Fußball: Schalke-Spiel 1999
Rudi Assauer hatte in Telgte keine Lust, nach Hause zu fahren

Telgte -

Der FC Schalke 04 bestritt 1999 ein Freundschaftsspiel bei der SG Telgte. Die SG hat beste Erinnerungen an den volksnahen Rudi Assauer, der auch zwei Stunden nach dem Spiel noch keine Lust hatte, nach Hause zu fahren.

Freitag, 08.02.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 09:53 Uhr
Das war sein Markenzeichen: die qualmende Zigarre. Die SG-Verantwortlichen schwärmen noch heute über das lockere Auftreten von Rudi Aussauer in Telgte. Bis lange nach dem Abpfiff des Schalke-Spiels blieb der Manager im Stadion.
Das war sein Markenzeichen: die qualmende Zigarre. Die SG-Verantwortlichen schwärmen noch heute über das lockere Auftreten von Rudi Aussauer in Telgte. Bis lange nach dem Abpfiff des Schalke-Spiels blieb der Manager im Stadion. Foto: Witters

Als der FC Schalke 04 vor knapp 20 Jahren zu einem Freundschaftsspiel bei der SG Telgte antrat, war Rudi Assauer schon lange vor dem Anpfiff und noch lange danach im Stadion an der B 51. Der damalige Manager des Fußball-Bundesligisten gab sich so, wie er jetzt nach seinem Tod in den Nachrufen gewürdigt wird: kumpelhaft und völlig ohne Berührungsängste. „Wir bei der SG sind tief betroffen über den Tod Assauers, auch weil wir eine ganz besondere Begegnung mit ihm hatten“, erklärt der Vereinsvorsitzende Ulrich Winckler .

Seit 1994 bietet die Sport-Gemeinschaft in jedem Sommer im Takko-Stadion, das seinerzeit noch Jugendstadion hieß, ein Topspiel an. In den ersten Jahren kickten die prominenten Gäste-Teams noch gegen die SG. 3200 Fans sahen Mitte Juli 1999 den Schalker 8:0-Sieg gegen Telgte. Die Gelsenkirchener hatten eine Startelf um Olaf Thon und Marc Wilmots aufgeboten, die einige Wochen später in nahezu identischer Besetzung das erste Bundesliga-Match bestritt. Mit dabei war auch der Neuzugang Ebbe Sand, später ein Idol der Knappen.

Sein Auftreten war außergewöhnlich.

SG-Vorsitzender Ulrich Winckler

Und am Rand stand Rudi Assauer. „Sein Auftreten war wirklich außergewöhnlich, er war volksnah und sehr zugänglich“, erinnert sich Winckler. Der Schalke-Manager sei schon weit vor Spielbeginn in den Klatenbergen eingetroffen, stand für Gespräche und Fotos zur Verfügung. Und das nicht nur mit den SG-Offiziellen, sondern mit allen Fans.

Rudi Assauer - Rückblick auf eine Karriere im Fußballsport

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  • Rudi Assauer, damaliger Manager des FC Schalke 04, macht 1997 Dehn- und Streckübungen im Kreise seiner Mannschaft im Training.

    Foto: Achim Scheidemann
  • Der damalige Schalke-Manager Rudi Assauer steht 2003 auf dem Dach des hohen Gelsenwasser-Gebäudes, das gegenüber der Schalke-Arena steht.

    Foto: Bernd Thissen
  • Vor der Geschäftsstelle des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 posieren 1996 der damalige Manager Rudi Assauer (r.) und der ehemalige Trainer Huub Stevens mit Ball und Schalke-Wimpel.

    Foto: Franz-Peter Tschauner
  • Der damalige Schalke-Manager Rudi Assauer (l.) und der Ex-Trainer Huub Stevens stecken 2001 vor einem Spiel die Köpfe zusammen. Zusammen feierten sie große sportliche Erfolge.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Sein Markenzeichen: Rudi Assauer raucht im Stadion eine Zigarre.

    Foto: Achim Scheidemann
  • 119 Bundesligaspiele bestritt Assauer als Abwehrspieler für Borussia Dortmund, von 1970 bis 1976 kamen 188 für Werder Bremen hinzu, ehe er mit 32 Jahren seine aktive Laufbahn beendete. Der damalige Werder-Chef Franz Böhmert machte ihn zum jüngsten Bundesliga-Manager.

    Foto: Peter Kneffel
  • Am Tag nach dem Gewinn des UEFA-Cups 1997 hält der damalige Schalke-Manager Rudi Assauer (r.) im Gelsenkirchener Parkstadion, neben dem damaligen Trainer Huub Stevens sitzend, vor begeistertem Publikum den Pokal.

    Foto: Bernd Thissen
  • Die damaligen Schalker Spieler Marco van Hoogdalem (v.l.), Sven Vermant, Manager Rudi Assauer mit dem DFB-Pokal in Händen und Kapitän Tomasz Waldorf jubeln 2002 nach dem 4:2-Sieg im Pokal gegen Bayer 04 Leverkusen in Berlin.

    Foto: Roland Weihrauch
  • Ein Lieblingspaar der Medien: Rudi Assauer im Jahr 2005 mit seiner damaligen Lebensgefährtin Simone Thomalla, die für eine Werbeaktion einen Bierkasten trägt.

    Foto: Horst Ossinger
  • Fußball-Kultur: Rudi Assauer hält 2004 im Musiktheater im Revier das Logo des Musicals "Null Vier - Keiner kommt an Gott vorbei".

    Foto: Franz-Peter Tschauner
  • Mit einem Plakat zeigen die Schalker Fans ihre Sympathien für den früheren Schalke-Manager Rudi Assauer nach dessen Abschied auf Schalke.

    Foto: Franz-Peter Tschauner
  • Ende Januar 2012 wurde bekannt, dass Rudi Assauer an Alzheimer erkrankt war.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Das Foto teigt Assauer im Jahr 2014.

    Foto: Caroline Seidel

Bewegender Moment

Die Schalker hatten an diesem Abend eine kleine Ehrung organisiert, die allen Anwesenden ans Herz ging. „Assauer überreichte in unserem Ehrengastbereich einer älteren Frau, über 80, aus Recklinghausen ein Geschenk. Sie firmierte zu dieser Zeit als ältester weiblicher Fan des S04“, berichtet Winckler. „Die Dame war überglücklich, das war für alle Beteiligten ein sehr bewegender Moment.“

Ulrich Winckler  

Ulrich Winckler   Foto: Aumüller

Weniger rührselig, aber herzlich war der Small-Talk mit Assauer nach dem Abpfiff. „Er war äußerst kommunikativ, wir haben so manches Bierchen zusammen getrunken“, erzählt der SG-Chef. „Er hat gar kein Ende gefunden, bis fast zwei Stunden nach dem Spiel war er noch da mit seinen Begleitern. Das war toll.“ In den jetzt 25 Jahren, in denen die Telgter diese Topspiele ausrichten, habe er das nur noch einmal erlebt: im vergangenen Jahr beim Match des SC Preußen Münster gegen den SC Verl. „Auch Malte Metzelder, Bernd Niewöhner und die anderen Preußen waren noch rund zwei Stunden bei uns“, so Winckler.

Als BVB-Fan habe ich mit ihm natürlich über 1966 gesprochen.

Ulrich Winckler

Ihm ist der Assauer-Besuch 1999 auch aus einem anderen Grund in Erinnerung geblieben. „Als bekennender BVB-Fan habe ich mit ihm natürlich über 1966 gesprochen“, sagt Winckler. Assauer gehörte zu der Dortmunder Mannschaft, die im Pokalsieger-Finale gegen den FC Liverpool den ersten Europacup einer deutschen Mannschaft gewann. „Die Rivalität zwischen Schalke und Dortmund war für Assauer kein Problem. Er war ein Brückenbauer“, sagt Ulrich Winckler, heute noch spürbar begeistert von jenem Sommerabend vor 20 Jahren. „Assauer suchte den Kontakt zu den Leuten in Telgte. Er hatte Spaß daran.“

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