Fußball | Bezirksliga 11: Vorwärts Epe - SV Rot-Weiß Deuten
Landesliga-Absteiger wird abserviert

Epe -

Am Wolbertshof atmen sie mindestens einmal tief durch. Nach der 1:2-Auftaktniederlage bei den Adlern aus Weseke drohte der Fehlstart. Als Gegner reiste schließlich Landesliga-Absteiger SV Rot-Weiß Deuten an den Wolbertshof. Doch der erlebte sein grünes Wunder.

Sonntag, 20.08.2017, 19:08 Uhr

In die Zange genommen: Auch wenn Vorwärts Epe in der Viererkette gleich auf drei Positionen zum Tausch gezwungen war, ließen die Grün-Weißen nur ein Gegentor zu. Vorne allerdings schlug die Bültbrun-Elf eiskalt zu.
In die Zange genommen: Auch wenn Vorwärts Epe in der Viererkette gleich auf drei Positionen zum Tausch gezwungen war, ließen die Grün-Weißen nur ein Gegentor zu. Vorne allerdings schlug die Bültbrun-Elf eiskalt zu. Foto: Laura Hoof

Vorwärts Epes Trainer Dirk Bültbrun hatte die Favoritenrolle vor der Partie vehement weitergereicht – und wurde von seiner Mannschaft eines Besseren belehrt. Die Grün-Weißen siegten nicht nur. Vorwärts gewann – in dieser Höhe gewiss überraschend – mit 5:1 (4:0).

Überraschend fiel auch die Analyse von Bültbrun aus. Keine Spur von Schönfärberei. „Wir hätten viel ruhiger spielen müssen. Und fehlte bisweilen auch die Souveränität, Konzentration. Zudem haben wir uns zu viele Fehlpässe geleistet“, so der Vorwärts-Coach hinterher. Eine Erklärung hierfür sah er in einer fast komplett neu formierten Viererkette, denn Justin Bauer, Richard Schopf und auch Ferdinand Lepping standen verletzungsbedingt allesamt nicht in der Startelf.

Bernd Möllers eröffnet Torreigen

Dass es trotzdem so gut lief, lag einerseits an einem echten Blitzstart. Denn Bernd Möllers brauchte beim 1:0 nach sechs Minuten nur noch den Fuß hinzuhalten, nachdem sich Umut Berke zuvor gut durchgesetzt und den Ball behauptet hatte. „Umut hat heute sicherlich einen Sahnetag erwischt“, griff Bültbrun auf, was später noch passieren sollte.

Bernd Möllers (re.) traf zum 1:0.

Bernd Möllers (re.) traf zum 1:0. Foto: Laura Hoof

Der zweite Grund für diesen deutlichen Sieg: Grün-Weiß präsentierte sich abgebrüht vor dem gegnerischen Tor. Etwa Marcel Deelen, als er nach einer knappen halben Stunde elfmeterreif gefoult wurde. Er überließ die Verantwortung nicht etwa einem anderen Spieler, sondern schnappte sich das Leder selbst und verwandelte zum 2:0 (27.).

Umut Berke glänzt als Vorbereiter und Torschütze

Damit nicht genug. Aus halbrechter Position schob wenig später Umut Berke den Ball mit links sogar zum 3:0 ins Netz (31.). Und noch ehe Referee Stefan Uphaus zum Pausentee bat, fiel die Vorentscheidung. Dieses Mal war Berke wieder der Vorbereiter, der mit seiner Hereingabe am zweiten Pfosten Florian Albers fand. Epes Kapitän drückte den Ball über die Linie – das Match war gelaufen (40.). Wer hätte das vor dem Anpfiff so gedacht?

Wer allerdings gehofft hatte, dass es so weitergehen würde, täuschte sich ein zweites Mal. „Wir haben nach der Pause deutlich nachgelassen. Das passt mir überhaupt nicht“, bemängelte auch Dirk Bültbrun den Auftritt seiner Mannschaft nach dem Seitenwechsel – und zeigte dann doch ein Stück weit Verständnis. „Es ist ja nicht das erste Mal, dass bei einer Mannschaft, die so klar vorne liegt, ein wenig die Konzentration auf der Strecke bleibt.“

Florian Albers setzt den Schlusspunkt

Doch in Gefahr geriet dieser Vorsprung deswegen noch lange nicht. Im Gegenteil: Als sich der SV Rot-Weiß Deuten dann endlich auch mal mit dem 1:4 durch Luca Tomicki zu Wort meldete (57.), beantwortete Florian Albers diesen Treffer prompt mit dem 5:1 (61.). Schon war die Vorwärts-Welt wieder in Ordnung. Erst einmal bis kommenden Sonntag.

O-Ton nach dem Schlusspfiff

Nach dem Schlusspfiff sprach WN-Mitarbeiter Nils Reschke mit Vorwärts-Coach Dirk Bültbrun.

Wie wichtig war dieser Sieg wirklich?

Dirk Bültbrun: Sehr, sehr, sehr wichtig. Wenn du im Laufe der Saison mal irgendwann zwei, drei Spiele nicht gewinnst oder sogar verlierst, fällt das nicht so auf. Wenn du aber nach zwei Partien gleich ohne einen Punkt dastehst, wächst der Druck – und die Verunsicherung wird größer. Dann schaltet sich auch der Kopf ein. Du denkst zu viel nach. Das ist im Fußball dann nicht der beste Begleiter.

Sie waren dennoch heute nicht restlos zufrieden. Wieso das denn?

Bültbrun: Ich fand unser Spiel in Weseke sogar besser. Weil wir da den Gegner konsequent vom Tor ferngehalten haben. Heute hingegen hatten wir bisweilen eine schwache Passquote und ebenso viele Unkonzentriertheiten in unserem Spiel.

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