Fußball: Westfalenpokal-Finale
Aus der Traum: SF Lotte verliert mit 1:3 beim SC

Paderborn / Lotte -

Es sollte der dritte Einzug in den DFB-Pokal in Folge werden. Daraus wurde nichts. Mit 1:3 (0:1) mussten sich die Sportfreunde Lotte am Donnerstag im Endspiel des Westfalenpokals beim SC Paderborn geschlagen geben.

Donnerstag, 25.05.2017, 00:05 Uhr

Alexander Langlitz und die Sportfreunde Lotte mussten sich im Westfalenpokal-Finale gegen den SC Paderborn um Thomas Bertels geschlagen geben.
Alexander Langlitz und die Sportfreunde Lotte mussten sich im Westfalenpokal-Finale gegen den SC Paderborn um Thomas Bertels geschlagen geben. Foto: Mrugalla

Es sollte der dritte Einzug in den DFB-Pokal in Folge werden. Daraus wurde nichts. Mit 1:3 (0:1) mussten sich die Sportfreunde Lotte am Donnerstag im Endspiel des Westfalenpokals beim SC Paderborn geschlagen geben. Und das völlig zurecht nach einer in jeder Beziehung enttäuschenden zweiten Halbzeit. Damit endete das Cupfinale exakt so wie das Punktspiel vor wenigen Wochen in der Benteler-Arena.

„Uns hat wie so oft in der Endphase der Meisterschaft das Glück gefehlt“, meinte Tim Wendel. „Natürlich war der Sieg für Paderborn verdient, aber wir hatten ja unsere Chancen und waren in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft. Gehen wir in Führung, gewinnen wir auch das Spiel.“

Die Sportfreunde waren nach Abpfiff schwer enttäuscht, die Paderborner jubelten. Und es tat gut, nachdem der Abstieg in die Regionalliga vor einer Woche besiegelt worden ist. Für den SC Paderborn ist es der achte Titelgewinn. Damit sind die Ostwestfalen Rekord-Westfalenpokalsieger. Und der Jubel war groß bei der Siegerehrung.

SF Lotte ist gut in die Partie gekommen und hatte das Spiel unter Kontrolle. Mit dem überraschenden Gegentreffer in der 40. Minute durch den Ex-Osnabrücker Marcus Piossek kippte die Begenung. Bei den Gästen ging plötzlich gar nichts mehr, die Hausherren verpassten unter dem Strich einen deutlicheren Sieg.

Die Sportfreunde begannen mit zwei Änderungen gegenüber der Startelf von Magdeburg. Nico Neidhart hatte wegen einer Mandelentzündung nicht trainiert uns saß auf der Bank. Für ihn spielte Philip Steinhart in der Viererkette. Dafür kehrte Kevin Freiberger auf seinen angestammten Platz auf dem linken Flügel zurück.

Die Sportfreunde waren von Beginn an die agilere Mannschaft und hätten nach acht Minuten durch Philip Steinhart bereits in Führung gehen können. Sie behielten zwar die Oberhoheit, das letzte Risiko gingen sie aber nicht. Wie von Trainer Ismail Atalan gefordert, agierten die Gäste eher abwartend. „Wir müssen Geduld aufbringen“, hatte der SFL-Coach seinen Leuten mit auf den Weg gegeben.

Da von Paderborn lange Zeit gar nichts kam, plätscherte die Partie nach etwa 20 Minuten nur noch dahin. Es entwickelte sich ein reines Fehlpass-Festival. Da anscheinend auch die Zuschauer eher die Sonne genossen, denn das Spiel auf dem Rasen, blieben Pfiffe aus.

Das Publikum wachte erst in der 40. Minute wieder auf. Nach einem Fehler von Philip Steinhart konnte Moritz Heyer die Flanke von Aykut Soyak nicht abwehren. Am langen Pfosten wartete Marcus Piossek und vollendete zum 1:0. Ein Tor aus dem Nichts und absolut schmeichelhaft für die Hausherren, die bis dahin alles vermissen ließen. Das Tor aber verfehlte seine Wirkung nicht. Die Sportfreunde standen nun völlig neben sich und hatten Glück, dass sie nicht noch das 0:2 kassierten.

Das fiel dann nur vier Minuten nach Wiederbeginn. Und es war überflüssig wie ein Kropf. Piossek hatte alle Zeit der Welt, den Ball im Lotter Strafraum zu kontrollieren. Per Hacke spielte er ihn weiter auf Thomas Bertels, der, ebenfalls ohne Gegenwehr, in die Mitte passen konnte. Dort stand Koen van der Biezen frei und drückte das Leder aus kurzer Distanz über die Linie. Wenig später hätte es fast 3:0 gestanden. Nach einer Ecke köpfte Christian Strohdiek nur knapp über das Tor.

Ismail Atalan reagierte und brachte mit Saliou Sané und Nico Neidhart für die blassen Dennis Brock und Jaroslaw Lindner frische Kräfte, viel änderte sich zunächst aber nicht. Als dann auch Luca Tankulic für Tim Wendel kam, setzten die Sportfreunde voll auf Offensive.

Prompt ergaben sich Lücken für die Hausherren, die der gerade eingewechselte Sven Michel nach Vorlage von Piossek zum 3:0 nutzte. Zwar gelang Saliou Sané im Gegenzug das 3:1, dem spiel noch eine Wende geben konnten die Sportfreunde, die in der zweiten Halbzeit eine insgesamt enttäuschende Vorstellung boten, nicht. Letztlich war Paderborn bei drei weiteren guten Einschussmöglichkeiten einem 4:1 näher als dem Sportfreunde dem 3:2.

SC Paderborn : Ratajczak - Zolinski (70. Bickel), Boeder, Strohdiek, Herzenbruch (86. Ruck) - Krauße - Heidinger, Piossek, Soyak, Bertels (62. Michel) - van der Biezen.

SF Lotte : Fernandez - Langlitz, Heyer, Nauber, Steinhart (70. Tankulic) - Dej, Wendel, Brock (56. Neidhart) - Lindner (56. Sané), Rosinger, Freiberger.

Tore: 1:0 Piossek (40.), 2:0 van der Biezen (49.), 3:0 Michel (78.), 3:1 Sané (80.). - Schiedsrichter: Florian Exner (Bielefeld). - Gelbe Karten: Bertels - Brock, Langlitz. - Zuschauer : 4142.

Trainerstimmen:

Ismail Atalan (SF Lotte): „Wir müssen ganz schnell in den Urlaub. Das hat man gemerkt. Bis zum 1:0 war es gut. Wir hatten eine Riesenchance. Dann fällt das Tor, und Paderborn hat es in der zweiten Halbzeit ganz gut gemacht. Der Sieg ist verdient. Aber ich bin dennoch stolz auf die Mannschaft. Was sie erreicht hat, ist aller Ehren wert.“

Steffen Baumgart (SC Paderborn): „Heute ging es darum, Gesicht zu zeigen nach dem letzten Wochenende. Das haben die Jungs gut gemacht. Wir freuen uns, dass wir den Pokal geholt haben in den DFB-Pokal einziehen, aber das ist ein schwacher Trost. Mit dem Pokalsieg ist natürlich nicht alles gutzumachen, was in diesem Jahr passiert ist.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4874709?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F192%2F
Nachrichten-Ticker