Futsal: Westfalenliga
An Klimas führt beim UFC Münster wie beim SV Meppen kein Weg vorbei

Münster -

Kathrin Klimas ist es egal, wie groß der Ball ist und welche Farbe er hat. Nur vorbeilassen ist keine Option: Die Sport- und Mathematikstudentin aus Drensteinfurt steht im Tor: Sowohl bei den Futsalspielerinnen des UFC Münster als auch beim Fußball-Zweitligisten SV Meppen.

Mittwoch, 17.01.2018, 14:01 Uhr

Alle Hände voll zu tun: Torhüterin Kathrin Klimas ist sowohl zuverlässiger Rückhalt des UFC Münster als auch des SV Meppen.
Alle Hände voll zu tun: Torhüterin Kathrin Klimas ist sowohl zuverlässiger Rückhalt des UFC Münster als auch des SV Meppen. Foto: René Penno

Meppen oder Münster heißt es am Sonntag, wenn der SC Preußen zum Rückrundenstart im Emsland antritt. Kathrin Klimas muss sich nicht entscheiden. Für die 25-Jährige lautet die Devise „und“ statt „oder“. Denn die Studentin für Sport und Mathematik steht sowohl im Fußball-Tor des SV Meppen als auch zwischen den Pfosten bei den Futsal-Damen des UFC Münster in der Regionalliga.

Die Vollbeschäftigung bereitet der gebürtigen Drensteinfurterin keine Probleme. Dienstags, mittwochs und freitags ist Training in Meppen angesagt, donnerstags in Münster. Und auch die Spiele – der SVM muss sonntags, der UFC samstags ran – kollidieren nicht. Die Zugfahrt von 65 Minuten, die sie vier Mal pro Woche mit vier weiteren Spielerinnen von Münster nach Meppen absolviert, schränkt auch nicht den persönlichen Fahrplan ein. „Das passt ganz gut“, versichert die Torhüterin, die ihre Position erst auf den zweiten Blick fand. Schließlich spielte sie bis zu den D-Junioren in der vorderen Reihe, ehe sie sich für die Defensive entschied. „Der Trainer suchte für die C-Jugend eine Torhüterin und hat mich gefragt, ob ich es nicht einmal versuchen wollte“, erinnert sich Klimas und ergänzt grinsend: „Okay, etwas Talent hatte ich ja.“

Sogar so viel, dass es ihr einige Stationen und Spielklassen beschert hat. „Im Frauenfußball-Bereich habe ich jede Liga durch“, berichtet die Wahl-Münsteranerin. Liga eins fehlt allerdings in ihrer Sammlung noch. Daher gesteht sie: „Einen Aufstieg würde ich gern mitnehmen.“ Wie die gesammelten Erfahrungen beim VfL Wolbeck, GW Amelsbüren, beim VfL Billerbeck, Heike Rheine und seit 2013 beim SV Meppen.

Im Norden geriet die Karriere etwas in Stocken. Im August 2016 riss das hintere Kreuzband. Erst seit September 2017 mischt der BVB-Fan wieder mit – beim SVM und beim UFC, dem sie sich vor vier Jahren anschloss. Ähnlich zufällig wie bei der Positionswahl. Eine Freundin hatte in der Uni gehört, dass eine Torhüterin gesucht wurde – und nahm Klimas mit zum Futsal. „Nach einem Training war ich voll begeistert und bin dann auch dabei geblieben.“

Vielleicht gelang das Comeback nach der Zwangspause in Münster auch deshalb recht schnell. Im Emsland muss sie den Weg über die zweite Mannschaft und damit den Tabellenfünften der Regionalliga nehmen. „Ich konnte ja nicht sofort wieder Ansprüche für die Erste anmelden. Aber das Projekt Stammplatz läuft längst“, versichert die 38-fache Zweitliga-Keeperin. Seit vergangenem Montag ist dazu auch die Vorbereitung auf die Rückrunde angelaufen. Einen Tag zuvor gab es mit dem UFC den Titel des Hallenfußball-Kreismeisters zu feiern. Für die als spielstark geltende Keeperin bei der dritten Teilnahme zum zweiten Mal.

Durcheinander kommt sie mit dem Wechselspiel nicht. Nicht mit Hallenfußball, Futsal oder Freiluft-Kicken. Auch nicht mit der unterschiedlichen Tor-Größe, in der sie den gravierendsten Unterschied sieht. Und ansonsten? „Im Futsal geht es eher in Richtung Handball-Torwart, der mehr mit dem Fuß agiert. Nicht den Ball festhalten wie auf dem Feld ist das Ziel, sondern kein Tor zu kassieren.“ Im Fußball müsse sie hingegen mehr auf der Hut sein: „Da hat man schon weniger zu tun, muss sich wach halten.“ Das und der Spagat zwischen Halle und Rasen gelingen.

Jetzt gilt es noch, den Spitznamen zu klären, wird die Torhüterin doch „Bauer“ gerufen. „Der ist in meiner Zeit in Rheine entstanden. Ich war gerade zwei Wochen dort, und wir nahmen in Warendorf an einem Turnier teil. Es war mega-heiß. Ich stand in Badelatschen, heruntergerollten Stutzen, einer viel zu großen Hose und einem weiten T-Shirt am Spielfeldrand. Meine neuen Mitspielerinnen auf der Tribüne meinten, „die sieht ja aus wie der übelste Bauer“. Sie erkannten die neue Mitspielerin nicht.

Das änderte sich dann bald, der Spitzname aber blieb. Beim SV Meppen wie beim UFC Münster.

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