Kommentar
SF Lotte: Weiß der Verein noch, was er tut?

Zwei Tages herrschte Chaos rund um das Frimo-Stadion der Sportfreunde Lotte. Spielersuspendierung und Rücknahme der Suspendierung. Dann die Trennung von Trainer Matthias Maucksch. Mitunter ging es drunter drüber. ein Kommentar.

Freitag, 24.08.2018, 21:02 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 24.08.2018, 00:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 24.08.2018, 21:02 Uhr

Heute hü, morgen hott. Die Sportfreunde Lotte springen derzeit von einem Extrem ins andere. Nach vier sieglosen Spielen in der Meisterschaft und dem Aus im Verbandspokal wurden am Donnerstagvormittag – um dem Trainer den Rücken zu stärken – die vermeintlichen Störenfriede Tim Wendel , Max Oesterhelweg, Alexander Langlitz und Nico Neidhart suspendiert. Mit der Konsequenz, dass ein Großteil der verbliebenen Spieler das Nachmittagstraining boykottierte und sich krankschreiben ließ. Als die Mannschaft drohte, den Streik auszuweiten, sah sich die Vereinsführung gezwungen, erneut zu handeln. Diesmal gegen den Trainer. Matthias Maucksch und sein Co Nico Däbritz müssen gehen. Vier Trainer haben die Sportfreunde in der vergangenen Saison verschlissen, nun den nächsten. Man wird wohl intensiv suchen müssen, um einen ähnlich Schleudersitz zu finden wie den Trainerstuhl in Lotte.

Es ist noch gar nicht so lange her, da strahlte die Weste der Sportfreunde Lotte nach den Erfolgen im DFB-Pokal in der Saison 2016/17 blütenweiß. „Ein Dorfclub, der weiß, was er tut“, war bundesweit in den Medien zu lesen. Dieser Glanz ist verblasst und die Frage steht im Raum: Weiß der Verein immer noch, was er tut? Blickt man auf die letzten beiden Tage, kann die Antwort nur lauten: „Nein“.

Antreiber der Trainer-Trennung ist unweigerlich die Mannschaft. Wieder einmal. Schon in der vergangenen Saison hat sie dafür gesorgt, dass Oscar Corrochano und Marc Fascher gehen mussten. Und nun Matthias Maucksch. Ist die Lotter Mannschaft zu mächtig, kann sie machen was sie will? Zwischenmenschlich habe es kräftig gekracht, heißt es. In jedem Fall hat sie ihren Willen bekommen. Wieder einmal. Damit steht das Team in der Pflicht. Jeder einzelne muss zeigen, dass es ohne den ungeliebten Trainer besser läuft. Ein Alibi gibt es nicht mehr.

Angezählt sein dürfte auch Manfred Wilke. Der Sportliche Leiter und starke Mann der Sportfreunde hat bei der Trainerwahl seit Ismail Atalan bei den nachfolgenden Kandidaten kein glückliches Händchen bewiesen. Bei Matthias Maucksch eben auch nicht. Wenn nach den Chaostagen in Lotte nun alles hinterfragt wird, muss über Konsequenzen in allen Bereichen des Vereins nachgedacht werden.

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