusätzlichen, einfachen Sitzplätzen. Die Sitzhöhe der vorderen Reihe befindet sich 80 Zentimeter über dem Rasen, die zweite einen Meter. „Wir gehen davon aus, dass die beiden Bankreihen bis zum VfL-Spiel baulich abgenommen sind“, sagt SFL-Fußballobmann Manfred Wilke: „Es ist aber nicht so, dass die Gesamtkapazität um 400 Plätze steigt. An anderer Stelle werden ein paar Plätze eingespart“, so Wilke.

In der kommenden Sommerpause schieben die Sportfreunde weitere Bauprojekte an. Eine Rasenheizung und in diesem Zuge auch ein neuer Rasen werden dann im Frimo-Stadion installiert beziehungsweise verlegt. Zudem ist die Errichtung weiterer Partplätze geplant. 420 zusätzliche Stellmöglichkeiten fehlen laut Gemeindeverwaltung bei besonderen Spielen. Die Parksituation sei für die Anlieger nicht mehr tragbar, der Kreis habe die Gemeinde deshalb mehrfach verwarnt.

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