Fußball: Regionalliga West
„Schaun mer mal“ hat sich für Rot-Weiß Ahlen im Abstiegskampf bewährt

Ahlen -

Einfach mal gucken, was noch geht, scheint sich für die Ahlener Fußballer als Motto für die Schlussphase der Regionalliga-Saison zu bewähren. Gegen Schalke sprangen sie dem Abstieg von der Schippe, nun soll das auch gegen die U21 des 1. FC Köln gelingen. Gelassenheit im Trubel ist das Erfolgsgeheimnis. Derweil nimmt Trainer Erhan Albayrak einen ausgebuhten Spieler in Schutz.

Freitag, 05.05.2017, 16:05 Uhr

Gar nicht gelassen wirkt Cihan Yilmaz (rechts) unmittelbar nach dem verwandelten Elfmeter zum 1:1 gegen Schalke. Die Mischung aus Kampfkraft und Gelassenheit sieht der RWA-Kapitän aber als eines der Erfolgsgeheimnisse der letzten Wochen an.
Gar nicht gelassen wirkt Cihan Yilmaz (rechts) unmittelbar nach dem verwandelten Elfmeter zum 1:1 gegen Schalke. Die Mischung aus Kampfkraft und Gelassenheit sieht der RWA-Kapitän aber als eines der Erfolgsgeheimnisse der letzten Wochen an. Foto: Marc Kreisel

Wenn es doch nur immer so einfach wäre: Cihan Yilmaz , Kapitän der Rot-Weißen und beim späten 2:1-Erfolg gegen Schalkes U23 an beiden Ahlener Treffern beteiligt, genoss danach gerade ein spätes Abendessen im Wersestadion, als er noch einmal die entscheidende Ecke schildern sollte, die René Lindner in der 86. Minute zum Sieg eingeköpft hatte. Sein Erfolgsgeheimnis: „Ich habe den Ball vorher drei Mal geküsst, weil ich wusste, dass es der goldene Ball sein muss“, sagte er und lachte. Das wahre Erfolgsgeheimnis, das zuletzt zu zwei Siegen und zwei Remis geführt hat, konnte man Yilmaz dagegen ansehen: Gelassenheit im Umgang mit der prekären Lage.

RWA hat nichts mehr zu verlieren - und gewinnt

„Wir leben schon eine ganz Weile mit dem Abstiegskampf. Das kann nicht jeder. Speziell Mannschaften, die da neu reinrutschen, haben Probleme“, sagte er und wiederholte damit etwas, was sein Trainer Erhan Albayrak so schon seit Langem sagt. Und weiter: „Wir wissen, dass wir nichts mehr zu verlieren haben und sammeln trotzdem coole Punkte“, so Yilmaz. So entspannt, wie er sich dabei gab, durfte man ihm auch den gelassenen Ausblick auf das Spiel bei der U21 des 1. FC Köln abnehmen: „Was sollen wir groß rechnen? Wir fahren nach Köln, spielen und dann gucken wir weiter. . .“

Das Erfolgsgeheimnis: Gucken, was noch geht

Einfach mal gucken, was noch geht, scheint sich für die Ahlener als Motto für die Schlussphase der Regionalliga-Saison zu bewähren. Albayrak selbst schildert die Trainingswoche dann auch als gut: „Wir haben viel Spaß gehabt, sind motiviert. Die Jungs haben Lunte gerochen und wissen: Sind die letzten fünf Spiele gut, kann man eine Saison durchaus noch retten – sowohl für den Verein als auch, wenn man sich selbst empfehlen möchte.“

1. FC Köln ist viertbestes Team der Rückrunde

Weiter für einen Verbleib in der Regionalliga empfehlen will sich RW Ahlen natürlich auch bei der Zweitvertretung des 1. FC Köln. Im Dreikampf mit der Konkurrenz aus Schalke (spielt zu Hause gegen Verl) und Fortuna Düsseldorf 2 (bei RW Oberhausen) haben die Wersestädter den tabellarisch zweitschwersten Gegner erwischt. Wenn man auf die Gesamtabrechnung schaut, liegen Kölner im Mittelfeld auf Rang sieben und damit drei Plätze hinter Oberhausen notiert. Wie RWO spielt der FC aber eine enorm starke Rückrunde, ist viertbestes Team der zweiten Halbserie und damit ein richtig dicker Brocken.

Rouven Meschede fehlt gelbgesperrt

„Patrick Helmes ist ein sehr guter Coach und leistet da tolle Arbeit“, lobt Albayrak seinen Trainerkollegen, der erst im Winter das Amt von Stefan Emmerling übernommen hat. Eine Schwäche glaubt er dennoch ausgemacht zu haben: „Sie schießen viele Tore, kassieren aber auch viele, weil sie hinten noch sehr junge Spieler drin haben.“ Zudem sei in der DNA von Nachwuchsmannschaften der Profis angelegt, dass sie alles spielerisch lösen wollen. „Dagegen müssen wir unsere kämpferischen Qualitäten setzen“, fordert Albayrak.

Der muss gegen die Kölner allerdings auf den gelbgesperrten Rouven Meschede verzichten. Macht aber nichts, glaubt er. Denn: „Im Moment kann in dieser Mannschaft jeder jeden ersetzen. Mert Sahin brennt auf einen Einsatz!“

Anstoß: Samstag, 14 Uhr; Franz-Kremer-Stadion

Eine Frage an: RWA-Trainer Erhan Elbayrak

Herr Albayrak, als Sie im Spiel gegen Schalke Tolga Tüter statt Laurenz Wassinger auf dem Platz gelassen haben, gab es für Tüter vermehrt Buh-Rufe. Wie haben Sie seine Leistung gesehen? Erhan Albayrak: Vor allem läuferisch war das völlig in Ordnung. Umso mehr hat es mich ein bisschen traurig gemacht, was da von links und rechts kam. Die Leute sollen mal die Kirche im Dorf lassen. Es ist doch nicht so, dass ich da einen Messi und eine Bratwurst auf dem Platz habe, sondern zwei Stürmer auf Augenhöhe. Der eine hat bisher ein Tor gemacht, der andere zwei und auf einen schießt man sich ein. Dabei sehen die Zuschauer die Jungs nicht wie ich jeden Tag im Training. Und wen ich drauf lasse, ist dann manchmal auch eine Bauchentscheidung. In diesem Fall war es die richtige, denn dadurch, dass Tolga später den Elfmeter zum 1:1 rausgeholt hat, ist noch mal ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. Buh-Rufe helfen der Mannschaft nicht, im Gegenteil sie schaden. Ich mag alle meine Spieler und ich brauche sie alle.

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