Fußball: Oberliga Westfalen
RW Ahlen stellt Michael Schrank als neuen Coach vor

Ahlen -

Die Spekulationen, dass Alfons Beckstedde neuer Trainer von RW Ahlen wird, haben sich nicht bestätigt. Der Oberligist stellte am Donnerstagnachmittag Michael Schrank als Nachfolger des entlassenen Erhan Albayrak vor.

Donnerstag, 04.01.2018, 17:01 Uhr

Handshake zur Begrüßung: Michael Schrank (links) wurde am Donnerstag vom Sportlichen Leiter Joachim Krug als neuer Trainer bei Oberligist Rot-Weiß Ahlen vorgestellt. Er tritt die Nachfolge von Erhan Albayrak an.
Handshake zur Begrüßung: Michael Schrank (links) wurde am Donnerstag vom Sportlichen Leiter Joachim Krug als neuer Trainer bei Oberligist Rot-Weiß Ahlen vorgestellt. Er tritt die Nachfolge von Erhan Albayrak an.

Das muss man Joachim Krug lassen: Mit dem neuen Trainer von Rot-Weiß Ahlen ist dem Sportlichen Leiter ein Überraschungscoup gelungen. Denn den Namen Michael Schrank hatte die Gerüchteküche in Ahlen nicht schon im Vorfeld ausgespuckt. Den Manager freute es. „Ich hatte schon Befürchtungen, dass es wieder zuerst in der Zeitung steht“, so Krug.

Tat es diesmal nicht, weil niemand Schrank auf dem Zettel hatte.

Fußball-Lehrer-Lizenz und Scouting-Erfahrung in der Bundesliga

Warum eigentlich nicht, fragt man sich beim Blick auf die Vita des 52-Jährigen. Denn Schrank trainierte noch bis zum September den Ligakonkurrenten TSV Marl-Hüls und nahm dort erst seinen Hut, als der Verein deutliche finanzielle Schlagseite bekommen hatte. Schließlich musste der TSV wie auch der SC Hassel vorzeitig vom Spielbetrieb abgemeldet werden. Zuvor hatte Schrank den Verein aus seiner Heimatstadt 2015 von der Verbands- in die Oberliga geführt.

Mit mehr als 20 Jahren Trainererfahrung auch in höheren Ligen, der Fußball-Lehrer-Lizenz in der Tasche, einem Hauptjob als Inhaber einer Versicherungsagentur und - natürlich - der sofortigen Verfügbarkeit erfüllt Schrank zudem etliche der Vorgaben, die sich der Verein für seinen wohl wichtigsten Angestellten zurechtgelegt hatte. Zudem hat er Scouting-Erfahrung in der Bundesliga beim HSV und Mainz gesammelt.

Joachim Krug: „Mannschaft braucht Zuckerbrot und Peitsche“

Auch nicht ganz unwichtig: „In unseren Gesprächen hat es sehr schnell gefunkt“, sagte Krug bei der Vorstellung des „Neuen“ am Donnerstagnachmittag.

„Ich hatte früh den Eindruck, dass das der Mann ist, der uns weiterbringt. Er kann sich durchsetzen, beherrscht das Prinzip Zuckerbrot und Peitsche. Und gerade das braucht unsere Mannschaft. Es hat ihr zuletzt sehr gefehlt. Sie muss mehr geführt werden“, befand Krug, ohne daraus Schranks Vorgänger Erhan Albayrak einen Strick drehen zu wollen. Explizit bedankte sich der Manager noch einmal bei Albayrak und seinem Assistenten Hasan Ugur: „Man darf nicht vergessen, in welcher Situation sie die Mannschaft im vergangenen Jahr übernommen haben – abgeschlagen in der Regionalliga – und wie knapp wir dann nur den Klassenerhalt verpasst haben“, so Krug.

Untergang des TSV Marl-Hüls wird für RW Ahlen zum Glücksfall

Auch auf die Situation bei den beiden ehemaligen Ligakonkurrenten SC Hassel und TSV Marl-Hüls, die sich mitten in der Saison aus dem Spielbetrieb zurückgezogen haben, kam Krug noch einmal zu sprechen: „So eine Situation wünscht sich keiner, das entwertet auch eine Saison und macht sie langweilig. Aber letztlich war das nun für uns ein Glücksfall, sonst wäre Michael ja gar nicht frei gewesen“, so der Sportliche Leiter.

Schrank selbst gab sich am Donnerstag zuversichtlich, dass er Rot-Weiß Ahlens sportliche Misere in der Oberliga alsbald beenden kann. „Nach vier Monaten, in denen ich nichts getan habe, brenne ich jetzt auf diese Aufgabe. Ich glaube, die Mannschaft besitzt die Qualität, um besser als Platz zwölf zu sein. Ich bin gekommen, damit in Ahlen der Fußball gespielt wird, den auch die Fans erwarten“, sagte Schrank, der zu seiner Vorstellung sogar seine Frau Susanne mitgebracht hatte.

Schrank will Spielern kein System überstülpen

Und genau wie in einer guten Ehe will es Michael Schrank nun offenbar auch mit seinem neuen Team angehen. „Wichtig ist, dass ich die Mannschaft kennenlerne und die Mannschaft mich. Ich weiß, der Weg wird mit sehr, sehr viel Arbeit verbunden sein. Jetzt will ich zunächst die Dinge angehen, die schnell zu ändern sind.“

Welche das sein sollen, da hielt sich der neue Trainer noch zurück, wollte das „zunächst mit seinen Spielern besprechen“. Er habe sich die Ahlener aber bereits hier und da angeschaut und auch Ansatzpunkte gefunden. Eine spezielle Philosophie, wie gespielt werden soll, hat der Coach aber nicht in der Tasche. „Ich bin gerne ein Trainer, der flexibel darauf reagiert, was die Spieler können. Es bringt ja auch nichts, sich im Fernsehen etwas Schönes anzuschauen und das dann von Amateuren zu verlangen. Ich will die Qualität der Mannschaft in ein System bringen, dass sie besser macht.“

Vertrag gilt zunächst nur bis Sommer

Zeit dafür hat Michael Schrank zunächst nur bis zum 30. Juni. Die kurze Laufzeit des Vertrages hatten sich offenbar beide Seiten so gewünscht, wie sie bei der Pressekonferenz bestätigten. Das Ziel Rot-Weiß Ahlens ist es aber explizit, die Partnerschaft im Erfolgsfall längerfristig anzugehen. Das betonte Manager Joachim Krug noch einmal, denn: „Wir wollen nicht der Verein sein, wo der Trainer immer nur acht, neun Monate der Gleiche ist.“ Eine frühzeitige Vertragsverlängerung über den Sommer hinaus ist also nicht ausgeschlossen.

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