Fußball: 3. Liga
VfL Osnabrück bejubelt 3:2-Sieg bei SF Lotte

Lotte / Osnabrück -

Die Sportfreunde Lotte tragen Trauer, während der VfL Osnabrück jubiliert. Mit 3:2 entschieden die Lila-Weißen am Sonntag das Nachbarschaftsduell am Autobahnkreuz für sich und waren mit dem Glück im Bunde. Der Siegtreffer fiel erst in der Nachspielzeit.

Sonntag, 18.02.2018, 17:02 Uhr

Moritz Heyer (rechts Mitte) trifft in dieser Szene zum 1:2. Es war das ewrste Derby-tor für SF Lotte. Doch es sollte nicht reichen. Der VfL Osnabrück um Adam Susac (rechts) und Koka Engel (Nr. 5) siegte mit 3:2.
Moritz Heyer (rechts Mitte) trifft in dieser Szene zum 1:2. Es war das ewrste Derby-tor für SF Lotte. Doch es sollte nicht reichen. Der VfL Osnabrück um Adam Susac (rechts) und Koka Engel (Nr. 5) siegte mit 3:2. Foto: Mrugalla

Es bleibt dabei, die Sportfreunde Lotte können im Nachbarschaftsderby gegen den VfL Osnabrück nicht gewinnen. Wie in den drei Duellen zuvor waren die Blau-Weißen auch am Sonntag nicht die schlechtere Mannschaft, standen am Ende aber mit leeren Händen da. 2:3 hieß es nach 90 weniger hochklassigen, dafür enorm spannenden Minuten. Viel unglücklicher kann man ein Derby zudem kaum verlieren. Nachdem Marcos Alvarez zwei Mal vorgelegt hatte, sorgten Moritz Heyer und Kevin Pires-Rodrigues jeweils für den Ausgleich. Dann war es Tim Danneberg, der in der Nachspielzeit zum 3:2 für den VfL traf. Es war der erste Auswärtssieg der Lila-Weißen seit dem 9. September (1:0 in Großaspach). Auch damals war der Siegtorschütze Tim Danneberg.

„Es war unnötig“, schimpfte Lottes Innenverteidiger Adam Straith. „Wir hätten es besser verteidigen müssen. So darf das Tor zu dem Zeitpunkt nie fallen.“ Und doch hatte es der VfL clever gemacht. Bashkim Renneke hatte nach rechts auf den eingewechselte Utku Sen gespielt. Er passte flach nach innen, wo Marc Heider das Leder an die Latte knallte und letztlich Tim Danneberg den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Abpfiff. 3:2 für Osnabrück. Lottes Kapitän Tim Wendel bezeichnete den entscheidenden Treffer später als „Eiertor“.

VfL-Trainer Andreas Golombek musste notgedrungen umstellen, da Linksverteidiger Michael Schulze erkrankt war. Seinen Part übernahm Joshua Putze. Ansonsten begann die gleiche Startelf wie beim 2:2 in Jena. Gleich auf drei Positionen hatte Osnabrück-Coach Daniel Thioune seine Formation gegenüber dem Nachholspiel am Mittwoch gegen Karlsruhe umgebaut. Marcos Alvarez, Stephen Sama und Jules Reimerink rückten in die Startelf für Marcel Appiah, Marc Wachs und Kamer Krasniqi, die auf der Bank saßen. Lotte spielte wie erwartet im 4-3-3, der VfL mit einem 4-4-2-System.

Da die Rasenheizung wegen eines Defekts nicht in Betrieb genommen worden war, war der Platz hart gefroren. An den Außenlinien befanden sich gar noch Eisflächen. Deshalb hatte Schiedsrichter Dr. Robert Kampka angeordnet, die Spielfläche auf beiden Außenbahnen um jeweils zwei Meter zu verkleinern. Entsprechend wurden kurz vor dem Anpfiff neue Seitenaus-Linien gezogen. Auf dem schmalen Feld hatten beide Mannschaften so ihre Probleme, fehlende Standfestigkeit auf dem harten Grund kam hinzu.

Der VfL kam mit den widrigen Bedingungen schneller zurecht und übernahm gleich die Initiative. Und er durfte nach fünf Minuten bereits jubeln. Nach einem Foul von Moritz Heyer an Tim Danneberg zeigte Kampka zurecht auf den Elfmeterpunkt. Die Chance ließ sich Marcos Alvarez nicht entgehen und vollendete zum 1:0. Lange währte die lila-weiße Freude aber nicht. Nach passgenauem Zuspiel von Maximilian Oesterhelweg machte Heyer seinen Patzer vor dem Strafstoß wieder gut und traf nur zehn Minuten später zum 1:1. Für den ehemaligen Osnabrücker war es eine besondere Freude. Zudem war es der erste Derbytreffer für Lotte.

Dieser Treffer tat den Hausherren gut, die nun die Spielkontrolle übernahmen. Mit ihrem Offensivpressing hatten die VfL-Defensivspieler ihre Probleme. Zu zwingenden Chancen kamen die Hausherren zunächst aber nicht. Stattdessen durften wieder die Gäste jubeln. Nach einem Konter sah Alvarez, der sich allerdings in Abseits-verdächtiger Position befand, dass sich SFL-Schlussmann Benedikt Fernandez zu weit vor seinem Kasten positioniert hatte. Fast von der Seitenlinie aus zog der VfL-Angreifer ab und traf mit einer Bogenlampe zum umjubelten 2:1 (25.). Ein Tor des Monats, das Lotte ins Mark traf. Vorbei war es mit der spielerischen Dominanz. Nach einem verunglückten Schuss von Jules Reimerink, den Marc Heider nur knapp verpasste, hätte es um ein Haar 3:1 geheißen.

Erst kurz vor dem Pausenpfiff meldeten sich die Sportfreunde zurück. Nach einer zu kurzen Kopfball-Rückgabe von Bashkim Renneke, kam Oesterhelweg an den Ball, scheiterte mit seinem Distanzschuss aber VfL-Keeper Marius Gersbeck. So blieb es beim nicht unverdienten 2:1-Pausenvorsprung für Lila-Weiß.

So gut es im ersten Durchgang für die Gäste losgegangen war, so zielstrebig begannen die Sportfreunde nach dem Seitenwechsel und trafen bereits nach 51. Minuten zum 2:2 durch Kevin Pires-Rodrigues. Und fast wäre nur sechs Minuten später die Lotter Führung gefallen. Nach einer Ecke für den VfL, setzten Oesterhelweg und Lindner zu einem Konter an. Letzter bediente Freiberger, der nur knapp über das Tor zielte. Nun war richtig Feuer drin im Spiel. Beide Seiten lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, beide traten die Flucht nach vorne an. Zwingende Torchancen erarbeiteten sich die Kontrahenten aber nicht. Bis zur 91. Minute. Da stand Tim Danneberg goldrichtig und bugsierte das Leder zum 3:2 über die Linie.

SF Lotte: Fernandez - Langlitz, Rahn, Straith, Putze - Heyer, Wendel - Pires-Rodrigues (81. Dej) - Lindner, Freiberger, Oesterhelweg (78. Facklam).

VfL Osnabrück: Gersbeck - Renneke, Sama, Susac, Engel - Groß - Heider, Danneberg, Iyoha (81. Tigges) - Reimerink (64. Krasnqi), Alvarez (78. Utku).

Tore: 0:1 Alvarez (6., FE), 1:1 Heyer (10.), 1:2 Alvarez (25.), 2:2 Pires-Rodrigues (51.) . - Schiedsrichter : Dr. Robert Kampka (Mainz). - Gelbe Karten: Langlitz, Heyer, Pires-Rodrigues, Rahn - Iyoha, Egnel. - Zuschauer: 6615.

Trainerstimmen:

Daniel Thioun e (VfL Osnabrück): „Es war der erwartet schwere Gang. Wir wussten, was uns erwartet. Wir haben das Glück gehabt, dass wir zu Beginn den Elfmeter zugesprochen bekommen haben. Das hat uns aber nicht unbedingt die nötige Sicherheit gegeben. Mit dem Ausgleich ist das Spiel wieder offener geworden. Wir sind dann glücklich wieder in Führung gegangen und wollten in der zweiten Halbzeit nachjustieren, wollten besser in die Zweikämpfe kommen. Das ist nicht gelungen. Folgerichtig haben wir sehr schnell den Ausgleich bekommen. Wir haben aber nicht aufgesteckt, und sind belohnt geworden, wenn der Siegtreffer auch sehr glücklich war.“

Andreas Golombek (SF Lotte): „Wir sind wahnsinnig enttäuscht. Wir haben in den vergangenen Wochen gezeigt, dass wir zuhause eine Macht werden können. Wir hatten die größeren Spielanteile, aber wir sind immer wieder gekommen. Es tut weh. Wir werden jetzt aber nicht den Kopf in den Sand stecken und weitermachen. Aber es ist bitter, weil die Jungs eigentlich ganz gut Fußball gespielt haben. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat bis zuletzt alles versucht.“

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