Fußball:
Zoff wegen 700 Euro: RW Ahlen und VfB Waltrop vor juristischem Nachspiel

Ahlen -

Der VfB Waltrop erhebt Vorwürfe gegen RW Ahlen. Nach dem Wechsel dreier A-Jugendspieler nach Ahlen soll die vereinbarte Aufwandsentschädigung bislang nicht gezahlt worden sein. Nun wurde sogar ein Rechtsanwalt eingeschaltet.

Montag, 09.10.2017, 12:10 Uhr

RW Ahlens Jugendgeschäftsführer Gero Stroemer (rechts) kann die Aufregung des VfB Waltrop nicht nachvollziehen. Jugendabteilungsleiter Peter Ellefred (links) sind nach eigenem Bekunden die Hände gebunden.
RW Ahlens Jugendgeschäftsführer Gero Stroemer (rechts) kann die Aufregung des VfB Waltrop nicht nachvollziehen. Jugendabteilungsleiter Peter Ellefred (links) sind nach eigenem Bekunden die Hände gebunden. Foto: Marc Kreisel

Um das liebe Geld gibt es ja häufiger mal Streit. So auch im Fall von Rot-Weiß Ahlen und dem VfB Waltrop. Die beiden Vereine liegen derzeit wegen 700 Euro plus Mehrwertsteuer über Kreuz. Nun droht sogar ein juristisches Nachspiel.

Was ist passiert? Vor der Saison hat RW Ahlen die drei A-Junioren-Spieler Joel Lehmann, Talha Aygün und Nikola Pinjusic verpflichtet. Da alle drei Akteure aus dem Jahrgang 1999 stammen, werden sie nach dem Seniorenrecht behandelt. Daher musste bis spätestens 31. August eine Spielberechtigung für den neuen Verein vorliegen.

Keine Rückmeldung trotz Nachfrage

Also soll sich RWA-Jugendgeschäftsführer Gero Stroemer am Mittag des 31. August beim VfB-Jugendleiter Thomas Breimann telefonisch gemeldet haben, um auf die Freigabe zu drängen, die Waltrop nach Angaben von Breimann auch umgehend erteilte. Einhergehen sollte der Wechsel mit einer Aufwandsentschädigung von 700 Euro.

Doch dieses Geld sei bis heute nicht auf dem Konto des VfB eingegangen. „Wir haben unser Wort gehalten. RW Ahlen hat das nicht getan“, sagt Thomas Breimann. Mehrfach habe er deshalb schriftlich oder telefonisch den Kontakt zu Gero Stroemer herzustellen versucht – vergeblich. „Sich überhaupt nicht an Absprachen zu halten und uns zu ignorieren, ist schon starker Tobak. So etwas habe ich in mehr als 20 Jahren nicht erlebt“, sagt Breimann.

„So einen Vorfall hat es noch nie gegeben“: Thomas Breimann, Jugendabteilungsleiter des VfB Waltrop, ist irritiert über das Vorgehen von RW Ahlen.

„So einen Vorfall hat es noch nie gegeben“: Thomas Breimann, Jugendabteilungsleiter des VfB Waltrop, ist irritiert über das Vorgehen von RW Ahlen. Foto: Klaus Karickas

Zwischenzeitlich habe Waltrops Geschäftsführer Michael Hölscher bei einer Sitzung von Schalke 04 – der VfB und RWA kooperieren mit S04 – auch RWA-Jugendabteilungsleiter Peter Ellefred auf die Thematik angesprochen. Der sprach tags darauf noch mal mit Stroemer über diesen Sachverhalt. „Ich habe alles gemacht, was in meinen Möglichkeiten liegt“, versichert Peter Ellefred. Doch passiert sei nichts. Da sich Gero Stroemer auch auf weitere Anfragen nicht zurückgemeldet haben soll, sei der VfB nun mit der Angelegenheit an die Öffentlichkeit gegangen. „Uns geht es nicht allein ums Geld, sondern darum, dass wir von Gero Stroemer verarscht worden sind“, hält Thomas Breimann fest.

RWA schaltet Rechtsanwalt ein

RW Ahlens Jugendgeschäftsführer wiederum sieht „überhaupt nichts Anrüchiges“ in seinem Verhalten. „Wir warten als Verein manchmal vier bis fünf Monate auf Geld, das uns von Vereinen zusteht. Ich finde es unmöglich, nach fünf Wochen hier so einen Aufstand zu machen“, kontert Gero Stroemer. Ihn stört massiv, dass der VfB mit der Angelegenheit an die Öffentlichkeit gegangen ist. Deshalb habe RWA Rechtsanwalt Andree Kruphölter als juristischen Beistand eingeschaltet. „Er wird entsprechende Maßnahmen ergreifen“, kündigt Stroemer an.

Den Vorwurf, die geforderte Summe sei noch nicht beglichen, bestreitet Stroemer derweil nicht. „Wir werden das Geld zeitnah bezahlen“, versichert der Jugendgeschäftsführer. Weshalb das bislang noch nicht erfolgt sei, darauf kann er allerdings auch auf mehrfache Nachfrage keine schlüssige Antwort liefern. Nur so viel: Es seien nun mal viele Transfers abzuwickeln. Die Unterstellungen von Seiten des VfB empfindet Stroemer indes „als absolute Frechheit“. Der Inhalt der Veröffentlichungen sei in Teilen „üble Nachrede“. „Wir werden uns dagegen wehren, wie die ganze Sache an die Öffentlichkeit gebracht wurde“, so Stroemer.

Thomas Breimann wiederum kann all das nicht fassen. „Wir reden hier nicht von Summen, die jenseits von Gut und Böse liegen. RW Ahlen hätte auch einfach sagen können, dass das Geld etwas später kommt. Aber es gab ja keine Rückmeldung. Das hat nichts mit übler Nachrede zu tun, das sind Fakten.“

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