Fußball: Oberliga Westfalen
Im Ungleichgewicht: Löchrige Abwehr torpediert RW Ahlens starke Offensive

Ahlen -

Wer in dieser Saison Spiele von Rot-Weiß Ahlen besucht, bekommt meist viel geboten. Vor allem viele Tore – für RWA, aber auch für den Gegner. Die Hinrunde in der Oberliga – eine Bilanz zum Jahreswechsel.

Mittwoch, 02.01.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 07.01.2019, 14:52 Uhr
Alle Achtung: In Torjubel brechen die Spieler von RW Ahlen häufig aus. Viel öfter als die Konkurrenz jedenfalls. Allerdings müssen sie auch mehr Gegentreffer bedröppelt zur Kenntnis nehmen.
Alle Achtung: In Torjubel brechen die Spieler von RW Ahlen häufig aus. Viel öfter als die Konkurrenz jedenfalls. Allerdings müssen sie auch mehr Gegentreffer bedröppelt zur Kenntnis nehmen. Foto: Marc Kreisel

Mit einem 1:0-Erfolg in Ennepetal verabschiedete sich Rot-Weiß Ahlen bereits am 9. Dezember in die Winterpause. Das danach geplante erste Rückrundenmatch gegen Nachbar Hammer Spielvereinigung fiel den schlechten Witterungsbedingungen zum Opfer. Nach zwei Niederlagen in Folge gegen den Ersten ( 1:3 bei Schalke 04 2 ) und Zweiten ( 2:3 gegen TuS Haltern ) war dieser Erfolg sehr willkommen, um mit einer positiven Stimmung in die Winterpause zu gehen.

Positive Stimmung herrschte in der Hinrunde nicht immer bei den Rot-Weißen. Unter Trainer Michael Schrank kam der Ex-Zweitligist nicht so auf Touren wie erhofft. Sein Abgang machte den Weg frei für Christian Britscho , der das Team von Platz 16 wieder auf Rang sechs hievte. Die Zuversicht kehrte zurück.

Vorne hui, hinten pfui

„Wir haben uns jetzt etwas freigeschwommen und sind ins Laufen gekommen. Die Truppe hat Qualität, es macht Spaß, mit ihr zu arbeiten“, berichtet Britscho . Seine Bilanz kann sich auch sehen lassen. 16 Punkte holte er mit seinem Team aus acht Spielen. Zuvor waren es nur sieben aus neun Begegnungen gewesen.

Die Hinrunden-Bilanz von RWA.

Die Hinrunden-Bilanz von RWA.

Mit einer Torquote von 2,06 Treffern pro Partie stellen die Ahlener den drittbesten Angriff der Liga. Dass dennoch der Abstand zu Rang zwei 14 Zähler beträgt, ist an der Defensivbilanz abzulesen. 1,82 Gegentore wurden im Schnitt registriert. Nur die Abwehrreihen aus Herne (2,0), Paderborn II (2,0), Gütersloh (2,2) und Rheine (2,8) waren löchriger.

Die Spitze strahlt in Königsblau

Schon in der Hinrunde drückte die Schalker Reserve der Liga ihren Stempel auf. Die Königsblauen thronen an der Spitze mit einem satten Vorsprung von elf Zählern auf Rang zwei und 14 auf den Drittplatzierten. Trainer Torsten Fröhling lobt auf der Vereinshomepage seine Truppe: „Wir sind eine hungrige Mannschaft, die immer Vollgas gibt. Bis zum heutigen Tag haben wir noch keine schlechte Einstellung ausmachen können.“

Das Einsatzprotokoll von RW Ahlens Spielern.

Das Einsatzprotokoll von RW Ahlens Spielern. Foto: Manfred Krieg

Überragend verlief die Hinrunde auch für den Zweiten TuS Haltern, der im gesamten Jahr 2018 zu Hause ungeschlagen geblieben ist. Das Team vom Stausee könnte sich doppelt belohnen. Platz zwei würde zum Aufstieg in die Regionalliga berechtigen. Zudem winkt ein Entscheidungsspiel um den Einzug in den DFB-Pokal gegen die beste Westfalen-Mannschaft aus der Regionalliga, welche derzeit der SV Rödinghausen ist.

Aufstieg hätte Konsequenzen

Denn Schalke 04 II dürfte als Reserveteam nicht in diesem Wettbewerb antreten, so dass Haltern nachrücken würde. Ein Aufstieg hätte für den TuS allerdings auch Konsequenzen. Die Stausee-Kampfbahn genügt nicht den Regionalliga-Anforderungen. Der Verein müsste für die Heimspiele also umziehen.

Die nächste Überraschung steht auf Platz drei. Mit Alexander Thamm hat dort ein ehemaliger Ahlener Spieler aktuell das Sagen. „Wir genießen die aktuelle Situation“, sagt der Trainer des TuS Ennepetal dem „Revier Sport“. „Wir sind ein eingeschworener Haufen. Die Stimmung ist super.“ Im Keller ist hingegen die Atmosphäre beim Tabellenletzten FC Gütersloh. Schon im Vorjahr schlossen die Ostwestfalen die Saison sportlich als Letzter ab, stiegen aber nicht ab aufgrund der Rückzüge des TSV Marl-Hüls und des SC Hassel.

Kellerkinder sehen Potenzial

Das wird in dieser Saison wohl nicht passieren, so dass der drittletzte Platz ins Visier genommen werden müsste. Im Sommer wurde fast die gesamte Mannschaft ausgetauscht. Die Zugänge kamen aber eher aus unterklassigen Ligen. Das Resultat ist an der Tabelle ablesbar. „Wir haben in vielen Spielen gut mitgehalten, hatten viele Lösungen parat“, erklärte FCG-Coach Dennis Brinkmann dem „Revier Sport“. Doch mündeten diese Lösungen meist nicht in Zählbares, nur drei Siege stehen zu Buche.

Abstiegskonkurrent Westfalia Herne spielte ebenfalls eine katastrophale Hinrunde, nur eines der ersten 14 Spiele gewann die Truppe von Trainer Christian Knappmann. Doch dann gelang dem Ex-Ahlener mit seinem Team die Wende, siegte dreimal und schaffte den Anschluss an Rang 16. Spielerisch zählt Verteidiger Felix Fuchs sein Team zu den besten vier Teams der Liga. In der Realität fehlten aber die Tore, so dass Abstiegskampf angesagt ist.

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