Fußball: U 19-Bundesliga
Der Dauerbrenner – Tobias Heering seit 2012 bei Preußen Münster

Lüdinghausen -

Tobias Heering ist zwar erst 17, bei Preußen Münster aber schon ein Altgedienter. Ausgerechnet das verflixte siebte Jahr im Adler-Dress begann für den Lüdinghauser mit einer Hiobsbotschaft.

Montag, 06.08.2018, 21:40 Uhr

Wenn’s sein muss, nimmt es Tobias Heering (r.) auch mit zwei Gegenspielern auf, wie dieses Bild aus der U 17-Partie der Preußen gegen den 1. FC Köln belegt.
Wenn’s sein muss, nimmt es Tobias Heering (r.) auch mit zwei Gegenspielern auf, wie dieses Bild aus der U 17-Partie der Preußen gegen den 1. FC Köln belegt.

Die Karriere von Tobias Heering wäre um ein Haar vorbei gewesen, noch ehe sie begann. Als der kleine Tobi damals bei den Mini-Kickern am Westfalenring mittun wollte, habe ihn Union Lüdinghausen abgewiesen, erinnert sich Opa Peter Heering schmunzelnd. Zu viele Anmeldungen. Also Fortuna Seppenrade. Nur wurden das Rosendorf und später Nordkirchen sowie Selm bald zu klein für die Ambitionen des jungen Fußballers. Seinen Bestimmungsort fand Heering schließlich vor sechs Jahren: Hammer Straße, Münster. Vorläufiger Höhepunkt: die Berufung in den U 19-Bundesligakader der Preußen .

Erst Fach-Abi – dann Profi?

Heering zählt zu den dienstältesten Jungadlern, die erste Spielzeit in der A-Jugend-Beletage ist seine siebte im Preußen-Dress. Und ginge es allein nach dem Willen des 17-Jährigen, darf die Verbindung gern noch ein Weilchen halten: „Mein Traum ist es, irgendwann mal hier im Stadion bei den Profis aufzulaufen.“ Weil Heering aber weiß, dass viele junge, talentierte Kicker ein ganz ähnliches Ziel verfolgen und bereits eine schwere Verletzung das Aus bedeuten könne, fährt der Schüler „lieber zweigleisig. 2019 mache ich mein Fachabi am Berufskolleg in Lüdinghausen.“

Apropos Verletzung: Ein Grund für seinen kontinuierlichen Werdegang sei, „dass ich in all den Jahren von schwereren Blessuren verschont geblieben bin“. Im Frühsommer erwischte es Heering dann doch: Schlüsselbeinbruch, der Großteil der Saisonvorbereitung war damit gelaufen. Noch immer befindet sich der Steverstädter im Aufbautraining. Ausgerechnet. Weil die A-Jugend-Beletage laut Preußen-Geschäftsführer Bernd Niewöhner eine „Physis-Liga“ ist, hätten es die Neuen aus der U 17 ohnehin schwer, sich gegen die ein Jahr älteren durchzusetzen.

Trainer voll des Lobes

Trotzdem trauen Niewöhner, sein ehemaliger U 17-Trainer Martin Kastner und der künftige Coach Cihan Tasdelen Heering zu, den Sprung zu schaffen. Alle drei loben den Biss, das Spielverständnis und die Zweikampfstärke des Preußen-Dauerbrenners. Schwächen? „Mein linker Fuß“, räumt der Lüdinghauser selbst ein. Aber das sei ja „bei 99 Prozent der Jungs nicht anders“, relativiert Kastner.

Die guten Gene hat der Mittelfeldmann – Vorbild: Toni Kroos – womöglich vom Großvater, der einst beim altehrwürdigen BV Lünen 05 kickte. Peter Heering zählt zu den größten Fans des Enkels, chauffiert ihn gelegentlich zum Training, war regelmäßiger Zaungast bei den U 17-Spielen. Besonders gefreut hat sich Opa Heering über den 2:1-Sieg der Preußen in der Vorsaison auf Schalke. Auch an die Heimpartie gegen den BVB erinnert sich der Großvater gern. Zwar verlor Münster das Match in Coerde mit 2:3, aber: „Peter hat Dortmunds Wunderstürmer Youssoufa Moukoko keinen Meter Raum gelassen.“

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