Fußball: Oberliga Westfalen
Tabellenführer ASC Dortmund kommt – und RW Ahlen sagt „na und?“

Ahlen -

Mit dem Tabellenführer scheint RW Ahlen eine auf dem Papier kaum lösbare Aufgabe vor der Brust zu haben. Doch die jüngsten Ergebnisse des ASC Dortmund lassen durchaus auf eine Überraschung hoffen. Denn das, was die Gäste plötzlich zu bremsen scheint, dürfte die Ahlener sicherlich nicht belasten.

Freitag, 04.05.2018, 20:05 Uhr

Zurück in der Oberliga: Gegen den FC Gütersloh feierte der Ahlener acht Monate nach seinem Kreuzbandriss sein Meisterschafts-Comeback in der ersten Mannschaft der Rot-Weißen.
Zurück in der Oberliga: Gegen den FC Gütersloh feierte der Ahlener acht Monate nach seinem Kreuzbandriss sein Meisterschafts-Comeback in der ersten Mannschaft der Rot-Weißen. Foto: Marc Kreisel

Sportler kennen dieses Gefühl: Diese plötzliche Unsicherheit, die sich manchmal einstellt, wenn die so hart erkämpfte Krönung zum Greifen nah ist – unerklärlich, aber real. Man muss nur noch die letzten Schritte ins Ziel schreiten, aber die Angst vorm Erfolg lähmt auf einmal die Beine. Dem ASC Dortmund, am Sonntag ab 15 Uhr im Wersestadion Gegner von RW Ahlen , scheint es derzeit so zu ergehen. Den Gastgebern kann es nur recht sein.

Das Überraschungsteam schwächelt

Es ist nicht lange her, da schien der Regionalliga-Aufstieg des Überraschungsteams und souveränen Tabellenführers ausgemachte Sache zu sein. Doch mit zwei Niederlagen binnen fünf Tagen hat sich die Mannschaft von Trainer Adrian Alipour mir nichts, dir nichts selbst der komfortablen Ausgangssituation auf der Zielgeraden beraubt. Gerade noch drei Punkte Vorsprung sind es auf den Tabellenzweiten 1. FC Kaan-Marienborn, der zudem noch ein Spiel Rückstand hat. Und ein Polster von fünf Zählern auf den SV Lippstadt ist bei genauer Betrachtung auch überaus relativ, da der Drittplatzierte sogar noch zwei Partien mehr bestreiten darf.

Die mögliche Krise der Dortmunder könnte RW Ahlen also in die Karten spielen. „Warum sollten wir den ASC nicht ärgern können“, meint RW-Trainer Michael Schrank , der den jüngsten Auftritt seiner Elf gegen den FC Gütersloh sicher nicht viel attraktiver fand als die meisten Beobachter, aber durchaus vielversprechende Ansätze sah. „Die Entwicklung ist positiv. Meine Mannschaft zeigt inzwischen mehr Ruhe am Ball und gute Angriffe“, so der Coach. „Was fehlt, ist die nötige geistige Beweglichkeit. Und die Spieler müssen noch besser die Räume und Passwege erkennen.“

Comeback von Semih Daglar

Die Mängel sind für ihn aber auch erklärbar. Denn Schrank wird verständlicherweise nicht müde, immer wieder auf die angespannte personelle Situation hinzuweisen. „Das ist ja jedes Mal ein Roulettespiel. Gegen Gütersloh haben mir wieder fünf Stammspieler gefehlt. Die Mannschaft hat so noch nie zusammengespielt – so wie eigentlich jedes Mal“, merkt er an. Das wird auch gegen Dortmund nicht anders sein. Umso mehr freut sich Schrank, dass Semih Daglar gegen Gütersloh acht Monate nach seinem Kreuzbandriss sein Oberliga-Comeback feierte und somit auch gegen den ASC eine Alternative ist.

Alternativen mahnt der RW-Coach auf jeden Fall hinsichtlich des Auftretens seiner Elf im Hinspiel an. Das fand erst Mitte März statt, endete 0:3 aus Sicht der Ahlener und ist Schrank noch ins bester, wenn auch schlechter Erinnerung. „Da waren wir viel zu offensiv und haben diesen unwahrscheinlich konterstarken Gegner förmlich zum Toreschießen eingeladen“, sagt er und setzt diesmal mehr auf defensive Kontrolle – um dann vielleicht selbst mit schnellen Gegenstößen erfolgreich zu sein.

Dabei könnte den Rot-Weißen eines zugute kommen: Zumindest die Angst vor dem Erfolg wird ihre Beine nicht lähmen.

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