Fußball: Neue Durchführungsbestimmungen
Das ändert sich in der neuen Saison im Jugendfußball

Münsterland -

Die neue Spielordnung des Westdeutschen Fußball-Verbands und die Durchführungsbestimmungen der Kreise bringen zur neuen Saison gleich mehrere Neuerungen mit sich. Einige davon haben es in sich.

Donnerstag, 07.09.2017, 05:09 Uhr

Anstoß zur neuen Jugend-Saison: Das Spiel bleibt das gleiche, doch nicht nur der Ball ändert sich zur neuen Saison für die jüngeren Nachwuchskicker. So soll eine neue Festspielregelung für mehr Klarheit sorgen und Spielwertungen in diesem Zusammenhang minimieren.
Anstoß zur neuen Jugend-Saison: Das Spiel bleibt das gleiche, doch nicht nur der Ball ändert sich zur neuen Saison für die jüngeren Nachwuchskicker. So soll eine neue Festspielregelung für mehr Klarheit sorgen und Spielwertungen in diesem Zusammenhang minimieren. Foto: Kristian van Bentem

Keine Fußball-Saison ohne Neuerungen: Das gilt nicht nur für die Bundesliga-Profis, bei denen seit dieser Spielzeit der Video-Beweis für mehr Gerechtigkeit sorgen soll.

Derart gravierende Änderungen gibt es bei den Junioren-Kickern auf Kreisebene zwar nicht, doch auch sie müssen sich zum Teil umstellen. Die wichtigstem Anpassungen in der Jugendspielordnung des Westdeutschen Fußball-Verbands (WDFV) und den Durchführungsbestimmungen für den Jugendspielbetrieb im Überblick:

Neue Ballgrößen: Das Runde, das ins Eckige muss, wird in den vier jüngsten Altersklassen kleiner. Nach einem Übergangsjahr, in dem noch die alten Größen erlaubt waren, werden ab der anstehenden Saison die von der DFB-Jugendordnung vorgegebenen neuen Ballgrößen für alle Partien verbindlich. Während das Spielgerät bei den D- und E-Junioren von Größe 5 auf 4 schrumpft (wobei sich das Gewicht bei den E-Junioren um 60 Gramm erhöht) und bei den G-Junioren von 4 auf 3, sind es bei den F-Junioren sogar zwei Größen (von 5 auf 3).

Wissenschaftliche Studie

„Hintergrund sind wissenschaftliche Erkenntnisse einer vom DFB in Auftrag gegebenen Studie der Sporthochschule Köln. Diese kommt zu dem Schluss, dass die bislang eingesetzten Bälle für die besagten Klassen zu groß sind“, erklärt Thomas Harder , Vorsitzender des Verbandsjugendausschusses des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen.

Die Reaktionen sind unterschiedlich. Während Klaus-Peter Ottlik , Vorsitzender des Kreisjugendausschusses Münster, die Änderung begrüßt („Das Passspiel fällt den Kindern mit den kleineren Bällen leichter.“), sieht Udo Zambo, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses Beckum, sie eher kritisch („Man mus aufpassen, dass man mit den vielen Veränderungen nicht überdreht.“)

Neue Ballgrößen

Zur kommenden Saison 2017/2018 werden neue Ballgrößen in den Altersklassen G- bis D-Junioren und -Juniorinnen verbindlich (in Klammer bisherige Werte):

G-Junioren: Größe 3 (4), 290 g, Durchmesser: 19,10 cm;

F-Junioren: Größe 3 (5), 290 g,  Durchmesser: 19,10 cm;

E-Junioren: Größe 4 (5), 350 g,  Durchmesser: 21,01 cm;

D-Junioren: Größe 4 (5), 350 g, Durchmesser: 21,01 cm.

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Das feste Datum ist hilfreich. Damit werden alle Unsicherheiten beseitigt. Jeder kann das jetzt ganz leicht selber berechnen.

Klaus-Peter Ottlik zur neuen Festspielregelung am Saisonende

Festspielregelung: Bislang galt, dass Junioren-Kicker, die zum Zeitpunkt des viertletzten Punktspiels einer unteren Mannschaft Spieler einer höheren Mannschaft waren, in den letzten drei Punktspielen des unteren Teams nicht mehr eingesetzt werden durften. „Das war für viele offenbar zu unübersichtlich“, so Harder. „Gerade Nachholspiele haben zu Verwirrung geführt, weil manche nicht wussten, ob sie bei der Berechnung einzubeziehen sind, wenn sie eigentlich zu einem früheren Spieltag gehören“, gibt auch Udo Zambo zu bedenken. „Das feste Datum ist hilfreich“, begrüßt Klaus-Peter Ottlik die Regelung ebenfalls. „Damit werden alle Unsicherheiten beseitigt. Jeder kann das jetzt ganz leicht selber berechnen.“

Da zuweilen falsch gezählt wurde, gab es immer wieder nachträgliche Spielwertungen. Künftig gilt deshalb ein einheitlicher Stichtag. Spätestens am 30. April muss durch einen berechtigten Einsatz die Spielberechtigung für eine untere Mannschaft ab dem 1. Mai erworben werden.

Mehr Planungssicherheit

Wer am 1. Mai einer Saison Spieler einer höheren Mannschaft ist, darf dagegen in den nachfolgenden Meisterschaftsspielen der unteren Teams nicht mehr eingesetzt werden. Ausgenommen sind Akteure einer höheren Mannschaft, die mindestens vier Wochen vor dem 1. Mai des Spieljahres in der höheren Mannschaft nicht mehr zum Einsatz gekommen sind. Diese Frist beginnt bei Sperrstrafen erst nach Ablauf der Sperre.

Manche Eltern sind tatsächlich so bekloppt, dass sie einen Vereinswechsel für ihre Jüngsten vornehmen, sobald ihnen irgendwas nicht passt.

Udo Zambo begrüßt, dass auch G-Junioren nicht mehr ohne Wartezeit für einen neuen Verein spielen können.

Sperre bei Vereinswechseln: Auch Minikicker (G-Junioren) sind nach dem modifizierten §11 (4) der JSpO des WDFV bei Vereinswechseln in der Zeit vom 1. Juli eines Jahres bis zum 31. Mai des folgenden Jahres nicht mehr sofort spielberechtigt für ihren neuen Club. Wie schon bei den E- und F-Junioren gilt auch bei den jüngsten Kickern nun eine Wartezeit von zwei Monaten. „Wir wollen damit einem kurzfristigen Vereinshopping in diesem Bereich begegnen, wenn Eltern unzufrieden sind. Denn auch bei den G-Junioren brauchen die Vereine Planungssicherheit“, erklärt Harder die Angleichung. Der stimmt auch Klaus-Peter Ottlik zu: „Man verhindert, dass Mannschaften abgemeldet werden müssen, wenn mitten in der Saison drei, vier Spieler den Club wechseln.“ Bei Udo Zambo geht der Daumen ebenfalls nach oben im Hinblick auf die neue Bestimmung: „Manche Eltern sind tatsächlich so bekloppt, dass sie einen Vereinswechsel für ihre Jüngsten vornehmen, sobald ihnen irgendwas nicht passt.“

Die Kinder sollen aus Spaß und Freude Fußball spielen und so ihr Talent unbeschwert entwickeln können.

Klaus-Peter Ottlik zur Abschaffung von Turnierwertungen bei dden F-Junioren

Turniere bei F-Junioren: Hier werden künftig – wie schon bei den Minikickern – keine Turniersieger mehr ausgespielt. „Der Verbandsjugendausschuss hat das mit Zustimmung der Kreisjugendausschussvorsitzenden beschlossen“, so Harder. Ziel sei, auch in dieser Klasse „übermotivierte Eltern, Trainer und Betreuer“ zu bremsen. „Die Kinder sollen einfach nur Spaß haben am Fußball.“ Für Ottlik ist das ebenso wie die verbindliche Einführung der Fairplay Liga im Kreis Münster ab der U11 abwärts der richtige Schritt: „Die Kinder sollen aus Spaß und Freude Fußball spielen und so ihr Talent unbeschwert entwickeln können.“

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