Fußball | Fortuna Gronau Frauen: Interimscoach Ingo Nagel im Interview
„Das kam aus heiterem Himmel“

Gronau -

Anfang April zog Fortuna Gronau die Reißleine. Ralf Spanier wurde als Coach der Landesliga-Fußballerinnen freigestellt. Sein Co-Trainer Ingo Nagel sollte es richten. Die Blau-Schwarzen versprachen sich davon einen neuen, einen letzten Impuls im Kampf um den Klassenerhalt. Jetzt nennt Nagel Gründe, warum das nicht klappte.

Samstag, 03.06.2017, 05:06 Uhr

Skeptischer Blick: Reicht es für den Klassenerhalt oder nicht? Am Ende konnte Ingo Nagel den Abstieg mit den Fortuna-Frauen nicht verhindern.
Skeptischer Blick: Reicht es für den Klassenerhalt oder nicht? Am Ende konnte Ingo Nagel den Abstieg mit den Fortuna-Frauen nicht verhindern. Foto: Stefan Hoof

Trotz einiger guter Ergebnisse und kleinerer Lichtblicke reichte es aber nicht. Die Mannschaft ist abgestiegen und steht vor einem Neuanfang. Unser Mitarbeiter Nils Reschke sprach nach dem Saisonfinale mit Ingo Nagel .

Wie sehr hat Dich der Vorstand von Fortuna eigentlich mit seiner Bitte überrumpelt, Ralf Spanier zu beerben?

Nagel: Das kam schon ein wenig wie aus heiterem Himmel. Ich war gerade in der Türkei, als mich die Botschaft erreichte. Überraschend vor allem auch, weil Fortuna Gronau ja nicht gerade dafür bekannt ist, Trainer freizustellen.

Sieben Wochen blieben für das Unternehmen Klassenerhalt. Wie hast Du diese Phase erlebt?

Nagel: Zunächst einmal vor allem deutlich zeitintensiver. Es ist schon etwas anderes, als Hauptverantwortlicher eine Mannschaft zu übernehmen, als „nur“ der Co-Trainer zu sein. Das liegt zum Teil auch an der eigenen Motivation. Natürlich will man Vertrauen zurückgeben und hängt sich voll rein.

Nach diesen Erfahrungen: Reizt es ich nicht, längerfristig einen Trainerjob zu übernehmen?

Nagel: Eigentlich wollte ich schon vor der letzten Saison aufhören. Da hat mich unser Frauenfußball-Obmann Harry de Wagt noch mal fein überredet. Mein Problem ist vor allem beruflicher Natur: Ich bin nicht selten auch mal wochenweise unterwegs. Da ist es wirklich schwierig, Job und Fußball unter einem Hut zu bekommen. Vor allem dann, wenn du so eine Sache vernünftig angehen willst.

Wie sehen Deine Pläne stattdessen aus?

Nagel: Ich höre zwar ganz auf und übernehme keine Funktion mehr. Aber sicher werden mich unsere Spielerinnen noch öfter am Spielfeldrand sehen. Dann allerdings als Zuschauer.

Okay, dann eine letzte Amtshandlung: Wie analysierst Du das Spieljahr? Warum hat es nicht zum Klassenerhalt gereicht?

Nagel: Einen großen Anteil daran hatte meiner Meinung nach die mangelnde Fitness. Dies wiederum führte zu mangelnder Konzentration – im technischen Bereich etwa, beim Passspiel. Das war besonders auffällig.

Auffällig war aber ebenso, dass Ihr das eine oder andere sehr gute Resultat gegen teils haushohe Favoriten erzielen konntet.

Nagel: Das stimmt, doch das ist auch einfacher. Teams aus dem oberen Drittel wollen selbst das Spiel machen. Konkurrenten im Abstiegskampf haben hinten alles rausgehauen – und vorne mussten dann nur die Konter sitzen. Sobald wir selbst mitspielen oder gar die Initiative übernehmen mussten, haben wir uns schwer getan.

Nach dem Abstieg: Wie geht es in der Bezirksliga nun weiter?

Nagel: Ich denke, mit Bernd Post kommt ein sehr guter und hoch motivierter Trainer, der auch schon die eine oder andere Einheit mit der Mannschaft absolviert hat. Weiter will ich mich als „Ex“ gar nicht dazu äußern. Ich glaube aber schon, dass das Team eine gute Rolle spielen kann. Mit Angelina Brozda, Chantall Kustus, Nina Post, Meike Scholten und Jana Zurkuhl rücken gleich mehrere Spielerinnen mit Potenzial nach.

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