Fußball: 3. Liga
VfL Osnabrücks Trainer Thioune ist etwas angefressen

Osnabrück -

0:1 gegen den FC Ingolstadt, 1:2 gegen den KV Mechelen. Am vorletzten Tag des Trainingslagers gab es für den VfL Osnabrück im portugiesischen Alcantarilha kein Erfolgserlebnis, wohl aber wichtige Testspiel-Erkenntnisse, die ein etwas angefressener VfL-Coach Daniel Thioune registrierte.

Donnerstag, 11.01.2018, 00:01 Uhr

Marco Alvarez (vorne) verschoss im Testspiel gegen Mechelen einen Strafstoß.
Marco Alvarez (vorne) verschoss im Testspiel gegen Mechelen einen Strafstoß. Foto: Mareike Stratmann

Test Nummer eins: Die rund 250 Kilometer für die Hin- und Rückreise vom VfL-Domizil im spanischen Lepe ins portugiesische Alcantarilha hatten sich alleine schon wegen der äußeren Bedingungen gelohnt. Im Trainingslager des Zweitligisten FC Ingolstadt präsentierte sich der Rasenplatz in einem perfekten Zustand. Ebenso zeigten sich die Ingolstädter mit dem ehemaligen Osnabrücker Spieler und heutigen FC-Sportdirektor Angelo Vier als sehr sympathische „Hausherren“.

Und im ersten Spiel lieferte die von Thioune ins Rennen geschickte Elf gegen den klassenhöheren FCI eine ansprechende Leistung ab. Dabei musste der VfL einen frühen Rückstand hinnehmen: Torhüter Marius Gersbeck konnte in der elften Minute den Ball nicht festhalten, die Vorlage nahm Robert Leipertz dankend an und drosch das Leder zur Führung in die Maschen.

Die Osnabrücker ließen sich von diesem Rückstand jedoch nicht beeindrucken. Vor allem Kamer Krasniqi kurbelte im Mittelfeld immer wieder das VfL-Spiel nach vorne an. Auch Rechtsverteidiger Kim Falkenberg schaltete sich bei vielen Offensivaktionen mit ein, wirkte frisch und war an diesem Mittwochnachmittag ein Aktivposten.

Die Osnabrücker hätten in den ersten 45 Minuten mehrfach den Ausgleich erzielen können: Erst übersah Marc Wachs den besser postierten Krasniqi, suchte selbst den Abschluss – und zog den Ball aus 16 Metern über das Tor (38.). Eine Minute später setzte Marc Heider (nach schöner Vorarbeit von Jules Reimerink) ebenfalls das Leder über das Gehäuse. Der Zweitligist hätte sich nicht über den Ausgleich beschweren dürfen, was später auch Coach Stefan Leitl anerkannte: „Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele Chancen zugelassen. Aber das Spiel gegen Osnabrück war ein richtig guter Test.“ In den zweiten 45 Minuten flachten die Angriffsbemühungen des VfL etwas ab, der mit vielen Stammspielern gespickte FCI ließ nicht mehr viel zu. Die lila-weiße Abwehr um Konstantin Engel und Marcel Appiah stand jedoch ebenfalls sicher. „Das hat mir gut gefallen“, meinte Thioune.

Test Nummer zwei: Der belgische Erstligist KV Mechelen war ebenfalls von Lepe nach Alcantarilha gereist – und setzte dem VfL eine junge und laufstarke Truppe entgegen. Mit dabei war auch der 19-jährige Hassane Bandé, der im Sommer für rund acht Millionen Euro zu Ajax Amsterdam wechselt.

Das was in Test Nummer eins gut lief, ließ das Team gegen Mechelen vermissen. Wenig Struktur im Aufbau, kaum Zug im Spiel nach vorne. Dennoch ging der VfL mit 1:0 in Führung: Marcos Álvarez zirkelte einen Freistoß an den Pfosten, Felix Agu verwandelte den Abpraller zum 1:0 (64.). Kurze Zeit später hätte Álvarez die Vorentscheidung erzielen können, er scheiterte jedoch mit einem Foulelfmeter (Agu war von den Beinen geholt worden) an Torhüter Anthony Moris. Danach diktierten die Belgier das Spiel – und drehten die Partie durch erwähnten Bandé (69.) und Maxime De Bie (75.) zum verdienten 2:1. Thioune fand deutliche Worte: „Das, was die Jungs im zweiten Spiel angeboten haben, war in allen Bereichen zu wenig. Die Art und Weise des Spiels hat mir überhaupt nicht gefallen. Im ersten Auftritt gegen Ingolstadt hatten wir ein viel besseres Defensivverhalten. Gegen Mechelen waren wir viel zu unentschlossen, haben zu wenig attackiert. Wenn am Samstag gegen Wolfsburg unsere Generalprobe sein sollte, dann hat sich aus dem zweiten Spiel niemand für den Auftritt dort empfohlen.“

► Die Statistik der beiden Spiele:

VfL Osnabrück -

FC Ingolstadt 0:1

VfL: Gersbeck – Falkenberg, Appiah, Engel, Wachs – Krasniqi, Groß, Möller (62. Agu) – Reimerink, Heider (78. Breulmann), S. Tigges.

Ingolstadt: Nyland – Levels, Matip, Neumann, Grauschopf (60. Paulo Otavio) – Morales, Christiansen, Thalhammer – Leipertz (76. Kaya), Lezcano, Kittel.

Tor: 0:1 Leipertz (11.) – Schiedsrichter: Marcos Brazão (Portugal) – Zuschauer: 67.

VfL Osnabrück -

KV Mechelen 1:2

VfL: Paterok (46. L. Tigges) – Ruschmeier, Sušac, Zorba – Danneberg, Arslan, Breulmann (61. Agu) – Renneke, Klaas, Iyoha – Álvarez.

Mechelen: Moris – van Cleemput, De Bie, Smolders – Leal, Wilms, Schoofs, Claes – Kawaya, Jubitana – Bandé.

Tore: 1:0 Agu (64.), 1:1 Bandé (69.), 1:2 De Bie (75.) – Besonderes: Álvarez scheitert mit Foulelfmeter an Moris (68.) - Gelb: Danneberg (82.) – Schiedsrichter: Carlos Cabral (Portugal) – Zuschauer: 133.

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