Fußball: 3. Liga
Henning Grieneisen: VfL steigt auf, Lotte schafft Ligaerhalt

Lotte/Osnabrück -

tHenning Grieneisen trug das Trikot des VfL Osnabrück (2007 bis 2010) und der Sportfreunde Lotte. (2011 bis 2015). Im Interview sprach er über seine Zeit in Lotte und Osnabrück.

Freitag, 29.03.2019, 17:39 Uhr aktualisiert: 29.03.2019, 20:57 Uhr
Henning Grieneisen trug bereits das Trikot der Sportfreunde Lotte und war kurzzeitig auch als Trainer tätig. Er glaubt an den Lotter Klassenerhalt.
Henning Grieneisen trug bereits das Trikot der Sportfreunde Lotte und war kurzzeitig auch als Trainer tätig. Er glaubt an den Lotter Klassenerhalt. Foto: Manfred Mrugalla

Wenn Magentasport am Montag (19 Uhr) das Nachbarschaftsduell in der 3. Liga zwischen dem Spitzenreiter VfL Osnabrück und Abstiegskandidat SF Lotte überträgt, steht dem Internetportal mit Henning Grieneisen ein passender Experte zur Seite. Der 34-Jährige trug das Trikot des VfL (2007 bis 2010) und der Sportfreunde (2011 bis 2015). Im Gespräch mit Sportredakteur Christian Detloff sprach er über seine Zeit in Lotte und Osnabrück.

Herr Grieneisen, welchem der beiden Teams drücken Sie am Montag an der Bremer Brücke die Daumen?

Henning Grieneisen: Ich habe für beide Vereine große Sympathien, für keinen mehr als für den anderen. Ich gönne beiden von Herzen alles. Lotte hätte die Punkte nötiger als der VfL, bei dem – auch mit der neuen Euphorie – alles passt. Auch im VfL-Trikot durfte Henning Grieneisen bereits jubeln. Foto:Mrugalla

Beim VfL erlebten Sie drei besondere Spielzeiten. Zunächst die Zweitliga-Saison 2007/2008 mit Heimsiegen über den SC Freiburg, 1. FC Köln, 1860 München und den 1. FC Kaiserslautern.

Grieneisen: Auch da herrschte nach dem Aufstieg eine große Euphorie, die uns so richtig gepusht hat. Pele Wollitz hat es prima verstanden, uns seinen leidenschaftlichen und offensiven Stil einzupflanzen – offenes Visier statt Angsthasenfußball war sein und unser Motto. Wir haben unserem Fußball gewissermaßen freien Lauf gelassen.

Dann folgte die Abstiegssaison mit dem bitteren Relegationsrückspiel gegen den SC Paderborn. Hätte der VfL ohne die Umstände, die zum Wettskandal führten, die Liga gehalten?

Grieneisen: Thomas Cichon und Marcel Schuon wurden später zur Rechenschaft gezogen. Ob wir von den Partien, die unter Betrugsverdacht standen, welche mit anderen Spielern gewonnen hätten, steht in den Sternen. Es war das typische zweite Jahr in einer Liga – mit Alltag statt Euphorie. Dazu kam der Wettskandal. Und wenn man am Ende die Chance bekommt, in der Relegation doch noch drinzubleiben, aber man auch dann keinen guten Job macht, hat man den Abstieg verdient.

Mit zahlreichen Führungsspielern plus Exzentrikern wie Björn Lindemann, Tobias Nickenig und Benjamin Siegert schafften Sie 2010 mit dem VfL den sofortigen Wiederaufstieg.

Grieneisen: Es passte in dieser Mannschaft wunderbar. Mit Lindemann hatten wir einen ganz besonderen Spieler, der viel gerissen hat. Letztlich waren wir aber in allen Bereichen stark besetzt. Dazu hatte Trainer Karsten Baumann das nötige Fingerspitzengefühl. Trotz Rückschlägen – ich erinnere an die Zugfahrt zum Spiel in Stuttgart mit zwei danach suspendierten Spielern – hat letztlich alles gepasst. Die längere Leine, die uns der Trainer teilweise ließ, zahlte sich in dieser Saison letztlich aus.

Dann waren da noch die DFB-Pokal-Sensationen gegen den Hamburger SV und Borussia Dortmund. Gegen den HSV hatten Sie in der 116. Minute per Dropkick das 3:3 erzielt.

Grieneisen: Dieses Spiel war einer der frühen Punkte der Saison, der uns zeigte: Es läuft einfach. Nachdem der HSV unsere 2:0-Führung in den Schlussminuten der regulären Spielzeit egalisierte, sah alles nach einer Niederlage aus. Wir brauchten einen ganz besonderen Moment, um doch noch eine Chance zu haben. Und dann habe ich ausgerechnet gegen den damaligen Bundesliga-Spitzenreiter einen solchen Moment – einer meiner ganz großen Highlights.

Ein Tiefpunkt dürfte das Relegations-Rückspiel 2013 um den Drittliga-Aufstieg mit SF Lotte gegen RB Leipzig gewesen sein.

Grieneisen: Wir glichen in letzter Minute das 0:2 aus dem Hinspiel aus. Diese Aufholjagd kostete viel Kraft. Leipzig hatte mehr zuzusetzen. Führt man sich vor Augen, wie weit Leipzig gekommen ist, muss man sagen: Schade, dass das kleine Lotte ausgerechnet auf diesen Club getroffen ist.

Nun zur aktuellen Saison: Wann steigt der VfL auf?

Grineisen: Umso früher es so käme, umso besser für das Nervenkostüm. Die Konkurrenz tritt nicht gerade sattelfest auf. Die Souveränität in den Auftritten spricht für den VfL. Er schafft es definitiv.

Und die Sportfreunde halten am Ende die 3. Liga?

Grieneisen: Das kann leider bezweifelt werden. Die Mannschaft schoss zuletzt einfach zu wenig Tore. Aber es gibt ja zum Glück noch einige weitere Kandidaten in der Verlosung. Lotte wird es packen.

Sie sind Regionalverkaufsleiter von Aldi Nord. Sehen wir Sie als Trainer oder Funktionär wieder?

Grieneisen: Ich fühle mich pudelwohl in meinem Job. Für meine jetzige Lebensphase ist dieser genau das Richtige. Aber natürlich habe ich weiterhin ein großes Interesse am Fußball. Man weiß ja nie …

Und wie geht das Nachbarschaftsduell aus?

Grieneisen: Lotte wird versuchen, defensiv stabil zu sein und geht mit einem Standard in Führung. Der VfL sorgt noch für den Ausgleich. Am Ende können beide mit dem 1:1 leben.

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