Fußball: 3. Liga
SF Lotte: Suspendierungen und Spielerstreik

Lotte -

Die Sportfreunde Lotte sind in aller Munde. Wieder einmal, und wieder im negativen Sinne. Am Donnerstag suspendierte die Vereinsführung vier Spieler. Gründe wurden nicht genannt. Anschließend boykottierte ein Großteil der Mannschaft das Training, so dass nur noch sechs Spieler trainierten.

Freitag, 24.08.2018, 09:48 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 23.08.2018, 00:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 24.08.2018, 09:48 Uhr
Nico Neidhart (Foto), Alexander Langlitz, Maximilian Oesterhelweg und Tim Wendel wurden am Donnerstag suspendiert und gehören vorerst nicht mehr zum Kader. Das löste einen Spielerstreik bei den Sportfreunden aus.
Nico Neidhart (Foto), Alexander Langlitz, Maximilian Oesterhelweg und Tim Wendel wurden am Donnerstag suspendiert und gehören vorerst nicht mehr zum Kader. Das löste einen Spielerstreik bei den Sportfreunden aus. Foto: Uwe Wolter

„Schlimmer geht es nicht“ dürften sich die etwa 250 mitgereisten Zuschauer aus Lotte gedacht haben, nachdem die Sportfreunde im Verbandspokal der ersten Runde beim SV Rödinghausen eine katastrophale Leistung abgeliefert hatten. So stand unter dem Strich eine verdiente 2:3-Niederlage gegen eine B-Elf des Regionalligisten und das frühe Ausscheiden. Die Fans befanden sich allerdings auf dem Holzweg. Es geht schlimmer, viel schlimmer. Mittlerweile verkommt der VfL Sportfreunde Lotte zu einem Chaosverein.

Alexander Langlitz.

Alexander Langlitz. Foto: Uwe Wolter

Der Donnerstag toppte alles bisher Dagewesene und dürfte als der bislang schwärzeste Tag der Vereinsgeschichte in die Annalen eingehen. Suspendierungen, Spielerstreik, gegenseitige Schuldzuweisungen und absolute Ratlosigkeit, wie es weitergehen soll, bestimmten die Szenerie.

Am Vormittag waren die vier Spieler Tim Wendel, Alexander Langlitz, Max Oesterhelweg und Nico Neidhart suspendiert worden waren. Die Entscheidung haben das Trainerteam um Matthias Maucksch, die Vereinsführung um Manfred Wilke , der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Hans-Günter Beyer sowie Chefscout Thilo Versick getroffen. Genaue Gründe für diese Maßnahme waren nicht in Erfahrung zu bringen.

Allerdings hatten die Verantwortlichen die Rechnung ohne die Mannschaft gemacht. Ein Großteil erklärte sich mit den geschassten Kollegen solidarisch und streikte. Offiziell sollen alle an der Aktion beteiligten einen Krankschein vorgelegt haben. So trainierten in der anberaumten 15-Uhr-Einheit, die mit 30 Minuten Verspätung begann, lediglich sechs

Max Oesterhelweg.

Max Oesterhelweg. Foto: Uwe Wolter

Spieler.

Am Sonntag steht das wichtige Punktspiel gegen Halle an. Wie es bis dahin weitergehen soll? Am Donnerstag herrschte bei dieser Frage allgemeines Achselzucken. Zumindest traf sich die gesamte Mannschaft inklusive der vier Suspendierten gestern Abend zu einer internen Sitzung, deren Ergebnis (noch) nicht bekannt ist.

Was aber ist passiert? Was hat die Lotter Chaostage ausgelöst? Antworten gab es gestern keine, Klartext sprach niemand. „Wir müssen uns auch selbst schützen und werden deshalb gar nichts sagen“, erklärte stellvertretend für seine Teamkameraden Nico Neidhart.

Coach Matthias Maucksch wollte ebenfalls nicht näher auf die Gründe eingehen. Nur soviel: „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Der sportliche Erfolg steht über allem, den sahen wir gefährdet. Wir haben vorher alles hinterfragt, haben jeden Stein umdreht. Es gab Tendenzen, denen wir unbedingt entgegensteuern mussten.“ Ob es für die Suspendierten ein Zurück gibt, ließ er offen: „Stand jetzt eher nicht.“

Tim Wendel

Tim Wendel Foto: Uwe Wolter

Etwas Licht ins Dunkel brachte der Sportliche Leiter Manfred Wilke. „Die stören den Mannschaftsfrieden“, ließ er sich entlocken. „Wir haben ganz klar dem Trainer den Rücken gestärkt und dem Wunsch des gesamten Trainerteams entsprochen.“ Dabei weist er von sich, dass es sich um einen Schnellschuss gehandelt habe. „Wir haben zuletzt häufig miteinander gesprochen, haben vieles abgewogen. Irgendwann war klar, dass wir Maßnahmen ergreifen müssen.“ Ob es auch noch gegen andere Spieler Strafen geben könnte, ließ er offen. Klar sagte Wilke jedoch, dass die Tür für das Quartett nicht komplett dicht sein soll: „Sie sind freigestellt für das Spiel am Sonntag. Einen weiteren Zeitrahmen haben wir nicht fixiert.“  

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