Fußball: 3. Liga
SF Lotte ohne Glück zum Jahresausklang: 0:2 beim SV Meppen

Lotte -

Es sollte nicht sein. Im letzten Spiel des Jahres bezogen die Sportfreunde Lotte eine 0:2-Niederlage beim SV Meppen und warten damit seit vier Spielen auf einen Sieg. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze ist dadurch ebenfalls geschmolzen.

Samstag, 22.12.2018, 00:00 Uhr
Jeron Al-Hazaimeh (links) stand überraschend in der Startelf, zieht hier im Duell mit Meppens Steffen Puttkammer aber den kürzeren.
Jeron Al-Hazaimeh (links) stand überraschend in der Startelf, zieht hier im Duell mit Meppens Steffen Puttkammer aber den kürzeren. Foto: Mrugalla

Das ist bitter für die Sportfreunde Lotte . Während fast alle Konkurrenten im Tabellenkeller der 3. Liga punkteten, mussten sie sich im letzten Spiel des Jahres geschlagen. 0:2 (0:2) hieß es am Samstag beim SV Meppen , der damit bis auf einen Zähler an die Sportfreunde herangerückt ist. Lottes Vorsprung auf einen Abstiegsplatz ist damit auf nur noch zwei Punkte geschmolzen.

Der Meppener Erfolg fällt unter die Kategorie „dreckiger Sieg“. Zumindest was die erste Hälfte angeht. Da spielte eigentlich nur Lotte, nutzte die Chancen aber nicht. SV Meppen trumpfte erheblich effektiver auf. Die Emsländer hatten nur zwei Chancen, nutzten die aber durch Nick Prochwitz und Julian von Haacke zur 2:0-Pauenführung. Nach dem Seitenwechsel mühten sich die Sportfreunde zwar, fanden aber keinen Zugriff mehr auf das Spiel. Meppen verwaltete den Vorsprung geschickt, ließ auch nicht mehr wirklich etwas zu. Daran änderte auch die Einwechslung von Tim Wendel nichts, der nach langer Verletzungspause sein Comeback feierte.

Wir haben es in der ersten Halbzeit versäumt, für klare Verhältnisse zu sorgen, zeigte sich Sinan Karweina enttäuscht. „Meppen hat es vorgemacht wie es geht. Hätten wir unsere Möglichkeiten ähnlich effektiv genutzt, geht das hier ganz anders aus.“ Aufgrund der zweiten Halbzeit ist der Erfolg der Hausherren durchaus verdient.

Sinan Karweina (rechts) im Angriff).

Sinan Karweina (rechts) im Angriff). Foto: Frank Diederich

Lottes Trainer Nils Drube verzichtete überraschend auf Nico Neidhart in der Startelf. Für den Sohn des Meppener Trainers Christian Neidhart spielte Jeron Al-Hazaimeh. Drube versprach sich davon größeren Druck über die linke Seite und mehr Flanken in den Strafraum. Auch Jaroslaw Lindner saß zunächst nur auf der Bank. Für ihn begann Sinan Karweina auf der Außenbahn. Für eine Überraschung sorgte auch der Meppener Coach. Er ließ zunächst den Ex-Lotter Nico Granatowski und Janik Jesgarzewski draußen. Dafür begannen Julian von Haacke in der Innenverteidigung und Deniz Undav im Angriff.

Beide Mannschaften hatten mit dem nassen, rutschigen Boden zu kämpfen, entsprechend Probleme mit der Standfestigkeit. Die Sportfreunde packten aber sofort ihr Kämpferherz aus, pressten energisch und ließen so die Hausherren nicht zur Entfaltung kommen. Entsprechend erarbeiten sie sich ein Übergewicht. In der 24. Minute hatten die Gäste gleich zwei Mal den Torschrei auf den Lippen. Zunächst zog Matthias Rahn fast von der Mittellinie ab. Der zu weit vor seinem Kasten stehende SVM-Schlussmann Eric Domaschke konnte den Ball im Zurücklaufen gerade noch zur Ecke klären. Die schlug Max Oesterhelweg auf den Kopf von SFL-Kapitän Adam Straith, der aber nur die Latte traf. Das 0:1 lag förmlich in der Luft.

Paterson Chato (links) im Kopfballduell.

Paterson Chato (links) im Kopfballduell. Foto: Mrugalla

Stattdessen führte plötzlich der SVM. Nach einer Ecke stand Nick Proschwitz goldrichtig und wuchtete den Ball mit der ersten gefährlichen Aktion der Emsländer per Kopf zum 1:0 ins Netz (29.). Der Treffer hätte aber eigentlich nicht gelten dürfen. Zuvor hatte Hassan Amin den Ball klar mit der Hand gespielt, was Schiedsrichter Henry Müller aus Cottbus aber übersehen hat.

Der Spielverlauf war quasi auf den Kopf gestellt. Der Gegentreffer verfehlte seine Wirkung nicht. Lotte verlor seine Linie, die Aktionen waren nicht mehr so zwingend wie in der ersten halben Stunde. Und es sollte noch schlimmer. Einen halbhoch geschlagenen Freistoß aus dem Mittelfeld fing Meppen ab, fuhr einen schnellen Konter und erhöhte in der 44. Minute durch Julian von Haacke auf 2:0.

Die Sportfreunde wollten nach dem Seitenwechsel mit dem schnellen Anschlusstor antworten. Doch taten sie sich gegen die nun sehr gut strukturierten Meppener schwer. Sie verstärkten die Defensive und boten den Sportfreunden kaum noch Platz. Entsprechend entwickelten sie so gut wie keine Offensivaktionen mehr. . Im Gegenteil. Meppen war am Ende einem 3:0 näher als Lotte dem 2:1.

SV Meppen: Domaschke - von Haacke (66. Jesgarzewski), Puttkammer, Komenda, Amin - Ballmert, Leugers (46. Granatowski) - Kleinsorge, M. Wagner - Undav (77. Vidovic), Proschwitz.

SF Lotte : Kroll - Langlitz (73. Wendel), Rahn, Straith, Al-Hazaimeh - Chato, Dietz - Karweina, Hofmann (46. Reimerink), Oesterhelweg (61. Lindner) - Wegkamp.

Tore: 1:0 Proschwitz (29.), 2:0 von Haacke (44.). - Schiedsrichter : Henry Müller (30, Cottbus). - Gelbe Karten: - Oesterhelweg, Reimerink, Karweina, Dietz. - Zuschauer: 7009 (davon 300 aus Lotte).

Trainerstimmen:

Nils Drube (SF Lotte): „Fußball ist ein Ergebnissport. Da nützt es nichts, wenn man lange die dominierende Mannschaft ist. Das was wir uns vorgenommen haben, hat meine Mannschaft bei einem heimstarken Gegner gut umgesetzt. Aber wir haben unsere Chancen nicht genutzt. Mit dem 0:1 ändert sich das Spiel komplett. Vor dem 0:2 haben wir uns sehr naiv angestellt. Dann wurde es natürlich richtig schwer. Wir haben alles versucht, aber Meppen hat es dann gut gemacht. Es ist einfach nicht unsere Stärke, viele Torchancen herauszuspielen. Aber insgesamt ist der Weg, den wir eingeschlagen haben, absolut richtig. Auch wenn wir heute verloren haben, stehen wir immer noch über dem Strich.“

Christian Neidhart (SV Meppen): „In der ersten Halbzeit war Lotte überlegen. Sie haben sehr kompakt in der Mitte gestanden. Da haben wir uns lange schwer getan. Mit unserer ersten Chance machen wir das 1:0. Wir haben in der Woche Standards trainiert und gehen jetzt nach einem Standard in Führung. Das freut einen. Danach hat sich das Spiel ja auch geändert. In der zweiten Halbzeit haben wir mit zwei Ketten agiert, kaum noch eine Chance des Gegners zugelassen. Das haben wir sehr gut gemacht.“

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