Fußball: 3. Liga
Am Montag blutet Savrans Herz

Osnabrück -

Der ehemalige Stürmer Halil Savran dürfte bei Hansa Rostock und beim VfL Osnabrück in bester Erinnerung sein. Der Ex-Profi sollte somit der perfekte Experte für das Montagsspiel der 3. Fußball-Liga zwischen dem FC Hansa und dem VfL sein.

Freitag, 30.11.2018, 20:07 Uhr aktualisiert: 30.11.2018, 20:10 Uhr
Halil Savran (links), hier im Trikot des VfL, spielte auch zwei Jahre für Hansa Rostock. Für das Spiel am Montagabend wagt er keine Prognose
Halil Savran (links), hier im Trikot des VfL, spielte auch zwei Jahre für Hansa Rostock. Für das Spiel am Montagabend wagt er keine Prognose Foto: Mareike Stratmann

Zwei Jahre spielte Savran in Rostock (2013 bis 2015) und anschließend drei Jahre beim VfL Osnabrück . Seine Fußballschuhe hat der Mittelstürmer aufgrund von Verletzungsproblemen mittlerweile an den Nagel gehängt, doch die Szene verfolgt er immer noch sehr aufmerksam und ist ihr auch nach der aktiven Karriere gewissermaßen treu geblieben. „Ich absolviere gerade eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann bei der Firma Alpha Sports. Dabei kümmere ich mich um Profisportler und helfe ihnen, sich richtig abzusichern. So bleibe ich dem Fußball doch irgendwie erhalten“, sagt der 33-Jährige, der mit seiner Frau Judith und den beiden Kindern (acht und vier Jahre alt) in Berlin lebt und im Mai 2020 mit seiner Ausbildung fertig sein wird.

Savran kann auf eine tolle Profi-Karriere zurückblicken und ist sich bei seinen Stationen Dynamo Dresden, Union Berlin, Erzgebirge Aue, Hansa Rostock und zum Ende beim VfL Osnabrück stets treu geblieben. Er war ein Kicker, der auf dem Feld zwar aneckte und den jeder Fan am liebsten in seiner Mannschaft gehabt hätte, doch neben dem Feld gab er sich bodenständig und Fan nah. „Mit meinen fußballerischen Möglichkeiten habe ich eine super Karriere hingelegt. Darauf bin ich auch stolz. Ich habe immer bei Traditionsvereinen gespielt vor relativ vielen Zuschauern. So habe ich von den Fans auch immer eine Menge mitbekommen“, sagt Savran, den zwei Knorpelschäden letztlich „in die Knie“ zwangen: „Den letzten hatte ich mir im Oktober 2017 im Abschlusstraining des VfL vor dem Spiel bei Hansa Rostock zugezogen. Am Ende war klar, dass meine Knie der Belastung des Profifußballs nicht mehr gerecht werden würden. Momentan ist alles soweit okay.“

Für Montagabend möchte Savran keine Prognose abgeben, wünscht sich allerdings, „dass am Saisonende beide Vereine oben stehen“. Der Kontakt sei zu beiden Clubs nie abgerissen, wenngleich er zum VfL aufgrund der jüngeren Vergangenheit noch intensiver sei. „Ich habe mit einigen Spielern ja noch zusammengespielt und auch unter Daniel Thioune. Er ist ein sehr akribischer Trainer, der auf jedes Detail achtet. In seiner Anfangszeit hatte er es nicht einfach, weil er in einer schwierigen Phase gekommen ist. Mittlerweile haben die Jungs aber verstanden, wie er Fußball spielen lassen möchte. Wenn man nach 16 Spielen auf Platz eins der Tabelle steht, ist das auch kein Zufall mehr. Der VfL macht einen sehr stabilen Eindruck und vermittelt neben Selbstbewusstsein auch das nötige Selbstverständnis.“

Dem FC Hansa fehle momentan noch ein bisschen die nötige Konstanz, meint der ehemalige Angreifer. Dennoch sei der Club unter Trainer Pavel Dotchev auf dem richtigen Weg. „Seit er in Rostock ist, hat sich der Verein immer weiter nach oben orientiert und sich stetig entwickelt. Hansa hat eine starke Mannschaft, die auch oben mitspielen kann. Die Qualität ist in jedem Fall vorhanden“, so Savran, der es gut findet, dass der Verein seine Ambitionen klar äußert: „Es ist mutig, wenn ein Club Flagge zeigt. Und letztlich geht es nicht darum, vom ersten bis zum 38. Spieltag oben zu sein, sondern am Ende. Wenn Hansa in der Rückrunde eine Serie startet, dann rutscht man ganz schnell vorne rein.“

Ob er am Montag ins Ostseestadion kommt, weiß Savran noch nicht. „Das entscheide ich kurzfristig. Im Fernsehen oder Internet werde ich das Spiel jedoch in jedem Fall verfolgen“, kündigt der frühere VfL-Kapitän an.

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