Fußball: 3. Liga
Sportfreunde Lotte trennen sich von Trainer Matthias Maucksch

Lotte -

Es ging turbulent zu zuletzt bei den Sportfreunden Lotte. Richtig turbulent. Am Freitag trennte sich der Verein schließlich von Trainer Matthias Maucksch, obwohl der ihm am Donnerstag noch den Rücken gestärkt hatte. Die zuvor beschlossene Spielersuspendierung wurde wieder aufgehoben.

Freitag, 24.08.2018, 21:13 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 24.08.2018, 00:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 24.08.2018, 21:13 Uhr
Nach der Trennung von Chefcoach Matthias Maucksch übernahm Klaus Bienemann (5. von rechts). Er konnte bei der gestrigen Einheit fast den vollzähligen Kader begrüßen, nachdem am Donnerstag nur sechs Akteure trainiert hatten.
Nach der Trennung von Chefcoach Matthias Maucksch übernahm Klaus Bienemann (5. von rechts). Er konnte bei der gestrigen Einheit fast den vollzähligen Kader begrüßen, nachdem am Donnerstag nur sechs Akteure trainiert hatten. Foto: Helmut Kemme

Die Sportfreunde Lotte stehen ohne Trainer da. Mal wieder. Nur 69 Tage nach seinem Amtsantritt und nach nur vier Punktspielen muss Chefcoach Matthias Maucksch gemeinsam mit seinem Co. Nico Däbritz den Hut nehmen. „Wir haben uns auf eine einvernehmliche Trennung geeinigt“, erklärte gestern gegen 14.30 Uhr der Sportliche Leiter Manfred Wilke . Mit dieser Entscheidung wurde auch die am Vortag gegen Tim Wendel, Max Oesterhelweg, Alexander Langlitz und Nico Neidhart ausgesprochene Suspendierung aufgehoben. Alle vier werden am Sonntag gegen den Halleschen FC im Aufgebot stehen. Auf der Bank sitzen werden dann Jugendkoordinator Klaus Bienemann und U19-Coach Andy Steinmann.

Bis zu dieser Mitteilung herrschte gestern rund um das Frimo-Stadion absolute Ratlosigkeit. Ein Großteil der Mannschaft hatte sich am Donnerstag nach der Freistellung mit den Teamkollegen solidarisch erklärt und das Nachmittagstraining boykottiert. Offiziell hatten sich alle krankschreiben lassen. Die Spieler wollten den Streik auf den Freitag und eventuell sogar darüber hinaus ausdehnen. In Gesprächen mit der Clubführung hatten einige von ihnen am Freitagmorgen deutlich gemacht, nicht mehr mit Trainer Maucksch zusammenarbeiten zu können. Dem hatte der Verein aber durch die Suspendierung der vier Akteure gerade erst den Rücken gestärkt.

Da der starke Mann Manfred Wilke bei einer DFB-Tagung in Frankfurt weilte, schien der Verein bis in den Nachmittag handlungsunfähig zu sein. Eine für 13 Uhr anberaumte Pressekonferenz war zuvor bereits abgesagt, das Training auf 14 Uhr verlegt worden. Zu dieser Zeit saß allerdings die gesamte Mannschaft noch in der Umkleide, während Matthias Maucksch und Co-Trainer Nico Däbritz in ihrer Kabine nebenan saßen. Zwischen beiden Räumen pendelte Teammanager Thilo Versick als Verhandlungspartner hin und her. Eine wirkliche Entscheidung konnte oder wollte niemand treffen.

Bis Manfred Wilke eintraf. Der war aufgrund der Entwicklungen in Lotte früher als geplant nach Lotte zurückgekehrt. Nach jeweils kurzen Unterredungen mit der Mannschaft und dem Trainer-Team teilte er den wartenden Journalisten mit: „Wir haben uns einvernehmlich getrennt.“ Eine Entscheidung, mit der die meisten gerechnet hatten, da zu dem Zeitpunkt längst klar war, dass das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft vollkommen zerrüttet war und sich kaum wieder kitten lassen würde.

Manfred Wilke räumte anschließend Fehler ein und gestand, dass man insgesamt anders hätte handeln müssen: „Wir haben an den Trainer geglaubt und wollten ihn stärken. Deshalb haben wir seine Entscheidung, die vier Spieler zu suspendieren, mitgetragen.“ Dass dann der Salto rückwärts erfolgte, wollte er nicht kommentieren frei nach dem Motto, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

„Es sind so viele Dinge vorgefallen. Wir haben jetzt alles auf Null gestellt und fangen von vorne an“, erklärte Manfred Wilke in der Hoffnung, dass die Chaostage in Lotte nun vorbei sind und sich nicht in einer schlechten Leistung am Sonntag gegen Halle widerspiegeln.

Nach der Trennung vom ungeliebten Trainer war die Mannschaft zumindest wieder bereit, zu trainieren. Auch die am Vortag „kranken“ Akteure standen auf dem Platz, als Interimstrainer Klaus Bienemann gegen 15.15 Uhr zur Übungseinheit bat.

Ob nun alles wieder in geordneten Bahnen läuft, werden die nächsten Tage zeigen. Um ein unrühmliches Kapitel in der Trainergeschichte sind die Sportfreunde aber reicher. Schon in der vergangenen Saison hatten gleich vier Trainer das sportliche Sagen. „So etwas will ich nicht wieder erleben“, hatte Wilke zu Saisonbeginn betont. In ruhigen Fahrwassern hat sich das Lotte-Schiff aber anscheinend nie befunden, so dass nun der nächste Trainerwechsel fällig war. Manfred Wilke muss sich also auf die Suche nach einem neuen Übungsleiter machen. Mal wieder.

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