Fußball | Der Schöppinger Hendrik Deitert rückt in den Seniorenkader des SuS Stadtlohn auf
Frischer Wind auf der linken Bahn

Schöppingen/Stadtlohn -

Durch das Zudrehen des Geldhahns bei der Fußballabteilung des SuS Stadtlohn ist ein Umbruch beschleunigt worden. Hendrik Deitert ist einer von vier A-Junioren, die in den Kader der ersten Mannschaft aufgerückt sind. Nach ersten Anpassungsschwierigkeiten hat er die erste Hürde genommen. Regelmäßige Angebote aus seiner Heimat Schöppingen schlägt Deitert immer wieder aus.

Samstag, 03.03.2018, 03:03 Uhr

Ohne Scheu: Der Schöppinger Hendrik Deitert hat den Sprung in den Seniorenkader des Westfalenligisten SuS Stadtlohn geschafft. Das war so früh ursprünglich nicht geplant gewesen.
Ohne Scheu: Der Schöppinger Hendrik Deitert hat den Sprung in den Seniorenkader des Westfalenligisten SuS Stadtlohn geschafft. Das war so früh ursprünglich nicht geplant gewesen. Foto: pic

Aus der Not hat der SuS Stadtlohn eine Tugend gemacht. Nach dem Finanz-Chaos in der Fußballabteilung zum Jahreswechsel hatten acht Kicker den Verein verlassen. Mit Spielern aus der Reserve und vier A-Jugendlichen hat Trainer Rob Reekers die Reihen wieder aufgefüllt. Einer von ihnen ist Hendrik Deitert . Für die veranlagte Offensivkraft, die 2010 als D-Jugendlicher aus Schöppingen an die Berkel wechselte, ist es „eine große Ehre“, bereits jetzt bei den „Großen“ mitzuwirken.

Geplant war es etwas anders. Eigentlich sollten Niclas Ostenkötter, Milan Tendahl, Tobias Preckel und Hendrik Deitert zweimal die Woche bei der Ersten trainieren und dann in der U19 spielen. Das Quartett war Reekers schnell aufgefallen, als er es erstmals hat spielen sehen: „Bereits nach 30 Minuten habe ich gesehen, die können wir gebrauchen. Ich bin froh, dass sie da sind. Ansonsten hätten wir das Buch zu machen können.“

Der Coach schenkte Deitert zum Jahresauftakt gleich das Vertrauen und ließ ihn in Gievenbeck von Beginn ran. Aufgrund von Krankheitsfällen musste der 18-Jährige allerdings als Linksverteidiger aushelfen, machte seine Sache aber sehr ordentlich. „Ich war überrascht, gleich in der Startelf zu stehen. Als Linksaußen spiele ich aber lieber“, unterstreicht der Schöppinger.

Im Kader des Senioren-Westfalenligisten zu stehen, ist für ihn ein zwiespältiges Gefühl: „Klar, ich freue mich, in der Ersten zu spielen, aber es gibt auch diesen blöden Hintergedanken, die A-Jugend im Stich zu lassen.“ Diese steckt nämlich auf dem drittletzten Rang der Westfalenliga mitten im Kampf um den Klassenerhalt. Ähnlich sieht es U19-Coach Oliver Döking, der allerdings den Ausbildungsauftrag hervorhebt. Das lachende Auge überwiege leicht. „Am Ende bin ich irgendwo stolz, wenn die Jungs jetzt schon so weit sind, in der ersten Mannschaft zu spielen. Die anderen hängen sich umso mehr rein.“ Wenn es im letzten Saisondrittel für Stadtlohns Erste um nichts mehr gehen sollte, könnten die vier A-Junioren wieder eine Altersklasse tiefer mitwirbeln – sofern es der schmale Senioren-Kader zulässt.

„Hendrik ist ziemlich frech auf dem Platz und zeigt keine Angst. Er gibt Gas und versucht, alles richtig zu machen“, benennt Reekers die Vorzüge des Linksfußes. Dennoch kalkuliert er dessen Fehler ein.

Die Eingewöhnung in den Seniorenfußball benötige seine Zeit. Davon weiß auch Deitert zu berichten: „Verglichen mit der A-Jugend war der Schritt riesengroß. Ich habe drei, vier Wochen benötigt, mich einzufinden. Ich bin aber gut aufgenommen worden.“ Gut für ihn und seine Mitstreiter ist, dass der Altersschnitt der Stadtlohner Mannschaft mittlerweile deutlich gesunken ist.

Als einen „trainingsfleißigen, schnellen Flügelspieler mit einer sehr guten Ballbehandlung und einem Sinn für das Team“ beschreibt Döking seinen ehemaligen Schützling: „Hendrik ist außerdem sehr abschluss- und zweikampfstark und kann das Spiel lesen. Seinen rechten Fuß und seine Mentalität, wenn es auf dem Platz nicht so läuft, sollte er aber noch verbessern.“ Hatte Deitert früher noch eine relativ kurze Zündschnur, so habe er die Hitzköpfigkeit mittlerweile in den Griff bekommen. „Seine eigene Meinung sagt er aber trotzdem noch gerne“, so Döking.

Zum ganz großen Sprung reichte es für Deitert (noch) nicht, obwohl er mehrmals nah dran war. Bei den Nachwuchsmannschaften der Profiteams von Borussia Dortmund, Schalke 04 und Twente Enschede hat er als C- und B-Junior jeweils zwei Wochen vorgespielt. „Leider hat sich da nie etwas ergeben“, sagt er und wartet ab, welche Angebote an ihn als Neu-Senior bald herangetragen werden. Ein festes Ziel für seine Fußballerlaufbahn hat Deitert nicht und wartet ab, was diese Saison so mit sich bringt. Noch habe sich niemand gemeldet – außer sein Heimatklub ASC Schöppingen. „Ja, sie fragen jedes Jahr an“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Der Weg zum A-Liga-Spitzenreiter wäre nicht weit, wohnt der 18-Jährige doch noch immer in der Vechtegemeinde. Das sportliche Abschneiden der ersten Mannschaft verfolgt er regelmäßig. Wenn seine ehemaligen Weggefährten in der U19 samstags gegen den Ball treten, steht Deitert im Vechte-Stadion am Rand und feuert seine Kumpel an. Zu mehr wird es kurzfristig wohl nicht kommen. Zunächst ruft die größere Amateur-Fußballbühne, ehe er sich vielleicht eines Tages wieder das grün-weiße Trikot überstreift.

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