Fußball: Oberliga Westfalen
RW Ahlen von Schalkes U23 bitter bestraft

Ahlen -

Das war an Bitterkeit kaum noch zu überbieten. Bis in die absolute Schlussphase der Partie hinein schienen sich Rot-Weiß Ahlen und Schalkes U23 auf ein torloses Remis einigen zu wollen. Dann schlugen die königsblauen Gäste eiskalt zu.

Sonntag, 22.10.2017, 16:10 Uhr

Pechvogel des Tages w ar Justin Perschmann, der in der Szene, die zum 0:1 geführt hatte, verletzt am Boden liegen blieb und danach ausgewechselt werden musste.
Pechvogel des Tages w ar Justin Perschmann, der in der Szene, die zum 0:1 geführt hatte, verletzt am Boden liegen blieb und danach ausgewechselt werden musste. Foto: Marc Kreisel

Es gibt nicht wenige Menschen, die mögen eine feine Note von Bitterkeit ganz gerne. Dafür spricht schon die Existenz von Zartbitterschokolade. Im Übermaß aber macht Bitterkeit jede noch so edle Speise ungenießbar. Das späte 0:1 gegen Schalkes Junioren-Truppe dürfte für die Oberliga-Fußballer von Rot-Weiß Ahlen so ein Fall von übermäßiger Bitterkeit gewesen sein – ganz schwer zu schlucken.

Nur Sekunden nach dem entscheidenden Treffer durch Finn Heiserholt (88.) lag die halbe Ahlener Mannschaft auf dem Boden. Auch wenn sie es in der Nachspielzeit noch weiter versuchte, war der Albayrak-Truppe zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich schon klar: Das war‘s für heute mit Punkten. Zu schwer hatten sich zuvor beide Mannschaften damit getan, zu klaren Chancen zu kommen.

Entscheidung fällt in der 88. Minute

Doppelt bitter für die Ahlener war das Zustandekommen dieses 0:1. Denn als alles schon nach einem leistungsgerechten Unentschieden aussah, flog noch einmal eine Schalker Flanke in den Strafraum, die bei Andrejs Ciganiks landete. Der Königsblaue hatte einen Gegenspieler weniger als üblich, weil zu diesem Zeitpunkt Justin Perschmann verletzt am Boden lag. Warum, war nicht klar zu erkennen. Mutmaßlich war ihm sein Gegenspieler auf den Fuß getreten. Die Diagnose lautete jedenfalls starke Prellung oder gebrochener Zeh. Schiedsrichter Michael Meyer jedenfalls ließ weiterlaufen, Ciganik legte ab und der eingewechselte Finn Heiserholt schob flach rechts ein.

Fußball-Oberliga: RW Ahlen - FC Schalke U23

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Defensiv starker Auftritt der Ahlener

„Wir kassieren ein Tor, wenn einer unserer Spieler verletzt am Boden liegt. Da kannste nichts machen“, sagte Innenverteidiger René Lindner enttäuscht. „Ich weiß nicht, ob der Schiedsrichter da nicht mehr Feingefühl zeigen muss. Aber Kompliment an die Mannschaft. Wenn wir so weiterspielen, spielen wir ganz oben mit“, meinte „Hotte“.

In der Tat war es vor allem kämpferisch ein ordentlicher Auftritt der Hausherren gegen „die spielstärkste Mannschaft der Liga“ (RWA-Coach Erhan Albayrak) gewesen. Bis auf diese Szene zum 0:1 hatten sich die Ahlener in der Defensive ziemlich gut verkauft, nach vorne hin allerdings vor allem in Hälfte eins eher Magerkost angeboten.

Muntere erste Hälfte bleibt fast ohne Chancen

Die Partie begann insbesondere von Schalker Seite recht munter, bot aber an Chancen absolute Mangelware. Und das sollte die gesamte erste Hälfte so bleiben. Die Gäste spielten bis zum 16er druckvoll und gefällig, bissen sich aber an gut gestaffelt stehenden Ahlenern die Zähne aus.

Die zeigten sich deutlich bemüht, die mit 17 Gegentoren ja nicht immer sattelfeste Defensive gegen offensivstarke Schalker zu stabilisieren. Und das gelang den Rot-Weißen zunächst auch sehr gut, zumal der Einsatz stimmte und der ballführende Mann sehr wenig Platz bekam. Ein Drehschuss von der Strafraumgrenze durch Schalkes Muhamed Alawie (13.) war dann auch die einzige Szene, die so etwas wie Gefahr ausstrahlte. Und die entschärfte Ahlens Keeper Azmir Alisic, in dem er den Ball über die Latte lenkte.

Offensive Magerkost

Das Problem aber: Offensiv fiel den Hausherren noch viel weniger als ihren Kontrahenten ein. In der ersten halben Stunde hatten die Rot-Weißen noch immer nicht einen einzigen Torschuss abgegeben. Den einzigen wirklich aussichtsreichen Konter entschärfte Phillip Grodowski selbst, weil er zu spät den Nebenmann suchte (30.). Fünf Minuten später lieferte Meschede zumindest mal den ersten Abschluss, sein Schuss blieb aber in der Schalker Abwehr hängen.

Zwei saubere Grätschen von Andre Witt und René Lindner waren tatsächlich die bemerkenswertesten Szenen der gesamten ersten Hälfte auf beiden Seiten.

Deutlich mehr Strafraumszenen in Hälfte zwei

Mit Wiederanpfiff nahm die Begegnung aber deutlich Fahrt auf: Bei einem Ahlener Freistoß rutschten alle Schalker Hintermänner inklusive Torwart Denis Wieszolek aus. Das galt leider auch für René Lindner, der im Fünfer gelauert hatte und im Liegen neben das verwaiste Gehäuse traf. Nur eine Minute später erneut Gefahr für die Königsblauen: Den tollen Schuss von Cihan Yilmaz aus halblinker Position entschärfte Wieszolek mit einer starken Parade (54.). Eine Viertelstunde machte der Schalker Schlussmann in einer baugleichen Szene noch einmal das Gleiche. Diesmal hatte ihn Bilal Abdallah in Bedrängnis gebracht.

Schalke fordert Elfmeter

Danach gab es wieder deutlich weniger Chancen. Die Partie blieb aber trotz und wegen der Torlosigkeit spannend. Wer den ersten Treffer machen würde, hatte man das Gefühl, der würde auch als Sieger vom Platz gehen. Zwei starke Freistöße von Schalkes Arnold Budimbu blieben bis in die Schlussphase hinein die besten Möglichkeiten – abgesehen von einer Szene zehn Minuten vor Ende, die Schalkes Coach Onur Cinel als „Pflichtelfmeter“ bezeichnete. Der starke Muhamed Alawie war im 16er gefallen. Ob es eine strafstoßwürdige Berührung gab – nicht zu erkennen.

Fast sah es deshalb nach einem gerechten 0:0 aus, da schlugen die Gäste noch einmal zu. Doppelt bitter für Ahlen: Justin Perschmann verletzt sich in der Szene und musste unmittelbar danach ausgewechselt werden. Es blieb beim 0:1 und das war natürlich richtig bitter – von der schlechten Sorte.

RW Ahlen: Alisic - Perschmann (89. Mustapha), Özkara, Lindner, Nieddu - Witt, Grodowski - Zengin (85. Hoti), Meschede, Abdallah (78. Ota) - Yilmaz.

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