Fußball: 3. Liga
Nils Körber ist in Lotte nicht zu überwinden

Lotte -

„Wir sind zwar Spitzenreiter, aber wir haben auch in Demut zu erkennen, dass wir nicht 14 Plätze besser sind als Lotte.“ Ein Satz, eine perfekte Analyse des intensiven, aber torlosen Spiels der Sportfreunde Lotte gegen den VfL Osnabrück.

Sonntag, 21.10.2018, 20:40 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 21.10.2018, 20:31 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 21.10.2018, 20:40 Uhr
Das am Ende auf beiden Seiten die Null stand, daran hatte in erster Linie VfL-Torhüter Nils Körber (links) einen großen Anteil. Seit Wochen ist er in Topform und wehrt auch diesen Kopfball von Matthias Rahn mit einem Reflex in der Nachspielzeit ab.
Das am Ende auf beiden Seiten die Null stand, daran hatte in erster Linie VfL-Torhüter Nils Körber (links) einen großen Anteil. Seit Wochen ist er in Topform und wehrt auch diesen Kopfball von Matthias Rahn mit einem Reflex in der Nachspielzeit ab. Foto: Mrugalla

Was VfL-Coach Daniel Thioune nach dem stimmungsvollen Nachbarschaftsduell vor knapp 7000 Besuchern den Journalisten in die Blöcke diktierte, spiegelte wider, was nicht nur das Gros der Zuschauer, sondern auch viele Spieler beider Teams dachten. Die Stimmen:

„Wir hatten uns viel vorgenommen, wollten das Spiel unbedingt gewinnen. Und wenn man die erste Halbzeit nimmt, wäre das auch möglich gewesen. Wir haben sofort Gas gegeben und hätten ein frühes Tor verdient gehabt. Da haben wir Osnabrück wirklich überrascht“, trauerte Lottes Kapitän Adam Straith den vergebenen Chancen ein Stück weit hinterher, fügte aber auch hinzu: „Andererseits, wenn du gegen den Tabellenführer einen Punkt holst, ist das nicht verkehrt. Super wichtig ist, dass die Null hinten steht. “

Die Null, sie stand hüben wie drüben. Und daran hatte auf VfL-Seite Keeper Nils Körber entscheidenden Anteil. Der Schlussmann, der jüngst im Kader der deutschen U21 gestanden hatte, musste in der Liga seit nunmehr 574 Minuten nicht mehr hinter sich greifen. Gegen den ehemaligen VfLer Jules Reimerik musste er am Samstag gleich in der Anfangsphase zweimal klären, Jaroslaw Lindner zwang ihn zu einer Glanzparade (75.) und auch Gerrit Wegkamp prüfte den Keeper seines früheren Arbeitgebers mehrfach.

Dass der 25-Jährige, der beim VfL groß geworden ist, nach wie vor Sympathien für seinen Ex-Club hegt, daraus machte er keinen Hehl. „Ich empfinde dem VfL gegenüber eine große Dankbarkeit. Er hat mir damals den Schritt in den Profisport ermöglicht und eine Plattform gegeben. Trotzdem hätte ich heute gerne getroffen. Und es ist schade, dass wir uns nicht belohnt haben. Das Unentschieden geht grundsätzlich in Ordnung, aber ich hätte uns doch einen Tick vorn gesehen.“ Um dann mit einem Schmunzeln hinzuzufügen: „Aber Rolf Meyer hatte schon immer ein Auge für gute Torhüter.“ Erhobenen Hauptes, so der Stürmer der Sportfreunde, könne man aus dem Spiel gehen. „Wir nehmen aus diesem Spiel vieles mit. Wir haben gezeigt, dass es, wenn wir 90 Minuten Vollgas geben, schwer ist, uns zu schlagen.“

Das hatte der VfL, der auswärts weiterhin ungeschlagen ist, am Samstag erfahren müssen. Anas Ouahim, der Spielgestalter mit frisch gefärbtem Blondschopf, gab zu Protokoll, „mit dem einen Punkt zufrieden sein zu müssen“. „Wir hatten zwar mehr Ballbesitz, Lotte aber die klareren Chancen. Vor allem aus dem Umschaltspiel heraus.“ Insofern erfreute er sich lieber am Blick auf die Tabelle: „Natürlich schaut man danach. Unser Ziel ist es, da oben zu bleiben. Deshalb müssen wir am Freitag in Braunschweig alles daransetzen, um drei Punkte zu holen.“

Dabei hätte dem kreativen Dribbler der Lila-Weißen im Vorfeld schon klar sein können, wie das Spiel ausgehen würde. Unter der Woche hatte er das Duell mit Teamkollege Maurice Trapp und gegen Jeron Al-Hazaimeh und Dennis Rosin von den Sportfreunden an der Playstation schon einmal vorgespielt, sich in einer engen Partie ordentlich ins Zeug gelegt und die Knöpfe der Konsole ordentlich zum Glühen gebracht. Das Ergebnis: ein umkämpftes 0:0 – „allerdings mit mehr Chancen in der Realität“, wie er mit einem Augenzwinkern hinzufügte.

Trainerstimmen

(VfL Osnabrück): „Die ersten zehn Minuten der Partie mussten wir uns sortieren, da mussten wir uns finden. Da war es etwas glücklich, dass der Gegner nicht zu Beginn des Spiels in Führung gegangen ist. Dann haben wir etwas Druck von unserem Tor weggenommen und haben selbst ein paar ordentlich Ballbesitzmomente gehabt. Wir sind dann in die Pause gegangen und haben versucht ein paar Dinge anzusprechen. In der zweiten Halbzeit hatten wir sehr, sehr viel Ballbesitz, haben daraus aber sehr wenig gemacht. Was ich meiner Mannschaft vorwerfen muss, dass sie Umschaltmomente nicht gut zu Ende gespielt hat. Die Möglichkeiten, die gegen uns da waren, haben wir, dank auch eines starken Torwart, gut zunichte gemacht. Das Ergebnis geht so Ordnung.“ (SF Lotte): „Wir haben sehr gut ins Spiel gefunden, wir viele Balleroberungen. Es ist schade, dass wir das, was wir uns vorgenommen hatten, in letzter Konsequenz nicht ausnutzen konnten. Das Spiel hatte unheimlich viele Wellenbewegungen, mal war Osnabrück dominanter, mal wir. ich glaube, dass wir über 90 Minuten ein gutes Spiel gezeigt haben. Wir haben defensiv eine ordentliche Stabilität gehabt. Bei unserer Mannschaft hat man heute ein Stück weit einen Entwicklungsprozess gemerkt.“

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