Fußball: Oberliga Westfalen
„Keinen Fantastereien hingeben“: RW Ahlen zu Gast bei Eintracht Rheine

Ahlen -

Die Tabelle ist in den Augen von Christian Britscho weiterhin kein schöner Anblick. RW Ahlens Trainer verrät vor dem Auswärtsspiel in Rheine, wie sich das ändern soll und warum ihm Querköpfe lieber sind als Ja-Sager.

Freitag, 02.11.2018, 19:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 02.11.2018, 19:00 Uhr
Der Einflüsterer: RWA-Trainer Christian Britscho sagt Sebastian Mützel und Co., was Phase ist. Nicht dazu gehört aktuell aus Sicht des Trainers, von anderen Tabellenregionen zu träumen.
Der Einflüsterer: RWA-Trainer Christian Britscho sagt Sebastian Mützel und Co., was Phase ist. Nicht dazu gehört aktuell aus Sicht des Trainers, von anderen Tabellenregionen zu träumen. Foto: Marc Kreisel

Unter Christian Britscho hat Rot-Weiß Ahlen seine Punkteausbeute von sieben auf 14 verdoppelt. Der neue Trainer hat in drei Partien das an Zählbarem angehäuft, wofür unter Vorgänger Michael Schrank neun Begegnungen nötig waren.

Mit einem Sieg am Sonntag (14.30 Uhr) beim FC Eintracht Rheine könnte RWA in der Tabelle weiter aufrücken. „Wir haben in der Region da unten auch nichts zu suchen“, hielt zuletzt Sebastian Mützel nach dem 5:3-Erfolg gegen den Tabellenletzten Westfalia Herne fest. Dessen Coach Christian Knappmann adelte die Ahlener gar als „Spitzenmannschaft“.

Tabelle kein schöner Anblick

Diese beiden Einschätzungen taugen in den Augen von Christian Britscho aber kaum als Gradmesser. Er hat sich von den bisherigen Auftritten und der Miniserie von drei ungeschlagenen Spielen nicht die Sinne vernebeln lassen. Mehr noch: Er sieht darin sogar eine Gefahr. „Wir sind immer noch nur drei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt. Wir sind nicht in der Phase, uns jetzt auf neue Ziele zu fokussieren. Wir sollten uns keinen Fantastereien hingeben“, unterstreicht der RWA-Trainer. Die Tabelle sei nach wie vor „kein schöner Anblick“. Gleichwohl sieht Christian Britscho das Potenzial der Seinen, das er besser zur Geltung bringt, als Michael Schrank dies zuletzt vermochte.

Die Duell-Bilanz zwischen Rheine und Ahlen.

Die Duell-Bilanz zwischen Rheine und Ahlen.

„Von der Einzelqualität gehören wir nicht dahin, wo wir momentan stehen. Aber wir haben noch keinen gemeinsamen Plan. Noch nicht alle Spieler wissen, was sie zu tun haben“, beschreibt Britscho den Stand der Dinge aus seiner Sicht. Der vor knapp drei Wochen frisch in Gang gesetzte Prozess ist gerade erst angelaufen. Britscho konstatiert aber schon jetzt: „Mit dieser Mannschaft darfst du nicht im unteren Drittel durchs Ziel gehen.“

Charakter statt Ja-Sager

Perspektivisch möchte also auch er den Blick nach oben richten. Das soll aber einhergehen mit seinen Vorstellungen vom Fußball, die er dem Personal in den kommenden Wochen näherbringen möchte.

Von seiner Belegschaft hält er derweil eine ganze Menge und zwar nicht nur in sportlicher Hinsicht. Dass Bernd Schipmann beispielsweise unmittelbar nach dem Abpfiff gegen Herne auf ihn zugekommen sei und selbstkritische Töne angeschlagen habe, rechnet er dem Torhüter hoch an. „Das spricht für seinen Charakter“, sagt Britscho. Und genau dieser Charakter stecke auch im restlichen Team. „Ich arbeite mit Spielern zusammen, die auch mal eine andere Meinung vertreten. Aber das ist mir lieber, als mit Ja-Sagern zusammenzuarbeiten, denn mit denen kommst du nicht weiter“, so Britscho.

Spürbarer Mentalitätswandel

Die Fähigkeit zur Selbstreflexion zeichnet auch Marco Fiore aus. „Wir wollten es nicht wahrhaben, dass wir da unten stehen“, sagt der Mittelfeldspieler. Zudem habe er vor ein paar Wochen noch das Gefühl gehabt, jeder habe sein eigenes Ding gemacht und sich weniger in den Dienst der Mannschaft gestellt als jetzt. Dieser Mentalitätswandel mache sich nun bemerkbar. Auch in der Art und Weise des Ahlener Spiels. „Nur durch schönen Fußball kannst du in der Oberliga nicht gewinnen“, hat Marco Fiore festgestellt.

Das Rustikale gehört (wieder) zum Handwerkszeug der Rot-Weißen. Christian Britscho arbeitet daran, dass das Ansehnliche künftig auch dauerhaft dazu zählt.

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