Fußball: Landesliga
Vom HSV bis zur Großen Wiese – Corvin Behrens ist in Kinderhaus angekommen

Münster -

Da staunte die Konkurrenz nicht schlecht, als Westfalia Kinderhaus im Sommer noch mal auf dem Transfermarkt zuschlug und Corvin Behrens aus der Regionalliga verpflichtete. Der 32-Jährige ist schnell in Münster angekommen und gibt sich sehr bodenständig.

Freitag, 21.09.2018, 20:47 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 21.09.2018, 16:24 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 21.09.2018, 20:47 Uhr
Nach etlichen Stationen und Einsätzen in höheren Klassen akklimatisiert sich Corvin Behrens bei Westfalia Kinderhaus. Der 32-Jährige hat auch Münster als eine lebenswerte Stadt schätzen gelernt.
Nach etlichen Stationen und Einsätzen in höheren Klassen akklimatisiert sich Corvin Behrens bei Westfalia Kinderhaus. Der 32-Jährige hat auch Münster als eine lebenswerte Stadt schätzen gelernt. Foto: Peter Leßmann

Thomas Doll lotste den B-Junioren seinerzeit vom Lüneburger SK zum Hamburger SV. Auch der Fußballlehrer und Talentspäher fand die Veranlagung des technisch versierten Youngsters aus Winsen an der Luhe auffällig. Aktuell sticht Corvin Behrens als Nummer 20 von Westfalia Kinderhaus heraus. Der wendige Kreativtyp des Aufsteigers sorgt für ein Qualitätsplus beim forsch auftretenden Landesligisten. Der 32-Jährige „hat sich an das neue Team und die neue Klasse herangetastet“, sagt Trainer Marcel Pielage. Und schiebt nach: „Er wird mehr und mehr Verantwortung übernehmen. Corvin ist ein super Typ, komplett bodenständig und ein ausgewiesener Teamplayer.“

Vom HSV bis zur Großen Wiese, das ist ein weiter Weg. Unter der war zudem bunt und wechselvoll. Behrens stellt gar nicht in Abrede, etliche Stationen kennengelernt zu haben. „Tja, so ist das Geschäft“, sagt er lächelnd und ohne Bitterkeit im Rückblick. Der Schnelllebigkeit und dem Tempo des Sports hat er sich stets gestellt – ob später bei der HSV-Zweiten oder in Goslar, ob bei den Würzburger Kickers oder Wacker Nordhausen. Da kamen etliche Einsätze in den Ober- und Regionalligen zusammen. Meist war der Rechtsfuß auf der linken Seite unterwegs, suchte und fand ideenreich die Mitspieler oder schloss selbst ab. Beim Regionalligist BSV Rehden im Landkreis Diepholz spielte er 2016/17 auch mit Kevin Schöneberg zusammen, dem Ex-Preußen, der dann ja ein Westfalia-Spieler wurde. „Wir haben uns direkt bestens verstanden“, wertet Behrens. Und dann fügte es sich: Er zog nach Münster zu seiner Freundin, Schöneberg empfahl ihm die Westfalia als neue Sportstation. Und obschon Behrens, tätig als Logistiker in einer Spedition in Bremen, stets per Zug an die Weser pendelt, bereut er gar nichts. „Ich habe in Bremen einen tollen Job – aber ich sehe Münster inzwischen als meinen neuen Lebensmittelpunkt an. Die Stadt ist eine, in der man sich wohlfühlen muss. Und ich empfinde die Westfalia als eine echt geile Truppe.“

Die Landesliga kannte der 1,76 Meter große Offensivgeist, der jetzt meistens zen­tral antreibt und die Lücken sucht, selbstredend nicht. „Diese hohe Qualität, die ich in jedem Training spüre, hätte ich nicht für möglich gehalten.“ Und der Kinderhauser Charakter liege ihm. „Wir haben jetzt Herbern 6:0 geschlagen, okay. Aber niemand hält sich damit auf, es geht direkt wieder voll fokussiert an die nächste Aufgabe heran. Diese Mentalität schätze ich sehr.“ Zufrieden lehne sich niemand zurück, auch mit 13 Punkten auf dem Konto nicht. „Ich halte es mit unserem Coach, der ist und bleibt realistisch. Wir sind der Aufsteiger und wir wollen uns erst einmal in der Liga etablieren.“

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