Fußball: Oberliga Westfalen
RW Ahlen unterliegt Sprockhövel wegen umstrittenem Handelfmeter

Ahlen -

Nun hat es sie auch in der Liga erwischt: Nur vier Tage nach dem unglücklichen Ausscheiden im Westfalenpokal hat Rot-Weiß Ahlen die erste Saisonpleite in der Oberliga kassiert. Gegen die TSG Sprockhövel entschied der Unparteiische die Partie mit einem Handelfmeter, der eher keiner war. Und dann gab es auch noch zwei Platzverweise.

Sonntag, 26.08.2018, 17:20 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 26.08.2018, 17:20 Uhr
Auch das noch. . . Erst geriet RW Ahlen durch einen Handelfmeter, der keiner war, in Rückstand. Und dann sah René Lindner (links) kurz vor Schluss auch noch Rot. Das war allerdings eine harte, aber nichtsdestotrotz vertretbare Entscheidung gewesen.
Auch das noch. . . Erst geriet RW Ahlen durch einen Handelfmeter, der keiner war, in Rückstand. Und dann sah René Lindner (links) kurz vor Schluss auch noch Rot. Das war allerdings eine harte, aber nichtsdestotrotz vertretbare Entscheidung gewesen. Foto: Marc Kreisel

0:1 hieß es am Ende aus Ahlener Sicht, nachdem Ibrahim Bulut in der 53. Minute einen Handelfmeter verwandelte, den Justin Perschmann verschuldet haben sollte. Das war allerdings eine Fehlentscheidung, die die Rot-Weißen Ahlener in einer – zugegebenermaßen sehr schwachen Partie - den verdienten Punkt kostete.

RWA-Coach Michael Schrank wechselte im Vergleich zum Westfalenpokal-Spiel unter der Woche gegen Lippstadt auf drei Positionen: Keeper Tim Oberwahrenbrock rückte wie angekündigt wieder für Bernd Schipmann in den Kasten. Für den gelb-rot-gesperrten Andre Witt übernahm Rene Lindner den Part in der Innenverteidigung. Und statt Marco Fiore sorgte Philipp Grodowski für die defensive Absicherung im Mittelfeld.

Maue Partie fast ohne Chancen

Ähnlich wie am Mittwoch gegen Lippstadt nahm die Partie zunächst kaum Fahrt auf. Sie blieb sogar insbesondere in der ersten Hälfte absolut chancenarm, um nicht langweilig zu sagen. Die Gastgeber aus Ahlen waren aber in einem eher mauen Spiel noch die deutlich aktivere Mannschaft und hatten folgerichtig auch die erste halbe Chance.

In der 11. Minute versuchte sich das stürmende Duo aus Marko Onucka und Cihan Yilmaz an einem Doppelpass. Etwas glücklich landete der zwischendurch abgefälschte Ball tatsächlich wieder bei Yilmaz. Der suchte mit seiner Flanke den in der Mitte lauernden Sebastian Mützel , der jedoch nicht ganz zum Kopfball kam. Ansonsten wäre er in einer sehr aussichtsreichen Position gewesen.

Fußball-Oberliga 2018/2019: RW Ahlen - TSG Sprockhövel

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Yilmaz vergibt aus fünf Metern

In der war dann neun Minuten später Cihan Yilmaz. Und wie aussichtsreich! Mützel war über links gestartet, leitete den Ball weiter zu Onucka, der sich an der Torauslinie gut behauptete und das Spielgerät weiterleitete zum hinter ihm postierten Yilmaz. Der wiederum stand im Fünfmeterraum frei und hätte sich die Ecke aussuchen können. Weil er es aber offenbar zu genau machen wollte, spitzelte er noch am rechten Pfosten vorbei. Das hätte nicht nur das 1:0 sein können, das musste es sogar sein. Denn es blieb bis zum Schluss die klarste Gelegenheit dieser Oberliga-Partie.

Während die weiterhin so dahinplätscherte, zeigten sich bei den Rot-Weißen öfter mal Abstimmungsschwierigkeiten bei Pass- und Laufwegen. So konnte sich im letzten Drittel auch nicht viel entwickeln.

TSG-Coach sieht seine (schwache) Elf dominant

Und die Gäste? Zeigten eigentlich gar nichts. Jedenfalls nicht vor dem Ahlener Tor. Es sollte tatsächlich bis zur Nachspielzeit der ersten Hälfte dauern, ehe sie ihren ersten Schuss auf den Kasten abgaben. Wie Sprockhövels Coach Andrius Balaika hinterher zu der Einschätzung kam, seine Mannschaft habe „die erste Hälfte dominiert“, insgesamt ein „super Auswärtsspiel“ gemacht und „verdient gewonnen“, blieb sein Geheimnis angesichts einer Leistung, die fast gegen null ging.

Immerhin hatte es die TSG aber einmal per Kopf versucht. In der 36. hatte nämlich der gegen Gütersloh noch drei Mal erfolgreiche Maximilian Claus bei einer Flanke aus dem Halbfeld viel zu viel Platz. Zum Glück für die Ahlener brachte er jedoch keinen Druck hinter seinen Kopfball, den Oberwahrenbrock problemlos entschärfte. Ein Schuss aus der dritten Reihe von Sprockhövels Yannick Femia war dann die letzte Aktion vor der Pause.

Handelfmeter entscheidet die Partie

Eine realistischere Einschätzung des Gebotenen lieferte RWA-Coach Michael Schrank ab: Denn der hatte „kein richtig gutes Spiel gesehen“. „Uns hat heute die geistige Frische gefehlt. Wir haben uns im Pokal offenbar verausgabt“, so Schrank. Natürlich trauerte auch er am Ende noch der Yilmaz-Chance hinterher. „Wir hatten die beste Gelegenheit des Spiels, nutzen sie leider nicht.“

In der Anfangsphase der zweiten Hälfte schienen sich dann die Ereignisse kurz zu überschlagen – zumindest gemessen an dem, was bis dahin passierte. Zunächst war RWA am Drücker, doch Onucka schaffte es nicht ganz, das Spielgerät per Hackentrick zum eigenen Mann zu bringen. Ansonsten hätte es wohl gescheppert.

Nur drei Minuten danach die völlig überraschende, spielentscheidende Szene: Denn Schiedsrichter Florian Exner zeigte auf den Punkt. Sehr zur Verwunderung selbst der Spieler. Der Unparteiische wollte ein strafbares Handspiel von Justin Perschmann gesehen haben. Doch da täuschte er sich, denn das war maximal angeschossen und nicht einmal die Gäste hatten protestiert.

„Nie im Leben ein Elfmeter. Am Ende entscheidet der Schiri die Partie durch so eine sch... Aktion“, schimpfte Rene Linder etwas unfein, hatte damit allerdings recht. Es nützte nur nichts: Ibrahim Bulut verwandelte trocken und stellte damit den Spielverlauf ziemlich auf den Kopf.

Glatt Rot und Gelb-Rot in der Schlussphase

Die Gastgeber bemühten sich, den unverdienten Rückstand zu korrigieren, schafften es aber nicht. Mützel traf per Kopf nur das Außennetz (67.). Onuckas Versuch aus spitzem Winkel wurde abgepfiffen und hätte auch nicht den Weg über die Linie gefunden. Ansonsten passierte zunächst wenig.

Und doch geriet die Schlussphase hitzig und sah noch zwei Platzverweise: Erst flog Rene Lindner für ein Tackling an der Seitenlinie mit glatt Rot vom Platz (85.). Eine harte, aber vertretbare Entscheidung. „Im Spiel habe ich es nicht so hart gesehen. Auf jeden Fall war es keine Absicht, sondern eine unglückliche Aktion“, gestand der Verteidiger.

Dann gab es fast direkt danach Gelb-Rot für Sprockhövels Patrick Dytko wegen eines Ellbogenschlags. Dytko hatte erst sieben Minuten zuvor Gelb gesehen. Auch das eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Nur hatte es dadurch zwei Platzverweise in einem ansonsten ziemlich fairen Spiel gegeben. Das mutete in der Gesamtschau etwas überzogen an.

Darüber werden sich die Ahlener aber am Ende wohl weniger ärgern, als die Gewissheit, drei Punkte völlig unnötig abgegeben zu haben. „Das ist kein Weltuntergang“, meinte Schrank zwar. „Aber wir hätten hier natürlich gerne gewonnen.“ Aus seinem Plan, das Wersestadion zur Festung auszubauen, wurde durch die unglückliche Niederlage erstmal nichts.

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