Fußball: Oberliga Westfalen
Robuste Stehaufmännchen

Ahlen -

„Das muss uns erst mal jemand nachmachen“, sagt Michael Schrank. RW Ahlens Trainer ist mehr als angetan vom Saisonstart seiner Mannschaft. Die zeigte in Brünninghausen eine überragende Moral.

Freitag, 24.08.2018, 16:22 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 20.08.2018, 05:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 24.08.2018, 16:22 Uhr
Wie eine Kobra lauerte Marko Onucka in der Schlussminute im gegnerischen Strafraum, um dann zuzubeißen: Zack – 3:2 für RW Ahlen. Dass das Siegtor wahrscheinlich aus einer Abseitsposition entstand, interessierte hinterher nur noch den FC Brünninghausen.
Wie eine Kobra lauerte Marko Onucka in der Schlussminute im gegnerischen Strafraum, um dann zuzubeißen: Zack – 3:2 für RW Ahlen. Dass das Siegtor wahrscheinlich aus einer Abseitsposition entstand, interessierte hinterher nur noch den FC Brünninghausen. Foto: Marc Kreisel

Zu den bewundernswertesten Eigenschaften eines Stehaufmännchens gehört es, dass es immer in der Lage ist, sich wieder selbst aufzurichten. Wann immer es einen Rückschlag gibt, bringt es sich selbst wieder in eine aufrechte Position.

Daher gehen die Spieler von Rot-Weiß Ahlen bei ihrem Auftritt gegen den FC Brünninghausen getrost als besonders robuste Form dieser Gattung durch. Beim 3:2-Erfolg gegen den Dortmunder Titelfavoriten waren es Männer statt Männchen, die einen zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand nicht als Anlass nahmen, die Köpfe hängen zu lassen, sondern diesen als Anreiz verstanden, jetzt erst recht anzupacken.

Unbändiger Glaube

„Wir haben noch dran geglaubt“, versicherte Cihan Yilmaz . Den Beweis traten er und das Team in Durchgang zwei eindrucksvoll an. In den ersten 45 Minuten waren die Ahlener ebenfalls schon ordentlich gestartet, hatten gleich eine tolle Möglichkeit durch Sebastian Mützel (3.), dessen Schuss aus kurzer Distanz nach feinem Freistoß-Chip von Yilmaz aber abgeblockt wurde. Doch nach dem Empfinden von Trainer Michael Schrank „waren wir noch gar nicht richtig im Spiel, da haben wir uns zu sehr auf unsere spielerische Stärke verlassen und den Zweikampf zu selten gesucht“.

Fußball-Oberliga 2018/19: FC Brünninghausen - Rot-Weiß Ahlen

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  • Fußball-Oberliga 2018/19: FC Brünninghausen - Rot-Weiß Ahlen Foto: Marc Kreisel

Trotz optischer Überlegenheit der Gäste war es Brünninghausen, das nach einem Eckball von Robin Gallus aufgrund Ahlener Zaghaftigkeit im Strafraum durch Florian Gondrum (31.) mit 1:0 in Führung ging. Ebenfalls weitgehend unbehelligt durfte Robin Gallus (aus abseitsverdächtiger Position) das 2:0 (34.) nachlegen. Damit hatten die Gastgeber ihren Ruf, aus wenigen Chancen viel Ertrag zu erwirtschaften, einmal mehr untermauert.

Knaller aus spitzem Winkel

Auch nach dem Wechsel erwischte der FC zunächst den besseren Start, bewahrte RWA-Keeper Tim Oberwahrenbrock seine Farben weder zum ersten noch zum letzten Mal, aber in diesem Fall per besonders sehenswerter Flugeinlage gegen Florian Gondrum (58.) vor einem weiteren Nackenschlag.

Nun entschlossen sich die Rot-Weißen, auf eine gute B-Note zu verzichten und stattdessen das Resultat zu korrigieren. Einen Freistoß zirkelte Giuliano Nieddu um die Mauer und aufs rechte Eck, wohin FC-Torwart Muhamed Acil hechtete und zunächst nach außen klärte. Dort aber schnappte sich Kim Völkel die Kugel. „Ich habe dann einfach versucht, den Ball draufzuknallen“, beschrieb der Mittelfeldspieler den erfolgreichen Versuch, aus spitzem Winkel den 1:2-Anschlusstreffer (63.) zu fabrizieren.

Rene Lindner: Waffe und Lebensversicherung

Brünninghausen – blitzschnell im Gegenangriff – schwärmte aus, um den alten Abstand wiederherzustellen. Was auch gelungen wäre, hätte nicht einmal mehr Tim Oberwahrenbrock FC-Angreifer Arif Et (64.) im Weg gestanden. In der 72. Minute dann erwies sich Rene Lindner wie schon in der Vorwoche gegen Hamm als „echte Waffe bei Standardsituationen“ – diese Eigeneinschätzung des Innenverteidigers war aber mehr objektive Zustandsbeschreibung als Eigenlob, denn beim nun folgenden 2:2 nach Flanke von Justin Perschmann war Lindner eben genau das: eine echte Waffe.

Darauf antwortete Brünninghausen mit einem weiteren Vortrag seiner Konterstärke. Über rechts brachen die Hausherren durch, auch Oberwahrenbrock war schon geschlagen, doch aus dem Nichts rauschte Rene Lindner (78.) heran und fegte den Ball von der Linie – die „Waffe“ diesmal als Lebensversicherung. Beide Teams kratzten nun noch mal erfolgreich die letzten Körner zusammen.

Die Schlussminute: Ein weiter Ball von Marco Fiore landete bei Marko Onucka und der staubte trocken zum 3:2 ab. Die Abseits-Proteste der Gastgeber fanden keine Anerkennung. RWA nahm erstmals überhaupt etwas Zählbares aus Brünninghausen mit. Vier Punkte aus zwei Spielen gegen zwei Topteams der Liga. „Das soll uns erst mal jemand nachmachen“, erklärte Trainer Michael Schrank stolz. Diese Stehaufmänner haben Nehmerqualitäten bewiesen – und sie können austeilen.

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