Fußball: Regionalliga West
RW Ahlen setzt verbale Duftnoten vor Abstiegsendspiel gegen Schalke

Ahlen -

Krönung der Finalspiele und die ultimativ letzte Chance – vor der Regionalliga-Partie gegen die U 23 des FC Schalke 04 kennen die Superlative keine Grenzen mehr. Schließlich sind die Fußballer von Rot-Weiß Ahlen doch im Falle einer Niederlage ziemlich sicher abgestiegen. Verbal aber stellen sie sich mit aller Kraft dagegen.

Donnerstag, 27.04.2017, 17:04 Uhr

Hinein mit Schmackes: Auch in dieses Kopfballduell aus dem Spiel gegen Alemannia Aachen warf sich René „Hotte“ Lindner ohne Rücksicht auf Verluste. Seine kämpferische Einstellung wird RW Ahlen auch gegen Schalke brauchen.
Hinein mit Schmackes: Auch in dieses Kopfballduell aus dem Spiel gegen Alemannia Aachen warf sich René „Hotte“ Lindner ohne Rücksicht auf Verluste. Seine kämpferische Einstellung wird RW Ahlen auch gegen Schalke brauchen. Foto: Marc Kreisel

Mit Kampfansagen ist das so eine Sache: Haut sie der Falsche raus, wirken sie schnell lächerlich. Kommen sie dagegen vom Richtigen, sind sie ein Signal: „Seht her, wir sind noch da!“

Ein René Lindner gehört ganz sicher zu den Charakteren, denen man solche Signale abnimmt. Besonnen und angenehm ruhig wirkt der Verteidiger von Rot-Weiß Ahlen zwar. Wenn es aber drauf ankommt – auf dem Platz – dann kann er auch anders. Dann gehört er meist zu denen, die da sind. Die sich reinwerfen und kämpfen. Oder wie es sein Trainer sagt: „Einer, der auch mal dazwischen haut und die Mannschaft wachrüttelt. Solche Typen gefallen mir und genau die braucht es auch in dieser Liga.“

Einsatz, Wille, Überzeugung

Erst im Winter war der lange verletzte Lindner zu Rot-Weiß Ahlen zurückgekehrt und seitdem verkörpert er etwas, dass der Mannschaft in der Hinrunde zu fehlen schien: Dass es auch mal ohne die ganz feine Klinge gehen muss, dafür aber mit umso mehr Wille, Einsatz und Überzeugung.

Das 1:1 vergangene Woche gegen Borussia Dortmunds U23 war da fast exemplarisch. Lindner wurde gegen den Tabellenzweiten wieder gebraucht und er war da – auf dem Platz und danach. Denn erst besorgte er den Ausgleich höchstpersönlich, dann schickte er verbale Duftnoten an die Konkurrenz: „Das Spiel gegen Schalke ist das Finale. Da werden wir gewinnen, das weiß ich. Ich glaube zu 100 Prozent an uns“, sagte er.

Das Personal

Neben dem ohnehin verletzten Emre Yesilova muss Erhan Albayrak auch auf André Witt verzichten, der sich seine fünfte Gelbe Karte eingefangen hat und gesperrt ist. Dafür ist Cihan Yilmaz, der gegen Dortmund ebenfalls wegen seiner fünften Gelben fehlte, wieder mit dabei. Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Kamil Waldoch, der sich eine Fleischwunde zugezogen hat.

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Linder: „Hauen Schalke weg“

Gegenüber Reviersport legte „Hotte“, wie er genannt wird, sogar noch eine Schippe drauf: „Nächste Woche hauen wir S04 weg und dann sind wir wieder da.“ Da klang er ganz ähnlich wie sein Coach Erhan Albayrak . „Gewinnen wir gegen Schalke, haben wir nur noch einen Punkt Rückstand. Und dann ist alles möglich“, sagt der vor der am Freitagabend anstehenden „Krönung aller Finalspiele“, wie der RWA-Trainer die Flutlichtpartie gegen Schalke nennt.

Niederlage würde den Abstieg besiegeln

Diese Zuspitzung unterschlägt zwar, dass die Rot-Weißen auch im Falle eines Sieges noch lange nicht durch sind und lediglich auf die Königsblauen nur noch einen Punkt Rückstand hätten. Auf die Fortuna aus Düsseldorf, die den rettenden 14. Platz innehat, wären es selbst im besten Fall noch mindestens drei. Aber, und insoweit stimmt das Bild von der „Krönung der Finalspiele“ – verlieren die Ahlener gegen den direkten Konkurrenten, dann ist es wohl endgültig aus mit dem Klassenerhalt.

Für Albayrak ist das aber kein Grund, sich zu fürchten. Im Gegenteil. „Ein riesen Kompliment an die Mannschaft, die sich diese Partie verdient hat. Wenn man bedenkt, wo sie mal lag. . . abgeschlagen auf dem letzten Platz.“ Von Präsident Heinz-Jürgen Gosda ist folgendes Zitat überliefert: „Früher haben wir die Standlichter der anderen nur von Weitem gesehen. Jetzt riechen wir schon den Auspuff.“

Konkurrenz in Sichtweite

Gewinnen die Ahlener, ist das sogar schon der Wechsel auf die Überholspur, ein Unentschieden dagegen zu wenig. Die Gäste wiederum könnten mit einer Punkteteilung wohl leben, dürfen nur nicht gegen die Rot-Weißen verlieren. „Ich glaube aber trotzdem nicht, dass die Schalker auf Unentschieden spielen werden. Man weiß ja, dass das oft schief geht“, sagt Albayrak. Auch deshalb erwartet er „ein geiles Spiel“.

Anstoß: Freitag, 18.30 Uhr, Wersestadion

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