Fußball: Dauerbrenner seit 28 Jahren im Dienst
Maik Dohm rettet den VfL Sassenberg in letzter Minute mit Köpfchen

Sassenberg -

Seit 28 Jahren ist Antonius Laumann bei Sassenbergs Fußballern in leitender Funktion aktiv. Sein schönstes Erlebnis war aber weder eine Meisterschaft noch ein Hallentitel.

Samstag, 29.12.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 01.01.2019, 14:32 Uhr
Fiebert fast jeden Sonntag an der Seitenlinie mit: Sassenbergs Fußball-Chef Antonius Laumann.
Fiebert fast jeden Sonntag an der Seitenlinie mit: Sassenbergs Fußball-Chef Antonius Laumann. Foto: Dirk Böckmann

Der Mann hat noch nie gegen den Ball getreten, aber die zweite Hälfte seines Lebens dem Fußball gewidmet. Seit 28 Jahren arbeitet Antonius Laumann im Fußballvorstand des VfL Sassenberg – und hat immer noch Spaß an seinem Hobby Nummer eins. „Allerdings habe ich das jetzt die längste Zeit gemacht“, erklärt der 56-Jährige.

Für eine zweijährige Amtszeit ab 2019 wird er sich noch einmal als Vorsitzender zur Verfügung stellen. „Dann ist Schluss, dann müssen Jüngere ran. Ich könnte mir aber vorstellen, danach eine andere, weniger zeitaufwendige Position einzunehmen.“

Antonius Laumann, die Karriere in Bildern

1/13
  • Antonius Laumann, die Karriere in Bildern Foto: Irmler
  • Antonius Laumann, die Karriere in Bildern Foto: Penno
  • Antonius Laumann, die Karriere in Bildern Foto: Christopher Irmler
  • Antonius Laumann, die Karriere in Bildern Foto: Rebecca Lek
  • Antonius Laumann, die Karriere in Bildern Foto: Dirk Böckmann
  • Antonius Laumann, die Karriere in Bildern Foto: Irmler
  • Antonius Laumann, die Karriere in Bildern Foto: Dirk Böckmann
  • Antonius Laumann, die Karriere in Bildern Foto: René Penno
  • Antonius Laumann, die Karriere in Bildern Foto: Dirk Böckmann
  • Antonius Laumann, die Karriere in Bildern Foto: Christopher Irmler
  • Antonius Laumann, die Karriere in Bildern Foto: Irmler
  • Antonius Laumann, die Karriere in Bildern Foto: Werner Szybalski
  • Antonius Laumann, die Karriere in Bildern Foto: Dirk Böckmann

Wie kommt man denn zum Fußball, wenn man nie gespielt hat? „Ganz einfach: Ich bin mit meinem Bruder Franz-Josef oft von Vohren, wo ich aufgewachsen bin, mit dem Rad zum Platz nach Sassenberg zum Zuschauen gefahren. Das hat sonntags viel Spaß gemacht. Die Sassenberger hatten in den Achtzigern eine tolle Mannschaft, die meist vor vielen Zuschauern in der Landesliga spielte.“

Seit 15 Jahren Chef

Während Bruder Franz-Josef schließlich selbst in der Ersten kickte, landete Antonius bei den Funktionären. Der damalige Fußball-Chef Manfred Hoppe fragte ihn 1990, ob er nicht Lust habe, im Vorstand zu arbeiten. „Ich habe mir Bedenkzeit erbeten und nach einer weiteren Nachfrage Hoppes zugesagt“, erinnert sich Laumann. Als Seniorenobmann („In meiner ersten Saison hatten wir damals sage und schreibe sieben Herrenmannschaften.“) kümmerte er sich 13 Jahre lang um die Belange der erwachsenen Kicker, seit 15 Jahren ist er Abteilungsvorsitzender.

Abi 82 am Lau

Klar, dass er in den 28 Jahren beim VfL viele Freunde fand, die Arbeit viel Spaß, hin und wieder aber auch Ärger einbrachte. „Ab und zu war ich kurz davor zurückzutreten. Doch das waren die Ausnahmen“, versichert der Sassenberger, der in Vohren zur Grundschule ging, 1982 am Laurentianum in Warendorf sein Abitur machte, danach bei der Sparkasse anfing und vier Jahre später nach Sassenberg zog. Seit Kurzem ist er Kundenberater der Sparkasse Münsterland Ost für die Vereine im Bereich Warendorf, Oelde und Ahlen.

„Spieler in meinem Alter“

Aber der Spaß und das Zwischenmenschliche stehen klar im Vordergrund: „Sonst wäre ich nicht so lange auf diesem Posten geblieben.“ Gerade in den Anfangsjahren beim VfL war er nah an der Mannschaft dran, „weil die Spieler ja ungefähr in meinem Alter waren.“ Noch heute zählt er beispielsweise den früheren holländischen Spielertrainer (und Zahnarzt) Ed Tervoort, Bernd Mönnigmann oder Guido Berning zu seinen besten Bekannten.

Rettung in letzter Minute

Sein schönstes sportliches Ereignis war interessanterweise nicht eine Meisterschaft, sondern ein 2:1-Sieg als Gast der Warendorfer Reserve, der Ende der Neunziger am letzten Spieltag den Klassenerhalt in der Kreisliga A sicherte: „Da hat nach einer katastrophalen Saison Maik Dohm in letzter Minute per Kopf das Siegtor erzielt und uns gerettet. Den Absturz in die B-Liga hätte uns in Sassenberg damals niemand verziehen“, schmunzelt der Junggeselle.

HKM ist Pflicht

Natürlich hat Laumann auch die vier Siege seines VfL bei der Hallenkreismeisterschaft in Warendorf bejubelt: „Ich hab‘ noch keine einzige Auflage der HKM verpasst, das Abschneiden der eigenen Mannschaft steht dabei aber gar nicht im Vordergrund. Die vom TuS Freckenhorst so klasse organisierte Veranstaltung ist für mich immer ein Muss in der Winterpause. Man trifft viele Fußballfreunde, die man während des Jahres nie oder selten sieht. Zudem ist die Halle in der Bundeswehr-Sportschule ideal für solch eine Veranstaltung. Da werde ich sicher auch noch hingehen, wenn ich nicht mehr für den VfL tätig bin“, versichert er. Laumann kann nicht nachvollziehen, dass hin und wieder einige Teams, zumeist auf Wunsch ihrer Trainer, nicht an der HKM teilnehmen: „Solange ich das Sagen habe, wird der VfL dort auflaufen.“

Hobby Nummer zwei ist das Fahrrad

Noch mal zurück zum Hobby. Neben der Vorstandsarbeit betreibt er noch ein weiteres, auch recht intensiv: Der Banker fährt Fahrrad. Jeden Tag von Sassenberg zur Arbeit nach Warendorf und im Urlaub – dreimal im Jahr – mit Freunden, meistens für jeweils eine Woche. Oft in Deutschland oder Holland, nächstes Mal geht es im Mai nach Südtirol. „Am Strand liegen, Faulenzen oder durch Städte laufen liegt mir nicht so. Ich bin früher auch Ski gefahren, aber da macht die Bandscheibe nicht mehr mit“, erklärt der Sassenberger. So bleibt’s in der Freizeit beim Fahrradfahren – und der Vorstandsarbeit.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6283787?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F192%2F
Nachrichten-Ticker