Fußball: 3. Liga
Verunsicherte Sportfreunde ohne Fortune: 0:1 gegen den Halleschen FC

Lotte -

Es war eine Leistungssteigerung ohne Frage. Nach den turbulenten Tagen präsentierten sich die Sportfreunde am Sonntag gegen den Halleschen FC auch als echte Einheut und hauten alles raus. Unter dem Strich steht aber eine 0:1-Niederlage. Damit ziert Lote weiter das Tabellenende.

Sonntag, 26.08.2018, 00:00 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 26.08.2018, 00:00 Uhr
Die Sportfreunde Lotte mit Kapitän Marcus Piossek, Matthias Rahn (Nr. 5) und Alxander Langlitz gaben alles, mussten sich aber Marvin Braydon Manu und dem Halleschen FC geschlagen geben.
Die Sportfreunde Lotte mit Kapitän Marcus Piossek, Matthias Rahn (Nr. 5) und Alxander Langlitz gaben alles, mussten sich aber Marvin Braydon Manu und dem Halleschen FC geschlagen geben. Foto: Jörg Wahlbrink

„Es heißt, diese Mannschaft sei untrainierbar. Das ist völliger Quatsch. Es sind durch die Bank alles gute Jungs, die Mannschaften hat einen guten Charakter.“ Es war ihm einfach ein Bedürfnis, eines klarzustellen und brach entsprechend eine Lanze für sein Team. Gleichwohl war Klaus Bienemann bei seinem Debüt als Interimscoach des Drittligisten SF Lotte ein Sieg nicht vergönnt. Mit 0:1 mussten sich die Sportfreunde zwei Tage nach der Entlassung des ungeliebten Trainers Matthias Maucksch am Sonntag gegen den Halleschehen FC geschlagen geben und zieren weiterhin das Tabellenende.

Die 1706 Zuschauer waren gespannt, wie sich die Lotter Mannschaft nach den turbulenten Tagen präsentieren würde. Sie wurden nicht enttäuscht. Die Hausherren hauten alles raus, versuchten eine Menge, freilich wurde deutlich, dass es auch an der Qualität fehlt. Nicht umsonst empfahl Bienemann dem Verein, dringend noch etwas für die Offensive zu tun.“ Die jüngsten Vorkommnisse rund um das Frimo-Stadion sind nicht spurlos an der Mannschaft vorbeigegangen. Mangelndes Selbstvertrauen ging einher mit einer gewissen Verunsicherung, die zu vielen Ballverlusten insbesondere im zweiten Durchgang führten. Ohne Frage hätte Lotte aufgrund der tadellosen Einstellung einen Punkt verdient gehabt. Die Möglichkeiten, in Führung zu gehen waren da. Auf der anderen Seite gingen wie in den Spielen zuvor nach dem Rückstand die Köpfe herunter. Zudem fehlten den Sportfreunden einfach die Mittel, dem Spiel danach eine Wende zu geben.

Interimstrainer Klaus Bienemann (links), hier neben Halle-coach Thorsten Ziegner, durfte in seinem ersten Spiel als Drittliga-Trainer keinen Sieg mit SF Lotte bejubeln.

Interimstrainer Klaus Bienemann (links), hier neben Halle-coach Thorsten Ziegner, durfte in seinem ersten Spiel als Drittliga-Trainer keinen Sieg mit SF Lotte bejubeln. Foto: Jörg Wahlbrink

„Die Mannschaft hat sich aber enorm gesteigert“, meinte Kapitän Marcus Piossek. „Nachdem, was zuletzt passiert ist, wollten wir als Einheit auftreten. Das ist uns gelungen. Leider haben wir uns nicht belohnt. Wir waren immer dran, dann hat uns das Gegentor das Genick gebrochen.“

Nach den Chaos-Tagen mit Suspendierung, Rücknahme der Suspendierung, Trainerrausschmiss und Trainingsboykott zeigten die Sportfreunde Teamspirit. Mit Nico Neidhart, Alexander Langlitz und Maximilian Oesterhelweg standen drei der vier freigestellten Spieler in der Startelf. Tim Wendel laboriert ohnehin noch an einem Muskelfaserriss. So legten die Hausherren in der erwarteten Formation los.

Und wie. Den obligatorischen Spielerkreis bildeten nicht wie üblich nur die elf Start-Akteure. Um Einigkeit zu demonstrieren, fanden sich auch die Auswechselspieler sowie Trainer- und Betreuer-Team mit ein. Lotte war von Beginn an bemüht, allerdings spielte auch deutlich erkennbare Verunsicherung mit. So ging die Anfangsphase an die Gäste aus Halle.

Nach 20 Minuten schwammen sich die Sportfreunde frei und kämpften sich förmlich in die Partie. Vor allem Aygün Yildirim als einzige Spitze ackerte unermüdlich, hatte gegen den Ex-Lotter Moritz Heyer allerdings einen schweren Stand. Nach 31 Minuten hatten die Hausherren den Torschrei auf den Lippen. Nach einer Flanke von Oesterhelweg schaltete Jaroslaw Lindner schneller als Gegenspieler Niklas Landgraf, traf aber nur den Pfosten. Zwei Minuten später verfehlte Matthias Rahn, der seit der 18. Minute nach einem Zusammenstoß mit Matthias Fetsch mit einem Kopfverband spielte, nach Freistoß von Oesterhelweg nur knapp das Ziel. Und dann war es Yildirim, der in der 45. Minute mit einem Schuss hauchdünn verzog. Eine Führung der Sportfreunde zur Pause wäre verdient gewesen.

Stattdessen zappelte der Ball kurz nach dem Seitenwechsel auf der anderen Seite im Netz. Nach einer Ecke von Baxter Bentley Bahn stieg der gerade eingewechselte Sebastian Mai am höchsten und köpfte zur Gäste-Führung ein. Von diesem Schock erholte sich Lotte nicht mehr. Die Spieler mussten zudem dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Aber sie gaben nicht auf. Zum Ende der Partie setzte Bienemann auf volle Offensive. Das eröffnete dem Gegner Räume. Mathias Fetsch und Pascal Sohm standen mehrfach frei vor Lottes Keeper Steve Kroll, verpassten aber eine Entscheidung. So mussten die Gäste bis zum Abpfiff warten, ehe sie ihren ersten Sieg in Lotte bejubeln durften.

SF Lotte: Kroll - Langlitz, Rahn, Al-Hazaimeh, Neidhart - Putze (72. Karweina), Hofmann - Oesterhelweg (82. Chato), Piossek, Lindner - Yildirim (57. Reimerink).

Hallescher FC : Eisele - Lindenhahn, Heyer, Landgraf (46. Arkenberg) - Jopek (46. Mai), Washausen - Ajani, Bahn, Manu - Sohm, Fetsch (90. Ludwig)

Tore: 0:1 Mai (51.). - Schiedsrichter: Marcel Gasteier (Lahnstein). - Gelbe Karten: Yildirim, Hofmann, Lindner, Putze, Chato - Washausen. - Zuschauer: 1706.

Trainerstimmen:

Thorsten Ziegner (Hallescher FC): Es war ein mühsam erkämpfter Sieg. Wir wussten aufgrund der Ereignisse in Lotte, dass es nicht leicht werden wird. Die ersten 15 Minuten haben wir es sehr ordentlich gemacht, hatten danach durchaus Glück. In der zweiten Halbzeit haben wir Lotte weit vom eigenen Tor fern gehalten. Letztlich haben wir es verpasst, ein Tor nachzulegen und für Ruhe zu sorgen.“

Klaus Bienemann (SF Lotte): „Es hätte auch anders herum ausgehen können. Die Ereignisse der letzten Woche haben nicht in das Spiel reingespielt. Das hat man ab der 15. Minute gesehen. Da waren wir klar am Drücker und hatten einige gute Möglichkeiten. Mir war klar, wer in Führung geht, macht das Spiel. Hätten einen Elfmeter kurz nach der Pause bekommen, wäre alles wohl anders gelaufen. Da fehlte dem Schiedsrichter wohl der Mut. Dann kassieren wir einen Treffer nach einem Standard. Das ist ärgerlich.“

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