Fußball: Kreispokal
(K)Ein reines Vergnügen: RW Ahlen ringt zähen Neubeckumer SV nieder

Ahlen -

Man muss den Sport schon sehr lieben, wenn man daran Gefallen findet: Bei richtigem Mistwetter tat sich Oberligist Rot-Weiß Ahlen gegen aufmüpfige Neubeckumer lange schwer, das Halbfinal-Ticket im Kreispokal zu lösen. Christian Britscho hatte offenbar trotzdem seinen Spaß und nun wieder ein paar neue Erkenntnisse.

Mittwoch, 31.10.2018, 14:22 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 31.10.2018, 14:12 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 31.10.2018, 14:22 Uhr
Die liebe Not hatten die RWA-Fußballer mit dem nassen Platz, dem starken Wind und nicht zuletzt mit einem zähen Gegner. Erst spät kam gegen Neubeckum ein einigermaßen standesgemäßer Sieg zustande.
Die liebe Not hatten die RWA-Fußballer mit dem nassen Platz, dem starken Wind und nicht zuletzt mit einem zähen Gegner. Erst spät kam gegen Neubeckum ein einigermaßen standesgemäßer Sieg zustande. Foto: Marc Kreisel

Starkregen von oben, Sturmböen von der Seite und ein zäher, unterklassiger Kontrahent von vorne. Das waren die drei Gegner, mit denen es Rot-Weiß Ahlen am Dienstagabend im Viertelfinale des Kreispokals zu tun bekommen hat. Das Ergebnis: Gerade so standesgemäß für den Oberligisten, aber eigentlich immer noch zu hoch. Denn bei dem 4:1-Erfolg gegen den SV Neubeckum, den Zweiten der Kreisliga, fielen zwei der Ahlener Tore erst in der 90. Minute und danach.

Anders ausgedrückt: Die Gäste hatten sich ihren Halbfinal-Einzug bei richtigem Mistwetter hart erarbeiten müssen. „Das war ein reines Kampf- und Abnutzungsspiel“, fand RWA-Coach Christian Britscho . Dass die Partie nichts für Fußballästheten war und seine Mannschaft keinen deutlicheren Sieg feierte, tangierte ihn trotzdem eher nicht.

Im Gegenteil: „Fußball ist doch immer ein Vergnügen, auch wenn‘s stürmt mit 120 km/h und regnet wie aus Eimern“, sagte er. Das war halb ernst, halb im Scherz gesagt. Ganz ernst meinte Britscho aber sein Lob für den unterklassigen Gastgeber, der es seiner Mannschaft so schwer gemacht hatte. „Das Wetter war ja eh für beide gleich. Und die haben aus einer dicht gestaffelten Abwehr heraus eben versucht, ihre Konter zu setzen. Das haben sie sehr gut gemacht. Da kann man nur ‚Kompliment‘ sagen“, fand er.

Retter in der Not: Ein Fan holt eine bei zu starkem Wind abgestürzte Taube vom Feld.

Retter in der Not: Ein Fan holt eine bei zu starkem Wind abgestürzte Taube vom Feld. Foto: Marc Kreisel

RWA mit etlichen A-Jugendlichen

Britscho hatte für das Duell natürlich nicht seine komplette erste Elf aufs Feld geschickt. Stattdessen gab er der Jugend eine Chance mit Lukas Scholdei, Niklas Frede, Lukas Berger, Enes Güney und Görkem Özgür sowie später Okan Saritas.

Doch auch die Etablierten hatten Schwierigkeiten, ihr gewohntes Spiel aufzuziehen. „Auf dem nassen Kunstrasen haben wir zu feste Pässe gespielt. Deshalb ist der Ball öfter mal im Aus gelandet“, so der RWA-Coach. Auch deshalb dauerte es lange, bis der haushohe Favorit endlich in Führung ging. Erst in der 32. Minute schien Martin Fuhsy mit seinem Treffer zum 1:0 den Knoten durchschlagen zu haben.

Doch denkste: Nur elf Zeigerumdrehungen später glich Neubeckum durch Ramazan Canakzi aus und die Ahlener taten sich weiterhin schwer, das zweite Tor zu machen. Erst Kim Völkel brachte RWA in der 79. Minute auf die Siegerstraße. Die Entscheidung fiel gar erst ganz am Ende. Philipp Grodowski traf in der 90., Martin Fuhsy in der 93. Minute. Und so wurde aus dem Kampf- und Abnutzungsspiel dann noch ein etwas zu hoch ausgefallener 4:1-Erfolg für den Favoriten.

Demnächst mehrere Freundschaftsspiele

Abgehakt. Was zählte, war ja ohnehin nur das Weiterkommen. Und für Neu-Trainer Christian Britscho eine zusätzliche Gelegenheit, seine Mannschaft und weitere Talente des Vereins zu studieren. „Ich will mir auch ein Bild machen über die U19-Spieler, damit ich weiß, wer einspringen kann, wenn es personell mal schlechter aussieht. Demnächst werden wir deshalb auch noch ein paar Freundschaftsspiele bestreiten“, so der 48-Jährige.

Das Fazit eines nassen Fußballabends lautet also: RWA ist eine Runde und Trainer Christian Britscho bei seinen Erkenntnissen weiter. Geht schlechter. Auch wenn so ein zäher Pokalabend wohl kein reines Vergnügen ist, egal wie sehr der Trainer Fußball mag.

RWA: Oberwahrenbrock – Özgür (64. Grodowski), Witt, Güney, Berger (68. Saritas), Frede (71. Perschmann), Fuhsy, Scholdei, Stroemer, Schmitz, Völkel.

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