Fußball: Regionalliga West
Rot-Weißer Wahnsinn - Ahlen dreht Abstiegsendspiel gegen Schalke

Ahlen -

Was für eine Wende! Rot-Weiß Ahlen dreht ein schon verloren geglaubtes Abstiegsendspiel gegen Schalkes U23 binnen sechs Minuten der Schlussphase und gewinnt mit 2:1. Der Traum vom Klassenerhalt lebt weiter.

Freitag, 28.04.2017, 20:04 Uhr

Kann das wahr sein? Wieder hat René „Hotte“ Lindner zugeschlagen. Nach dem Ausgleich gegen Dortmund markierte er gegen Schalkes U23 den Siegtreffer.
Kann das wahr sein? Wieder hat René „Hotte“ Lindner zugeschlagen. Nach dem Ausgleich gegen Dortmund markierte er gegen Schalkes U23 den Siegtreffer. Foto: Marc Kreisel

Cihan Yilmaz (80.) per Foulelfmeter und Rene Lindner (86.) nach einer Ecke waren die umjubelten Helden, die aus dem 0:1 (46. FE) von Rogier Krohne einen Sieg für die Hausherren machten. Es war eine verrückte Schlussphase in einem Spiel, das die Ahlener in der ersten Hälfte dominiert hatten, in der sie aber aufs brutalste bestraft worden waren dafür, dass sie ihre Chancen nicht genutzt hatten. In der zweiten Halbzeit war es eine Partie zweier Abstiegskandidaten mit ganz wenigen Möglichkeiten und dem doppelten Lucky Punch der Elf von Erhan Albayrak .

„Hotte“ haucht RW Ahlen Leben ein

„Geil, einfach geil!“, jubelte Guiliano Nieddu. „Das war für uns kein Sechs-, sondern ein 37-Punkte-Spiel. Es wäre sehr unglücklich gewesen, wenn wir das durch den einen Elfmeter verlieren“, gab Cihan Yilmaz zu Protokoll. Der Linksaußen und Kapitän dieser schon so oft totgesagten Truppe war an beiden Ahlener Treffern beteiligt, verwandelte erst den Foulelfmeter an Tolga Tüter sicher (80.) und schlug dann die entscheidende Ecke auf den Kopf von René Lindner. Nach dessen zweiten so wichtigen Treffer binnen einer Woche wurde der Verteidiger unter einer Jubeltraube begraben. Gut möglich, dass er sich eine Locke seines Haupthaars, mit dem er seine Ahlener zurück ins Leben hauchte, demnächst vergolden lässt.

Fußball Regionalliga West: RW Ahlen - FC Schalke 04 U23

1/47
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Fußball Regionalliga West: RW Ahlen - FC Schalke 04 U23 Foto: Marc Kreisel
  • Fußball Regionalliga West: RW Ahlen - FC Schalke 04 U23 Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Fußball Regionalliga West: RW Ahlen - FC Schalke 04 U23 Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel
  • Foto: Marc Kreisel

RW Ahlen dominiert und lässt Chancen liegen

Es war der Schlusspunkt eines dramatischen, eines spannenden, eines spielerisch selten hochklassigen und – so schien es zumindest – furchtbar ungerechten Fußball-Abends. Denn bis zu dieser völlig überraschenden Wende führten schwache Gäste und drohten die Rot-Weißen endgültig zurück in die Oberliga zu schicken.

Was hätten sie sich bei Rot-Weiß insbesondere nach der ersten Hälfte geärgert, wenn es so gekommen wäre. Denn da mussten die Hausherren eigentlich bereits mit zwei Toren führen und fingen sich stattdessen wieder einmal quasi mit dem Pausenpfiff den Rückstand ein.

Doch von Beginn an: Ahlen hatte die erste Chance des Spiels nach gerade einmal fünf Minuten. Da zog Aygün Yildirim von der Strafraumgrenze ab und brachte damit Schalkes Keeper Timon Wellenreuther in Bedrängnis, der sich ganz lang machen musste, um den Ball noch zur Ecke zu klären. Vier Minuten später lenkte Wellenreuther einen Freistoß von Cihan Yilmaz noch über die Latte.

Kaum Initiative von den Gästen

Die ersten zaghaften Vorstöße in den gegnerischen Strafraum unternahmen die Gäste etwa ab Minute 15 über den ehemaligen Ahlener René Klingenburg. Wirklich Gefahr strahlten die aber noch nicht aus. Die Schalker, so schien es, wollten mit Bedacht in die Partie starten. Wer wollte es ihnen verdenken, durften sie doch vor allem nicht verlieren.

Diese Taktik wäre aber bereits in der 32. Minute Makulatur gewesen, wenn Ahlens Laurenz Wassinger da seine Großchance genutzt hätte. Nach feinem Zusammenspiel über links von Aygün Yildirim und Nurettin Kayaoglu steckte der zu dem freistehenden Wassinger durch, doch der verzog aus fünf Metern rechts am Tor vorbei. Das hätte die Ahlener Führung sein müssen. Stattdessen hatten die Hausherren zwei Minuten später Glück, dass Rogier Krohne an einer Flanke vorbeirutschte. Es war tatsächlich die erste Schalker Chance bis dahin gewesen.

Foulelfmeter in der Nachspielzeit der ersten Hälfte bringt Schalke in Führung

Fast wäre es auch vor der Pause die einzige geblieben, so pomadig und langsam spielte der FC. Doch stattdessen die Szene, die das Geschehen bis dahin auf den Kopf stellte: Schalkes Patryk Dragon fasste sich mit der letzten Gelegenheit ein Herz und marschierte überraschend in den Ahlener Straftraum, wo ihn drei Rot-Weiße nicht vom Ball trennen konnten. Die A…karte hatte dann Rouven Meschede als letzter Mann, der Dragon bei dessen Schussversuch leicht traf und so einen Elfer verursachte. Den setzte Tobias Pachonik sicher in die Maschen und mit dem 0:1 ging es dann auch sofort in die Kabine. Schlimmer konnte diese erste Hälfte für die eigentlich überlegenen Hausherren nicht enden.

Hälfte zwei: Das Spiel plätschert so dahin

Die zweite Hälfte begann ohne Chancen, weil sich beide Teams im Mittelfeld komplett aufhoben. Die Ahlener blieben bemüht, außer hohen Bällen in den Strafraum fiel ihnen gegen nun sicher stehende Schalker aber zu wenig ein. Bis hinein in die Schlussphase gab es auf beiden Seiten nicht eine echte Möglichkeit mehr. Nicht mal einen richtigen Torschuss. „Die Partie plätscherte so dahin“, hatte auch Ahlens Coach Erhan Albayrak festgestellt.

Tolga Tüter zahlt das Vertrauen zurück

Doch so völlig aus dem Nichts, wie das 0:1 gefallen war, fiel auch der Ausgleich. Und das erneut per Foulelfmeter. Tolga Tüter, der bis dahin eigentlich völlig indisponiert gewirkt hatte und trotzdem von Albayrak auf dem Platz gelassen worden war, zahlte das Vertrauen zurück, als er gegen Phil Neumann im Schalker Strafraum nachsetzte. Neumann verlor den Ball und legte dann Tüter um. Cihan Yilmaz verwertete den Strafstoß in einer Kopie des ersten Foulelfmeters locker ins rechte Eck (80).

Die Wende: Zwei Tore binnen sechs Minuten

Der Auftakt zum Wahnsinn, denn nur sechs Minuten später jubelten die Ahlener erneut! Nach einer Ecke von rechts stand, wie konnte es auch anders sein, René Lindner goldrichtig und köpfte zum umjubelten 2:1 ein. Die letzten Minuten stemmten sich die Hausherren nun gegen den Ausgleich und gewannen tatsächlich.

Wie wichtig dieser Sieg war, lässt sich kaum ermessen. Die Ahlener sind nämlich nun bis auf einen Punkt an den Schalkern dran, die weiterhin den ersten Abstiegsplatz belegen, und haben den Druck auf Fortuna Düsseldorf auf dem ersten Nichtabstiegsplatz erhöht.

Natürlich, viel Glück war auch dabei und das gestand Erhan Albayrak auch ganz freimütig ein. „Aber der Fußballgott war heute auf unserer Seite“, sagte er. „Wir wussten, nur mit einem Sieg heute bleiben wir am Leben. Jetzt haben wir noch drei schöne Spiele vor uns.“

Statistik

RW Ahlen (4-4-2): Kirschstein - Perschmann, Meschede, Lindner, Kayaoglu - Yildirim (69. Abdallah), Kallenbach, Nieddu, Yilmaz - Tüter (87. Sahin), Wassinger (60. Machtemes) 69. Abdallah für Yildirim.

FC Schalke U23 (4-3-1-2): Wellenreuther - Pachonik, Uphoff, Neumann, Wagner - Plechaty (73. Boyamba), Schley (82. Touré), Dragon - Mauersberger (87. Schröter) - Krohne, Klingenburg

Gelbe Karten: Klingenburg, Meschede, Krohne, Mauersberger, Dragon, Neumann

Tore: 0:1 (45.+1, FE) Pachonik, 1:1 (80., FE) Yilmaz, 2:1 (86.) Lindner

Zuschauer: 869

Schiedsrichter: Jörn Schäfer

Beste Spieler: Dragon, Kallenbach, Kayaoglu

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4796825?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F192%2F4845593%2F4894268%2F
B 51: Startschuss für neue Wersebrücke
Die 100 Jahre alte „Zwei-Feld-Bogenbrücke“ ist nicht mehr tragfähig.
Nachrichten-Ticker