Fußball: 3. Liga
1:1-Remis an der Bremer Brücke

Osnabrück -

Das Warten auf den ersten Sieg seit Ende Februar 2018 geht weiter, doch diesmal wurde der VfL Osnabrück mit Beifall belohnt. Beim 1:1 gegen die U 23 von Werder Bremen verabschiedete sich das Team von Trainer Daniel Thioune mit einer ansehnlichen Leistung von einem Publikum, das die Mannschaft ab der 78. Minute nach dem Protest-Auszug von etwa 300 Zuschauern mit bemerkenswerter Begeisterung unterstützte.

Dienstag, 15.05.2018, 15:05 Uhr

Christian Bickel (rechts) stoppt hier Bremens Thore Jacobsen. Der VfL Osnabrück und Werder Bremens U 23 trennten sich am Samstag 1:1.
Christian Bickel (rechts) stoppt hier Bremens Thore Jacobsen. Der VfL Osnabrück und Werder Bremens U 23 trennten sich am Samstag 1:1. Foto: Mareike Stratmann

Zumindest im Stadion hatte die Protestaktion die gegenteilige Wirkung: Die Ultras, die zuvor einen starken Support geleistet hatten, und andere Zuschauer – insgesamt gut 300 Fans – zogen friedlich zur Geschäftsstelle, um dort ihre Tickets demonstrativ zurückzugeben.

Im Stadion regierten die Zuschauer, die den VfL mit Sprechchören und Anfeuerung unterstützten. So wurde der VfL von einer positiven Welle von den Rängen getragen und kam mit diesem Schwung im Rücken dem Sieg noch mal ganz nahe.

VfL-Trainer Daniel Thioune nahm in der Startelf nur die durch Sperren zwingend nötigen Änderungen vor: Für Konstantin Engel (Gelb-Rot) und Bashkim Renneke (5. Gelbe) kamen Marcos Alvarez und Kamer Krasniqi ins Team. Die Bremer boten mit einer Ausnahme (für Kruska kam Pfitzner) die Elf auf, die beim 3:0 in Erfurt begonnen hatte.

Bei herrlichem Frühsommerwetter legte der VfL einen guten Start hin. Der Mannschaft war von Beginn anzumerken, dass sie mit Konzentration und Einsatzfreude die Negativserie nach zehn Spielen ohne Sieg beenden wollte.

Es war vor allem Emmanuel Iyoha, der mit seinen entschlossenen Aktionen dafür sorgte, das Mannschaft und Publikum in Fluss kamen. Zweimal war der von Fortuna Düsseldorf ausgeliehene Stürmer mit seinen Schüssen an Werder-Torwart Oelschlägel gescheitert (5., 8.), dann belohnte er sich mit dem Führungstor: Nach einer schwachen Kopfballabwehr von Verlaat kam Iyoha im Strafraum an den Ball, erkannte die Lücke und traf mit einem platzierten, harten Schuss ins lange Eck (9.).

Der VfL kombinierte weiter flüssig und druckvoll, das 2:0 lag in der Luft. Beim Flachschuss von Iyoha aus 25 Metern (23.) und beim Kopfball von Alvarez (38.) nach schöner Groß-Flanke – in beiden Fällen parierte Oelschlägel glänzend.

Getrübt wurde die gute Vorstellung in der ersten Halbzeit durch die – möglicherweise schwere – Verletzung, die Marc Wachs nach einer halben Stunde am linken Sprunggelenk erlitt. Der Linksverteidiger musste sich in der Pause beim Gang in die Kabine auf zwei Teamkollegen stützen. Der Applaus von den Rängen galt nicht nur dem Leihspieler aus Dresden, sondern der VfL-Mannschaft für eine ansehnliche Leistung. Für Wachs kam Nachwuchsmann Ruschmeier, der die rechte Seite übernahm; Agu wechselte nach links.

Die Bremer hatten den besseren Start in die zweite Halbzeit, weil die eingewechselten Offensivspieler Young und Touré das Angriffsspiel belebten. Doch es reichte nur zu einer Chance: Nach einem sehenswerten Solo von Young klärte Agu um Fünfmeterrraum. Der VfL fand nach einer Stunde wieder besser ins Spiel, baute wieder mehr Druck auf und war auf einem guten Weg, doch dann gelang den Bremern durch Niklas Schmidt (66.) der Ausgleich; der Bremer traf nach einer zu kurzen Kopfballabwehr mit einem Schuss ins kurze Eck.

In der 78. Minute folgten schätzungsweise gut 300 Zuschauer der Aufforderung der Ultra-Gruppierung Violet Crew und verließen das Stadion, um für einen Neuanfang und gegen Geschäftsführer Jürgen Wehlend zu demonstrieren. Die Kulisse reagierte eindeutig: In allen Stadionbereichen stimmten die Zuschauer „Wir sind die Osnabrücker, wir sind immer da“ an und feuerten ihre Mannschaft bei jeder guten Aktion vehement an. Kurz vor dem Schlusspfiff stimmte die noch immer ordentlich gefüllte Ostkurve „Steht auf, wenn ihr Osnabrücker seid“ an – die meisten Zuschauer standen auf, sangen mit und klatschten.

Die blutjunge Mannschaft trieb das an zu einer starken Schlussphase, in der vor allem Nachwuchsstürmer Jannik Tepe für mächtig Unruhe in der Bremer Abwehr sorgte; in der 83. Minute scheiterte er nach tollem Spurt knapp am überragend Oelschlägel.Bis zuletzt versuchte die Osnabrücker Mannschaft alles, in der Nachspielzeit zog der überragende Iyoha einen Sprint ab, doch zum präzisen Abschluss fehlte die Konzentration.

Die Saison endet am Samstag (12. Mai) mit dem Spiel bei der Spvg.Unterhaching, dass Marcos Alvarez wegen der Sperre nach der fünften gelben Karte verpasst. Bei den Münchener Vorstädtern kann der VfL mit einem Sieg noch ein kleines Ziel erreichen: Im Erfolgsfall und bei einer gleichzeitigen Niederlage der Sportfreunde Lotte (0:3 in Münster) gegen den Meister 1. FC Magdeburg würden die Osnabrücker in der Abschlusstabelle noch am westfälischen Nachbarn vorbeiziehen.

Statistik

VfL Osnabrück: L.Tigges – Agu, Groß, Susac, Wachs (30. Ruschmeier) – Krasniqi, Danneberg – Iyoha, Klaas (74. Bickel), Reimerink – Alvarez (73. epe).

Werder Bremen U 23: Oelschlägel – Eggersglüß, Verlaat, Volkmer, Bünning (46. Young)– N. Schmidt, Pfitzner, Jacobsen – Eilers (46. 27 Touré), Katzior (68. Osabutey), 7 Jensen.

Tore: 1:0 Iyoha (9.) 1:1 N. Schmidt (66.)

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Gelbe Karten: 42. Pfitzner, 55. Alvarez (5., ist in Unterhaching am letzten Spieltag gesperrt), 71. Agu (2.)

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Zuschauer: 6867 – Schiedsrichter: Jöllenbeck (Freiburg).

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