Fußball: Westfalenliga
Roxel hofft im Abstiegskampf auf gute Nachbarschaft

Münster -

Der BSV Roxel kämpft gegen den Abstieg aus der Westfalenliga und liegt im Vergleich mit dem schärfsten Konkurrenten SuS Bad Westernkotten im Hintertreffen. Doch der muss an den drei verbleibenden Spieltagen ausgerechnet gegen die Stadtrivalen der Kleeblätter antreten.

Mittwoch, 10.05.2017, 16:05 Uhr

Einen von beiden trifft es: Roxel mit Patrick Gockel (l.)? Oder Bad Westernkotten mit Roman Kuzmyn (r.)?
Einen von beiden trifft es: Roxel mit Patrick Gockel (l.)? Oder Bad Westernkotten mit Roman Kuzmyn (r.)? Foto: fotoideen.com

Rivalität zwischen Ortsnachbarn gehört zum Fußballgeschäft wie Anstoß, Eckball oder Elfmeter. Das ist in Münster nicht anders. Geht es etwa in der Westfalenliga ins Derby, sind alle Beteiligten in der Regel doppelt heiß. Der kleine, feine Unterschied: Außerhalb des Rasens pflegen die vier höchstklassigsten Mannschaften der Stadt ein gutes Verhältnis zueinander. Spielerwechsel von A nach B oder C nach D sind durchaus üblich. Man kennt sich, mag sich, schätzt sich, plaudert, philosophiert und feiert gemeinsam. Wie eng das Verhältnis wirklich ist, könnten die nächsten Wochen zeigen.

Denn der BSV Roxel benötigt dringend Schützenhilfe im Rennen um den Klassenerhalt. Wer drin bleibt und wer absteigt, entscheidet sich voraussichtlich zwischen den Kleeblättern und dem SuS Bad Westernkotten . Momentan sind die Münsteraner Drittletzter mit einem Punkt weniger, aber dem deutlich besseren Torverhältnis. Zwischen den beiden Aufsteigern steht es drei Runden vor Schluss Spitz auf Knopf. Das Besondere: Die Ostwestfalen spielen noch gegen alle drei Stadtkontrahenten des BSV. Zu Hause gegen den 1. FC Gievenbeck, bei Preußen Münster II und daheim gegen den TuS Hiltrup. Der Sportliche Leiter der Roxeler wiegelt aber ein wenig ab. „Wir müssen auf uns schauen. Auf das, was die anderen machen, haben wir doch keinen Einfluss“, sagt Gundolf Lorenz. „Es wäre schön, wenn die anderen Münsteraner Gas geben. Aber bei ihnen läuft es ja zurzeit auch nicht so gut. Also müssen wir unsere Hausaufgaben machen.“

Besonders angenehm ist das eigene Restprogramm allerdings auch nicht. Am Sonntag kommt der Tabellenzweite Delbrücker SC, ehe zwei Derbys anstehen: in Gievenbeck und dann gegen die SCP-Reserve. Favorit ist der Neuling sicher in keiner der drei Partien. Aber das war er gegen Spitzenreiter TuS Haltern auch nicht, was die Mannschaft vor zwei Wochen nicht am Überraschungssieg hinderte.

Gievenbecks Trainer Benjamin Heeke, der mit seinem Team noch auf beide Abstiegskandidaten trifft, hat eine klare Vorstellung, wie die finalen Spieltage laufen sollen: „In Westernkotten werden wir am Sonntag gewinnen. Dafür haben wir zuletzt in Heiden verloren. Zwei Mal passiert uns das nicht. Ich glaube auch, dass Preußen und Hiltrup den SuS schlagen. Also müsste Roxel ja nur irgendwo einen Punkt holen. Bei uns gibt es den allerdings nicht. Es ist unser letztes Heimspiel, es werden einige Jungs verabschiedet. Da gibt es nichts anderes als einen Sieg.“

Zweifellos wird es ein heißes Saisonfinale im Keller. Sollten beide, BSV und SuS, fleißig punkten, könnte gar der SV Schermbeck, der vier Zähler mehr als Roxel hat, noch mit reinrutschen. Eines stellt Lorenz aber vorab klar: „Erwischt es uns, würde es den Verein nicht unvorbereitet treffen. Es würde keinem der Kopf abgerissen. Die Planungen sind auf beide Ligen ausgerichtet. Wir werden eine sehr junge Mannschaft haben, das ist sicher.“ Absteigen möchte trotzdem niemand freiwillig.

Wacker muss am letzten Spieltag zuschauen

Dass es für die Damen von Wacker Mecklenbeck schwierig wird, die Westfalenliga zu halten, liegt auf der Hand. Der Drittletzte hat im Saisonfinale spielfrei, die Konkurrenz besitzt also drei Chancen zu punkten. Die beiden verbleibenden Gegner und ein ordentliches Torverhältnis lassen aber hoffen. Der VfL Bochum II, Gastgeber der Münsteraner am Sonntag, ist selbst noch nicht gerettet. Im letzten Heimspiel kommt Schlusslicht FC Finnentrop. Am ehesten ist wohl Concordia Flaesheim mit nur einem Zähler mehr einzuholen. Der Viertletzte erwartet noch den VfL Billerbeck und den BSV Ostbevern und reist dazwischen zu Arminia Ibbenbüren. Alle drei stehen im gesicherten Mittelfeld, haben aber auch keine großen Ziele mehr vor Augen. Zusätzliche Gefahr droht vom Vorletzten FC Donop-Voßheide, der einen Zähler weniger als Wacker hat und noch bei Fast-Meister SpVg Berghofen, zu Hause gegen den SV Bökendorf und in Bochum antreten muss. Theoretisch einholbar ist der FSV Gütersloh II als Fünfteletzter, der noch in Bökendorf und Finnentrop spielt und dazwischen die Bochumer erwartet. Kommt es ganz blöd, erhöht sich die Zahl der Absteiger sogar auf vier. Das wäre der Fall, wenn es in der Regionalliga West zwei westfälische Teams erwischt. Germania Hauenhorst und die Warendorfer SU sind gefährdet. Vielleicht müssen sogar beide runter – dann, wenn aus der 2. Bundesliga der Herforder SV absteigt, müssten sogar vier Drittligisten eine Klasse runter.

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