Fußball: 3. Liga
Rodrigues Pires ist der stille Mittelfeld-Chef der Preußen

Münster -

Preußen Münster plagen Personalsorgen vor dem Topspiel am Samstag um 14 Uhr beim Karlsruher SC. Das Puzzle muss Trainer Marco Antwerpen bei neun offenen Personalfragen noch komplettieren. Wahrscheinlich aber kann er zumindest auf Mittelfeldakteur Kevin Rodrigues Pires zurückgreifen.

Donnerstag, 06.12.2018, 16:40 Uhr aktualisiert: 07.12.2018, 15:54 Uhr
Gute Technik, hart im Zweikampf: Kevin Rodrigues Pires (l.) hat seine neue Rolle im zentralen defensiven Mittelfeld schnell angenommen.
Gute Technik, hart im Zweikampf: Kevin Rodrigues Pires (l.) hat seine neue Rolle im zentralen defensiven Mittelfeld schnell angenommen. Foto: Jürgen Peperhowe

Als Preußen-Coach Marco Antwerpen am Donnerstag durchzählte, gehörte zumindest Kevin Rodrigues Pires wieder zum Kreis der Trainingsgäste. Der 27-Jährige hatte seinen Infekt weitestgehend auskuriert und die Rückkehr ins Training vollzogen, das gibt Hoffnung auf seine Einsatzfähigkeit am Samstag im Spitzenspiel beim Karlsruher SC (14 Uhr). Denn der Neue, der von den SF Lotte kam, hat sich zum Führungsspieler entwickelt auf einer Position, die im Fußball allgemein als die wichtigste angesehen wird: der Sechser, der zentrale defensive Mittelfeldspieler. Und vor dem Auftritt beim KSC bläut er seinen Kollegen ein: „Wir müssen sofort hellwach sein, Stabilität in unser Spiel bringen und höllisch aufpassen.“

Rodrigues Pires ist eher ein stiller Leitwolf, man sieht ihn nur selten schreien oder gestikulieren, ihm geht auch das Rabaukenhafte von Mittelfeld-Anführern ab. An der Stelle eines Fußballspiels, wo Präsenz und zur Schau gestelltes Selbstbewusstsein nicht selten zum Programm gehören, mag es der gebürtige Kölner eher unaufgeregt.

Wobei man nicht sagen kann, dass ihm Zweikampfhärte fehlt. Rodrigues Pires langt schon ordentlich hin. Nicht von ungefähr war er es, der als erster Preußen-Spieler fünf Verwarnungen in dieser Saison sah und am 13. Spieltag in Meppen nur zusah: „Ich brauche viele Ballkontakte für mein Spiel. Die gesunde Zweikampfhärte benötige ich zudem bei meiner Größe.“ Und grinst über 1,70 Meter Länge. Kein Gardemaß auf der Sechs.

Dabei fällt Rodrigues Pires eher spielerisch auf, weniger als klassischer Abräumer vor der Abwehr. Sein linker Fuß machte ihn in den vergangenen Spielzeiten bei RW Essen, dem FC Schalke 04 II und in Lotte eher zu einer „offensiven Waffe“. Zuletzt trat er bei den Preußen aber auch häufiger als Standardspezialist neben Martin Kobylanski in Erscheinung.

Unter Antwerpen fand der 27-Jährige eine neue Aufgabe. Seit der Partie Ende September gegen Wehen Wiesbaden (3:0) kommt er mehr aus der Tiefe, es war ein Überraschungscoup vom Coach. Er löste den Auftrag wie selbstverständlich. Hierentfaltete er seine spielerische Qualität und konnte seine vorhandene Zweikampfstärke ausbreiten. Damit verdrängte er nicht nur Platzhirsch Sandrino Braun, sondern bildet gemeinsam mit René Klingenburg und Kobylanski die bärenstarke Mittelfeld-Triangel. Bing.

Als Rodrigues Pires in Großaspach in der ersten Hälfte auf der Ersatzbank saß, wurde sein neuer Wert sichtbar. Der SCP brach für 45 Minuten förmlich auseinander. In Karlsruhe soll das den Preußen nicht passieren. Rodrigues Pires: „Das wird ein Härtetest für uns.“►  Personal: Am Donnerstag musste Antwerpen eine Liste ablesen, er wusste nicht, mit welchen Spielern er in Karlsruhe rechnen kann: Danilo Wiebe, Rufat Dadashov, Cyrill Akono (längerfristig verletzt), Niklas Heidemann (Probleme mit der Wade), Kobylanski (Oberschenkel-Blessur), Klingenburg, Max Schulze Niehues, Tobias Rühle und Rodrigues Pires (alle mit Infekten in dieser Woche) – das sind drei Ausfälle und sechs Wackelkandidaten. Besserung muss her in den letzten 48 Stunden vor Anpfiff.

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