Fußball: 3. Liga
1:0: VfL Osnabrück jubelt – SF Lotte trauert

Osnabrück/Lotte -

Das Ergebnis geht in Ordnung, dennoch darf sich der VfL Osnabrück als glücklicher Sieger fühlen. Mit 1:0 gewannen die Lila-Weißen am Montagabend ein kampfbetontes spiel gegen nie aufsteckende Sportfreunde aus Lotte.

Montag, 01.04.2019, 20:57 Uhr
Der VfL Osnabrück um Marcos Alvarez (links) und Etienne Amenyido feierte einen 1:0-Erfolg gegen SF Lotte. Da konnte sich Alexander Langlitz strecken, wie er wollte.
Der VfL Osnabrück um Marcos Alvarez (links) und Etienne Amenyido feierte einen 1:0-Erfolg gegen SF Lotte. Da konnte sich Alexander Langlitz strecken, wie er wollte. Foto: Tobias Mönninghoff

75 Minuten lang hatten sie gekämpft, geackert und alles aus sich herausgeholt. Und das in Unterzahl nach der Ampelkarte gegen Lars Dietz (40.). Dann kam es knüppeldick für die Sportfreunde Lotte . Luca Pfeifer traf im Nachbarschaftsduell am Montag Abend zum 1:0 und sorgte damit für die dritte Niederlage in Folge der Sportfreunde Lotte. Der Sieg für die Lila-Weißen geht in Ordnung, da sich die Partie im zweiten Durchgang fast nur noch in der Lotter Hälfte abspielte. Die Gäste boten aber über die volle Distanz eine aufopferungsvolle Leistung.

Der VfL baute seinen Vorsprung an der Tabellenspitze damit vor den ersten Verfolgern SV Wehen Wiesbaden und Karlsruher SC auf neun Zähler aus. Da stellt sich die Frage, wer soll diese Mannschaft auf dem Weg in Richtung Aufstieg noch aufhalten? Die Sportfreunde dagegen hängen weiter auf Rang 14 fest und schweben nach der vierten Niederlage in den zurückliegenden fünf Spielen mehr denn je in Abstiegsgefahr.

„Wir haben verloren. Das ist bitter“, meinte Kapitän Adam Straith . „Aber wie wir verloren haben, das spricht für uns. Auf diese Leistung können wir stolz sein. Ich habe keinen Unterschied zwischen den beiden Mannschaften gesehen. Aber wie so oft zuletzt, hat eine einzige Situation, eben der Platzverweis, alles entschieden.“

Die VfL-Profis liefen mit einem Trauerflor auf für den in der vergangenen Woche verstorbenen langjährigen Stadion-Platzwart Hannes Plener, für den auch eine Gedenkminute gab.

Das Glück war erneut nicht auf Seiten der Sportfreunde, die im dritten Spiel in Folge eine gelb-rote Karte kassierten. Diesmal erwischte es Lars Dietz. Nach seiner gelben Karte in der 35. Minute kam er fünf Minuten später nach einem Zweikampf mit Etienne Amenyido ins Stolpern. Schiedsrichter Martin Petersen wertete das als Schwalbe und schickte den Lotter per Ampelkarte zum duschen. Die Meinung einer Schwalbe hatte er im Stadion aber wohl exklusiv. „Der Gegenspieler berührt mich klar. Das war nie ein Platzverweis“, ärgert sich Dietz. Adam Straith bestätigt das: „Amenyido hat selbst zu mir gesagt, das er Lars gefoult habe.“ Diese gelb-rote Karte machte das taktische Konzept der Sportfreunde zunichte, die bis dahin eine gute Leistung abgerufen hatten. Zu allem Überfluss sah Matthias Rahn auch noch die zehnte gelbe Karte und fehlt am Samstag gegen Uerdingen.

Die Sportfreunde, die in einem 4-1-3-2-System begannen mit Lars Dietz vor der Abwehr positioniert und den beiden Angreifern Gerrit Wegkamp und Jonas Hofmann, waren gleich drin im Spiel und verzeichneten in der siebten Minute bereits durch Alexander Langlitz den ersten gefährlichen Schuss, den VfL-Schlussmann Nils Körber parierte. Wie von Drube angedeutet, legten die Sportfreunde gleich eine hohe Intensität an den Tag und stellten die Hausherren vor einige Probleme. Das Eckenverhältnis sagte ein 6:0 für Lotte aus.

Mit zunehmender Dauer schwammen sich die Hausherren frei und übernahmen mehr und mehr das Kommando, vor allem nach der gelb-roten Karte gegen den bereits verwarnten Lars Dietz. Im zweiten Durchgang entwickelte sich fast Einbahnstraßenfußball. Die Sportfreunde fighteten zwar um jeden Meter Boden, konnten sich kaum einmal aber aus der Umklammerung befreien.

Aber die Hausherren taten sich schwer gegen leidenschaftlich verteidigende Gäste. So dauerte es bis zur 72. Minute, ehe Benjamin Girth die erste zwingende Torchance für den VfL verzeichnete. Steve Kroll war jedoch zur Stelle. Drei Minuten später war er machtlos. Nach einer Flanke von Konstantin Engel stieg der kurz zuvor eingewechselte Luca Pfeifer am höchsten und voll­endete zum 1:0. Dieser Treffer war für den VfL wie eine Erlösung. Danach verzeichneten sie weitere gute Chancen, letztlich blieb es aber beim knappen 1:0 für den VfL.

VfL Osnabrück : Körber - Ajdini, Susac, Trapp, Engel (80. Tigges)- Taffertshofer, Blacha - Amenyido (64. Pfeiffer), Alvarez (82. Pulido), Ouahim - Girth.

SF Lotte : Kroll - - Langlitz, Rahn, Straith, - Dietz - Oesterhelweg, Wendel (68. Awassi), Härtel (76. Lindner) - Hofmann (88. Jovic), Wegkamp

Tore : 1:0 Pfeiffer (75.). - Schiedsrichter : Martin Petersen (34, Stuttgart). - Gelbe Karten : Langlitz, Kroll, Rahn. - Gelb-Rot : Dietz (40., Schwalbe). - Zuschauer: 15014.

Trainerstimmen:

Nils Drube (SF Lotte): „Das sind die Abende und die Spiele, die man braucht, um seine Ziele zu erreichen. Glückwunsch zum Aufstieg an den VfL. Bis zur Ampelkarte haben wir es sehr ordentlich gemacht, haben gut gegen den Ball gearbeitet. Wir hatten ein deutlich bessere Struktur als zuletzt. Nach der Ampelkarte war es ein ganz anderes Spiel. Wir haben es zwar weiter ordentlich gemacht, hatten aber einmal mehr das Momentum nicht auf unserer Seite. Wir haben fast alles richtig gemacht, beim Gegentor, dann einmal taktisch falsch gehandelt. Wir müssen weiter an uns glauben, weiter arbeiten. Dann klappt es.“

Daniel Thoune (VfL Osnabrück): „Hier sitzt ein sehr glücklicher Trainer. Lotte hat uns alles abverlangt. Vor allem mit dem hohen Pressing von Lotte hatten wir unsere Probleme, sind nicht in den Spielfluss gekommen. Wichtig war, dass wir klar und gedudlig geblieben sind. Dann haben wir den Langen gebracht, der ein weiteres Kapitel zur Erfolgsstory dazu gegeben hat mit seinem Tor. Es war ein anderes Spiel als auf dem Betzenberg. Entscheidens ist letztlich, dass wir unseren Vorsprung an der Tabellenspitze ausgebaut haben.“

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