Fußball: 3. Liga
Sportfreunde Lotte schlagen sich gegen SG Sonnenhof Großaspach selbst

Lotte -

Das waren nicht die Sportfreunde Lotte, die man kennt. Teilweise lethargisch wirkten sie am Samstag gegen SG Sonnenhof Großaspach und bezogen eine völlig verdiente 0:2-Niederlage. Über 90 Minuten gesehen enttäuschten die Blau-Weißen auf ganzer Linie.

Samstag, 28.10.2017, 00:10 Uhr

Für Max Oesterhellweg (rechts), der hier gleich von drei Großaspacher Spielern verfolgt wird, waren es die vielen Ballverluste, die zur 0:2-Niederlage geführt haben.
Für Max Oesterhellweg (rechts), der hier gleich von drei Großaspacher Spielern verfolgt wird, waren es die vielen Ballverluste, die zur 0:2-Niederlage geführt haben. Foto: Mrugall

Nach 17 Minuten bereits war das Spiel am Samstag zwischen den Sportfreunden Lotte und SG Sonnenhof Großaspach entschieden. Da führten die Gäste durch Treffer von Pascal Sohm und Joseph-Claude Gyau 2:0. Beide Male halfen die Hausherren durch eigene Fehler kräftig mit. Danach schafften es die Blau-Weißen nicht mehr, dem Spiel eine Wende zu geben. In der ersten Halbzeit taten sie dafür viel zu wenig. Nach dem Seitenwechsel war das Bemühen da, wirklich Zwingendes kam aber nicht zustande, so dass das Ergebnis vollkommen in Ordnung geht.

Das waren nicht die Sportfreunde wie man sie kennt. Teilweise fahrig in den Aktionen und unerklärlich viele Abspielfehler aufgrund schlechter Laufwege ließen sie nach dem 0:2 nicht mehr richtig ins Spiel kommen. Sicher lag es auch an den vielen Verletzten, dass oftmals die Abstimmung fehlte. Zudem war eine große Portion Verunsicherung auszumachen.

„Dabei hatten wir uns so viel vorgenommen“, meinte Linksaußen Max Oesterhelweg. „Wir wollten früh attackieren. Das ist uns nicht gelungen. Unsere Ballverluste haben Großaspach dann natürlich in die Karten gespielt. Wir haben es dem Gegner viel zu einfach gemacht.“

Für die Verletzten Jaroslaw Lindner und Alexander Langlitz rückten Max Wegner und Andre Dej in die Startelf. Überraschend war die Position von Moritz Heyer, der links in der Viererkette agierte und nicht Michael Hohnstedt, wie eigentlich zu erwarten gewesen wäre. Auch Kevin Freiberger saß nur auf der Bank, kam aber bereits nach 18 Minuten für den verletzten Marco Hober auf das Feld.

Bei den Sportfreunden fehlte von Beginn an jeglicher Esprit und das Überraschungsmoment. Gepaart mit vielen Fehlpässen im Aufbau ging den Hausherren jegliche Torgefährlichkeit ab. SG Sonnenhof Großaspach hatte es nicht allzu schwer, die Blau-Weißen in Schach zu halten.

Nicht von ungefähr hieß es bereits nach 17 Minuten 0:2. Eine Maßflanke von Joseph-Claude Gyau konnte Pascal Sohm in der 13. Minute am Fünfmeterraum unbedrängt annehmen. So hatte er keine Mühe zur SGS-Führung zu vollenden. Vier Minuten später tauchte Timo Röttger nach einem Konter frei vor SFL-Keeper Benedikt Fernandez auf. Er schob den Ball zum ebenfalls freistehenden Gyau, der locker auf 2:0 erhöhte.

Das erste Lebenszeichen gaben die Sportfreunde in der 24. Minute ab. Nachdem sich Hamadi Al Ghaddioui energisch durchgesetzt hatte, kam Max Oesterhelweg aus dem Hinterhalt zum Schuss, traf aber nur den Pfosten. Mehr war von den Hausherren nicht zu sehen. Einen solchen von phasenweise wenig Laufbereitschaft begleiteten emotionslosen Auftritt der Sportfreunde hat man selten gesehen. Ja, sie hatten Glück, dass sie nicht 0:3 zur Pause zurücklagen, da der Ex-Lotter Saliou Sané per Kopf nur ganz knapp scheiterte. Die Pfiffe der Fans beim Gang in die Kabine, sie waren verständlich.

Mit deutlich mehr Elan begann die zweite Halbzeit. Schon in den ersten fünf Minuten verzeichnete Max Wegner zwei gefährliche Aktionen. Und dann hatte Andre Dej in der 55. Minute eine Riesenchance, die SGS-Schlussmann Kevin Broll in letzter Sekunde unschädlich machte. Die Offensivpower war aber schnell wieder verflogen. Ab der 65. Minute verfielen die Sportfreunde wieder in die vor dem Seitenwechsel an den Tag gelegte Lethargie. In der 75. Minute hätte Daniel Hägele eigentlich das 3:0 machen müssen. Völlig frei vor Fernandez auftauchend rettete der per Fußabwehr.

Die Schlussphase bei insgesamt 7:0 Ecken ging zwar wieder an die Sportfreunde. In dieser Phase war ihnen das Bemühen nicht abzusprechen. Das aber war viel zu spät. Von fast verzweifelten Distanzschüssen abgesehen, brachten sie nicht mehr viel Produktives zustande. So stand unter dem Strich eine völlig verdiente 0:2-Niederlage mit einer Leistung einhergehend, die eines Absteigers würdig ist.

SF Lotte : Fernandez - Schulze, Wendel, Straith, Heyer - Hober (18. Freiberger), Dej, Putze, Oesterhellweg - Wegner, Al Ghaddioui.

SG Sonnenhof Großaspach: Broll - Thermann, Leist, Gehring, Vitzhum - Sohm, Hägele, Bösel, Gyau (86. Binakai) - Röttger (77. Aschauer), Sané (90. Ö. Özdemir).

Tore: 0:1 Sohm (13.), 0:2 Gyau (17.). - Schiedsrichter: Benjamin Bläzer (Niederzier). - Gelbe Karten : Wendel, Freiberger, Schulze - Hägele, Sané. - Zuschauer: 1327.

Trainerstimmen

Sascha Hildmann (SG Sonnenhof Großaspach: „Wir wollten unbedingt nachlegen nach dem Sieg gegen Chemnitz, Das ist uns eindrucksvoll gelungen. Wir sind gut reingekommen, haben sehr gute Umschaltmomente gehabt und zwei schöne Tore geschossen. Beim Pfostenschuss für Lotte hatten wir natürlich Glück. Ein 2:0 ist ein gefährliches Ergebnis. Das habe ich den Jungs in der Halbzeit gesagt und sie dafür sensibilisiert. Dennoch waren wir zu passiv zu Beginn. Diese Phase haben wir überstanden und hatten in der Endphase einige Konter, die wir aber zu fahrig abgeschlossen haben. Letztlich waren wir darauf bedacht, keinen Gegentreffer mehr kassieren.“

Marc Fascher (SF Lotte): Bis zum 1:0 waren wir gut drin im Spiel, waren präsent. Aber es ist momentan verrückt. Mit dem ersten Angriff des Gegners geraten wir in Rückstand. Und das bereits zum dritten Mal in Folge. Allerdings muss ich sagen, dass wir da selbst kräftig mitgeholfen haben. Auch das 2:0 leiten wir mit einem Fehlpass selbst ein. Danach hatten wir zwei Situationen, wo wir das Spiel hätten drehen können. Da hätten wir zurückkommen können, aber uns fehlte ganz einfach das Glück. In der Pause habe ich versucht, den Glauben aufrecht zu erhalten. Ich habe den Jungs gesagt, dass wir das Ding noch drehen können. Aber der erhoffte Anschlusstreffer ist uns nicht geglückt. So müssen wir diese Niederlage jetzt schlucken.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5252117?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F192%2F
Nachrichten-Ticker