Fußball: DFB-Pokal Erste Hauptrunde
3:2-Sieg: SV Rödinghausen schafft Sensation gegen Dynamo Dresden

Lotte/Roedinghausen/Dresden -

Der SV Rödinghausen hat die Sensation geschafft: Im Stadion der Sportfreunde Lotte setzte sich der Regionalligist vor über 3800 Zuschauern am Samstag mit 3:2 nach Verlängerung gegen den Zweitligisten Dynamo Dresden durch und zog in die zweite Runde des DFB-Pokals ein.

Samstag, 18.08.2018, 00:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 18.08.2018, 00:00 Uhr
Die drei Rödinghausener Spieler (von vorne) Daniel Flottmann, Simn Engelmann undJoy Slayd Mickels können die Dresdner Abwehr nicht in Bedrängnis bringen.
Die drei Rödinghausener Spieler (von vorne) Daniel Flottmann, Simon Engelmann und Joy Slayd Mickels können die Dresdner Abwehr nicht in Bedrängnis bringen. Letztlich reichte es aber zum 3:2-Sieg für Rödinghausen. Foto: Alfred Stegemann

Das sind die Geschichten, die nur der Fußball schreibt. Als klarer Außenseiter war Regionalligist SV Rödinghausen am Samstag ins DFB-Pokal-Erstrundenspiel gegen Dynamo Dresden gegangen, und brachte den Zweitligisten mehr ins Schwitzen, als ihm lieb war und zwang ihn sogar ins die Verlängerung. Mehr noch: Als sich alles schon auf ein Elfmeterschießen eingestellt hatte, stand der erst in der 109. Minute eingewechselte Maximilian Hippe in der Schlussminute goldrichtig und drosch das Leder zum 3:2-Siegtreffer für den SV Rödinghausen in die Maschen. Die Sensation war perfekt, der hohe Favorit aus Dresden ausgeschieden. Das hatten sich die Ostwestfalen vor gut 3200 Zuschauern im Frimo-Stadion in Lotte, wo die Partie ausgetragen wurde, mehr als verdient.

Zweimal hatten die leidenschaftlich kämpfenden und nie aufsteckenden Ostwestfalen durch Linus Meyer und Simon Engelmann in der ersten Halbzeit einen Rückstand aufgeholt. Haris Duljevic und Aias Aosman hatten zuvor für Dresden getroffen. Anschließend zeigte sich der SVR absolut ebenbürtig, wenn auch immer mehr, vor allem in der Verlängerung, die Kräfte schwanden. Hatte eigentlich mehr für Dynamo gesprochen, machte Rödinghausen durch Hippe quasi mit der einzigen Chance der Verlängerung den Sieg perfekt. „Wahnsinn, einfach nur Wahnsinn“, meinte Simon Engelmann und konnte sein Glück kaum fassen, während seine Mannschaftskollegen freudentrunken über den Rasen hüpften.

Rödinghausens Offensivmann Joy Slayd Mickels im Zweikampf mit Aias Aosmann. Rechts Dresdens Brian Hamalainen.

Rödinghausens Offensivmann Joy Slayd Mickels im Zweikampf mit Aias Aosmann. Rechts Dresdens Brian Hamalainen. Foto: Alfred Stegemann

Einige unverbesserliche und vermummte Dresdner Chaoten stürmten daraufhin den Innenraum, zerstörten alles, was ihnen in die Quere kam, wurden aber schnell vom Sicherheitspersonal zurückgedrängt.

Im Stadion saßen viele Zuschauer, die auch regelmäßig bei Liga-Spielen der Sportfreunde zugegen sind sowie die komplette SFL-Mannschaft mit Trainer Matthias Maucksch. Sie alle verfolgten die Partie mit gemischten Gefühlen. Man erinnert sich: Im Halbfinale des Verbandspokals der vergangenen Saison hatte Lotte nach schwacher Leistung gegen TuS Erndtebrück verloren und war ausgeschieden. Der Regionalligist dagegen zog in die DFB-Pokalhauptrunde ein und den Hamburger SV als Gegner in der ersten Runde. Der hätte sich am Samstag natürlich auch als Kontrahent den Sportfreunden im Frimo-Stadion zeigen können. Stattdessen hieß die Partie SV Rödinghausen gegen Dynamo Dresden. Die Ostwestfalen hatten das Spiel nach Lotte verlegt, weil das eigene Häcker-Wiehenstadion mit einem Fassungsvermögen von 2500 Zuschauern zu klein ist.

Der Ex-Lotter Dennis Engel (Mitte) im Duell mit Haris Duljevic (links) und Patrick Ebert (hinten).

Der Ex-Lotter Dennis Engel (Mitte) im Duell mit Haris Duljevic (links) und Patrick Ebert (hinten). Foto: Alfred Stegemann

Der SV Rödinghausen ist mit sieben Punkten aus drei Spielen stark in die Regionalliga-Saison gestartet, ging entsprechend mit dem nötigen Selbstvertrauen in den Pokal-Hit. Für die Ostwestfalen war es eine Premiere, hatten sie doch erstmals überhaupt die DFB-Pokal-Hauptrunde erreicht. Darüber freuten sich auch mit Daniel Flottmann ein ehemalige Spieler des VfL Osnabrück, mit Simon Engelmann und Dennis Engel zwei Ex-Lotte-Spieler sowie Nico Knystock, dessen Heimverein der SV Büren ist. Zweit-Bundesligist Dynamo Dresden hatte mehr als 2500 Fans mitgebracht, galt als Team, das zwei Klassen höher spielt, als klarer Favorit.

Dieser Rolle wurden die Gelb-Schwarzen gleich gerecht. Sie übernahmen das Kommando und gingen bereits in der elften Minute in Führung. Haris Duljevic düpierte gleich drei SVR-Abwehrspieler und schob dann aus halblinker Position zum 1:0 ein. Davon ließen sich die „Hausherren“ aber nicht beeindrucken. Zwar zeigte Dresden die reifere Spielanlage, Rödinghausen hielt mit aufopferungsvollem Kampf dagegen. Und wurde belohnt. Linus Meyer tankte sich in der 20. Minute durch die Dynamo-Deckungsreihe, umkurvte auch noch Keeper Markus Schubert und traf zum Ausgleich.

Wiederum nur fünf Minuten dauerte es danach, ehe der Ball erneut im Netz lag. Nach einem Angriff über die rechte Seite sprintete Aias Aosmann in die flach nach innen getretene Flanke und überlistete SVR-Schlussmann Niclas Heimann mit einem Heber zur erneuten Dresdner Führung. Wer gedacht hatte, nun würden die zwei Klassen tiefer kickenden Ostwestfalen auseinanderbrechen, sah sich getäuscht. Sie rackerten unermüdlich weiter und stellten den Zweitligisten mehrfach vor Probleme. In der Nachspielzeit wurden sie dann erneut belohnt. Einen weiten Einwurf von Velagic verlängerte Daniel Flottmann per Kopf. Am langen Pfosten lauerte Simon Engelmann und hämmerte das Leder zum 2:2 in die Maschen. Mit Applaus wurde der SV Rödinghausen zur Pause in die Kabine verabschiedet.

Und der Außenseiter machte nach dem Seitenwechsel weiter, wo er zuvor aufgehört hatte. Die ersten 25 Minuten der zweiten Halbzeit gingen eindeutig an die Grün-Weißen, die mittlerweile ihren Respekt vor Dynamo abgelegt hatten und den Favoriten ein ums andere Mal in Verlegenheit brachten. Zwingende Tormöglichkeiten erspielte sich Rödinghausen allerdings nicht mehr. Das galt auch für Dresden, obwohl der Zweitligist vor allem in den letzten zehn Minuten der regulären Spielzeit mehrfach gefährlich vor dem SVR-Kasten auftauchte. So ging es in die Verlängerung.

Da tat sich lange nicht viel, bis Maximilian Hippe nach einer Ecke das richtige Näschen hatte und den 3:2-Siegtreffer markierte. Das war gleichzeitig der Startschuss für eine lange Rödinghausener Feiernacht.

SV Rödinghausen: Heimann - Velagic, Wolff, Flottmann, Engel (109. Hippe)- Knystock, Pfanne, L. Meyer (85. Dajac), F. Kunze - Engelmann (117. L. Kunze), J.-S. Mickels (58. Schlottke).

Dynamo Dresden : Schubert - Dumic, Nikolaou, Hamalainen - Kreuzer, Ebert, Aosman (85. Benatelli), Heise - Horvath (73. Berko), L. Röser (106. Möschl), Duljevic (80. Koné).

Tore: 0:1 Duljevic (11.), 1:1 L. Meyer (20.), 1:2 Aosmann (25.), 2:2 Engelmann (45.), 3:2 Hippe (120.). - Schiedsrichter : Florian Heft (Neunkirchen). - Gelbe Karten : Pfanne, Kunze L. Meyer, Schönwalder - Hamalainen, Röser, Dumic. - Zuschauer: 3862.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5983118?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F192%2F
Archäologen graben auf Gelände der geplanten JVA nach Bodendenkmälern
Das Luftbild zeigt das frisch geackerte Gelände (vier Quadranten im oberen Bereich), auf dem die neuen JVA entstehen soll, noch vor Beginn der Grabungsarbeiten.
Nachrichten-Ticker