Fußball: 3. Liga
Mit Galligkeit und Glück – 2:2 beim KSC

Osnabrück -

Mehr als 30 Jahre liegt der letzte VfL-Sieg bei den Badenern zurück. Am 2. August 1986 nahmen die Osnabrücker in der 2. Bundesliga ein 2:1 mit nach Hause. Am 21. Juli 2017 folgte nun nicht der nächste Erfolg, aber ein hart erkämpftes und verdientes 2:2 (2:0)-Unentschieden.

Sonntag, 23.07.2017, 17:07 Uhr

Christian Groß zeigte in der Innenverteidigung am Freitag eine starke Partie.
Christian Groß zeigte in der Innenverteidigung am Freitag eine starke Partie. Foto: Mareike Stratmann

VfL-Kapitän Christian Groß musste in die Innenverteidigung rücken, weil der Einsatz von Konstantin Engel (Adduktorenprobleme) wohl zu risikoreich gewesen wäre. Einen besseren Zeitpunkt hätte sich Groß für seine Rückkehr in die Innenverteidigung eigentlich nicht aussuchen können. Der Kapitän trug mit seiner Übersicht, Ruhe und nicht zuletzt mit seiner Zweikampfstärke zu einer sehenswerten ersten Halbzeit des VfL bei. Groß und Marcel Appiah räumten hinten sicher ab – das zuvor hochgelobte Karlsruher Sturmduo Anton Fink und Dominik Stroh-Engel kam über überhaupt nicht zur Entfaltung.

Doch nicht nur Groß und Appiah sorgten dafür, dass der VfL in den ersten 45 Minuten den Favoriten der Liga (mit neun neuen Spielern in der Startelf) kontrollierte. Die Osnabrücker zeigten im Kollektiv die nötige Galligkeit und auch in vielen Aktionen die nötige Ruhe. Der KSC wirkte mit zunehmender Spieldauer unsicherer, fand überhaupt nicht den roten Faden.

Den hatte das Team von Trainer Joe Enochs in den Händen. Dementsprechend verdient hieß es nach zwölf Minuten 1:0 für die Gäste. Kwasi Okyere Wriedt schickte Jules Reimerink über die rechte Außenbahn auf die Reise – der Niederländer steuerte alleine auf Keeper Benjamin Uphoff zu und versenkte eiskalt. Zugegeben, im Moment des Passes von Wriedt könnte Reimerink leicht im Abseits gewesen sein – der gut postierte Linienrichter behielt seine Fahne jedoch unten. „Das war fast Abseits, glaube ich. Aber ich bin einfach durchgelaufen und habe das Ding reingemacht“, sagte der Torschütze im Halbzeit-Blitzinterview am Mikro der Telekom .

Der VfL machte weiter das Spiel. Wriedt hätte in der 26. Minute das 2:0 machen müssen. Alleine vor Uphoff versagten ihm jedoch die Nerven – sein Schuss segelte über das Tor. Doch der Mittelstürmer setzte immer wieder weitere Nadelstiche. Mit einer vorzüglichen Körperdrehung ließ er Martin Stoll stehen – und legte mustergültig für Tim Danneberg auf. Der Neuzugang aus Chemnitz nahm dankend an, hielt den Schlappen hin – 2:0 nach 38 Minuten. Eine hochverdiente Führung.

Die Gastgeber wurden mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Halbzeit verabschiedet – und kamen mit Schwung wieder zurück. Getragen von ihrem Anhang drängte der KSC die Osnabrücker in die Defensive. Die Mannschaft von Coach Marc-Patrick Meister fand im Gegensatz zur ersten Hälfte auch wieder spielerische Mittel, um die Gäste in Bedrängnis zu bringen. Der Druck wurde immer größer – und wurde nach 69 Minuten auch erstmals belohnt: Appiah konnte eine Flanke von Marc Lorenz nicht klären, Stroh-Engel nahm an und schoss zum 1:2 ein. Weiter ging‘s: Die Karlsruher spielten wie entfesselt auf, dem VfL gelang kein Entlastungsangriff. In der 74. Minute konnte der gerade eingewechselte Steffen Tigges seinen Gegenspieler Florent Muslija nur mit einem Foul im Strafraum stoppen – Elfmeter. Fink vollstreckte sicher, keine Chance für Keeper Marius Gersbeck.

Mit letzter Kraft brachte der VfL das Remis über die Zeit – letztlich eine verdiente Punkteteilung.

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