Fußball: Saisonrückblick RW Ahlen
Trendwenden sehen anders aus: RW Ahlen erlebt zähe Saison

Ahlen -

Es war eine Spielzeit, die man am besten schnell abhaken sollte. Rot-Weiß Ahlens Auftritte in der Oberliga waren häufig schwere Kost. Auch der Trainerwechsel brachte nicht den erhofften frischen Schwung.

Samstag, 16.06.2018, 05:00 Uhr

Mehr als einmal landeten Justin Perschmann und RW Ahlen auf dem Hosenboden. Aus den letzten zwölf Spielen gab es für die Wersestädter nur noch einen Sieg. So wurde die Rückserie zu einer zähen Angelegenheit.
Mehr als einmal landeten Justin Perschmann und RW Ahlen auf dem Hosenboden. Aus den letzten zwölf Spielen gab es für die Wersestädter nur noch einen Sieg. So wurde die Rückserie zu einer zähen Angelegenheit. Foto: Marc Kreisel

Am Ende wurde es eine elendige Quälerei. Rot-Weiß Ahlen war nach dem Regionalliga-Abstieg angetreten, um zumindest den Wiederaufstieg in Sichtweite zu haben. Früh war klar, dass dieses Ziel nur Utopie bleiben sollte.

Coach Erhan Albayrak sprach es aus und wurde Mitte Dezember entlassen . Auf ihn folgte Michael Schrank , der zu Saisonbeginn noch den TSV Marl-Hüls trainiert hatte, hier aber Mitte September ausschied. Kurze Zeit später verschwand der Club völlig von der Bildfläche der Oberliga. Doch der Trainereffekt verpuffte. Noch schlimmer, der Negativtrend verstärkte sich sogar, Ahlen wurde nur Drittletzter.

Wenig Spannung wegen frühzeitiger Absteiger

Nach 416 Tagen im Amt musste Erhan Alabyrak seinen Stuhl räumen. Zu jenem Zeitpunkt hatten die Wersestädter nur vier Siege in 14 Spielen eingefahren, sich allerdings auch nur fünf Niederlagen eingefangen. Der neue Übungsleiter Michael Schrank startete zwar mit zwei Siegen aus den ersten vier Begegnungen, doch die restlichen zwölf Spiele wurden eine wahre Tortur.

Nach den beiden Rückzügen von Marl-Hüls und Hassel sowie der Ankündigung von Arminia Bielefeld, die zweite Mannschaft abzumelden, war klar, dass es keinen weiteren Absteiger geben wird. Die Teams im Tabellenkeller konnten befreit aufspielen, doch die Ahlener wirkten eher gehemmt, fuhren aus den letzten zwölf Begegnungen nur noch einen 2:1-Sieg gegen Arminia Bielefeld 2 ein. Wenigstens der Saisonabschluss war mit einem 3:3 nach 1:3-Rückstand gegen Sportfreunde Siegen halbwegs versöhnlich.

Trainerwechsel fällt ernüchternd aus

In Zahlen fällt der Trainerwechsel ernüchternd aus. Erhan Albayrak holte in 14 Spielen 17 Punkte (Schnitt: 1,21), Michael Schrank brachte es nur auf zwölf Zähler in 16 Spielen (0,75). Trendwenden sehen anders aus. Die Statistiken belegen zudem, dass es den Ahlenern eklatant an Comeback-Qualitäten mangelte.

Der Stand zur Halbzeit war richtungsweisend und er war negativ, wenn die Rot-Weißen nicht in Führung lagen. Ein Remis oder Rückstand führte nur einmal zu einem Sieg am Ende ( 2:1 gegen Arminia Bielefeld 2 nach 1:1). Zehn von zwölf Halbzeitrückständen führten zu Niederlagen. Mehr solcher Spiele verlor nur Bielefeld 2 (13). Allerdings konnte auch kein anderer Oberligist mehr als einen Halbzeitrückstand in einen Sieg verwandeln. Auf der anderen Seite brachte eine Ahlener Halbzeitführung immer Zählbares ein. Sechs von sieben solcher Partien gewannen sie, nur gegen den TuS Ennepetal gab es nach 1:0 ein 1:1 am Ende.

Dramatik an der Tabellenspitze

Die Ahlener Angreifer trafen auch gegen den Trend. Während ligaweit ein Viertel aller Tore in der Schlussviertelstunde fielen, war dieser Zeitraum zusammen mit der Schlussviertelstunde vor der Halbzeit der torschwächste mit nur jeweils fünf Treffern. Die Abwehr patzte hingegen ab Minute 76 am häufigsten, 14 Gegentore wurden registriert.

Während in Ahlen die Saison am Ende dahinplätscherte, war in Sachen Aufstieg Dramatik angesagt. Zum Saisonausklang musste der spielfreie Sensationsspitzenreiter ASC Dortmund mit ansehen, wie der SV Lippstadt und der 1. FC Kaan-Marienborn vorbeizogen. Ein bitteres Ende für das Team aus Dortmund, dessen Aufstieg allerdings auch eine Überraschung gewesen wäre.

Das Wunder schaffte hingegen der SV Lippstadt, der noch im Oktober am Boden zu liegen schien. Hier hatte sich allerdings der Trainerwechsel bemerkbar gemacht. Stefan Fröhlich musste seinen Platz räumen und unter Daniel Berlinski startete der SVL eine grandiose Aufholjagd, die sogar mit der Meisterschaft belohnt wurde.

Nur Aufstiegsrennen spannend

Selbst Ahlens Nachbar, die Hammer Spielvereinigung, klopfte ans Tor zur Regionalliga, verpasste die Aufstiegsränge jedoch um fünf Zähler. Der schwache Start mit nur einem Sieg aus den ersten fünf Spielen war am Ende eine zu große Hypothek, auch wenn die HSV nur zwei der letzten 19 Saisonpartien verlor.

Unterm Strich war nur das Aufstiegsrennen oberligareif. Die beiden frühzeitigen Rückzüge von Marl-Hüls und Hassel haben die Saison für den Rest der Teams zur Farce werden lassen. Spannungsarmut war programmiert. Zu früh in der Saison ging es für viele Vereine um gar nichts mehr. Immerhin wurden die Heimfans für ihren Stadionbesuch in den überwiegenden Fällen belohnt, denn die Siegquote der Gastteams betrug lediglich 30 Prozent, während die Hausherren die Hälfte aller Partien gewannen.

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