Fußball: 3. Liga
Abstiegszone rückte für die Sportfreunde Lotte immer näher

Lotte -

Schön zu reden gab es da nichts. Das versuchte Nils Drube auch gar nicht erst. Im Gegenteil, der Trainer der Sportfreunde Lotte bat die Zuschauer nach dem enttäuschenden 1:3 am Samstag gegen KFC Uerdingen um Entschuldigung für die schwache Leistung.

Sonntag, 07.04.2019, 20:43 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 12:17 Uhr
Die Enttäuschung stand Thomas Blomeyer, Adam Starith und Jonas Hofmann (von links) nach dem Spiel ins Gesicht geschrieben.
Die Enttäuschung stand Thomas Blomeyer, Adam Starith und Jonas Hofmann (von links) nach dem Spiel ins Gesicht geschrieben. Foto: Frank Diederich

Das Statement von Nils Drube nach dem Spiel war eindeutig: „Ich muss mich für die erste Halbzeit für mich und die Mannschaft bei allen Fans und allen Verantwortlichen entschuldigen. Wir standen total neben uns, haben naiv verteidigt und keine guten Abstände gehabt. Die Rückwärtsbewegung war eine einzige Katastrophe.“ Seitdem er und Sven Hozjak Trainer der Sportfreunde Lotte sind, dürfte der Auftritt am Samstag gegen den KFC Uerdingen die bislang schwächste Leistung gewesen sein. Und das zu einem Zeitpunkt, da Lotte die Punkte dringender denn je benötigt.

Durch das 1:3 gegen die Krefelder, die zuvor noch kein Spiel in diesem Jahr gewonnen hatten, rutscht Lotte in der Tabelle weiter ab. Und sollte SG Sonnenhof Großapspach heute Abend gegen 1860 München gewinnen, würde es noch einen Rang tiefer gehen. Dann stünden den Sportfreunde auf Rang 16 punktgleich mit Eintracht Braunschweig auf dem ersten Abstiegsplatz.

Das Tragische dabei: KFC Uerdingen bot am Samstag wahrlich keine überragende Leistung, sondern wurde von harmlosen und Fehler produzierenden Sportfreunden regelrecht eingeladen. Die kassierten damit die vierte Heimneiderlage in Serie und sind seit sechs Spielen sieglos.

„Wir haben uns soviel vorgenommen und konnten es einfach nicht umsetzen“, erklärte Tim Wendel. „Woran es gelegen hat, ich weiß es nicht. Wir müssen das Spiel schnell abhaken, nach vorne blicken, noch mehr kämpfen und noch ekliger sein. Dann schaffen wir es.“

Allen drei Gegentreffern im ersten Durchgang gingen dicke Abwehrpatzer voraus. Zudem ließen die Hausherren den unbedingten Willen vermissen, den sie noch in Osnabrück an den Tag gelegt hatten. Am Samstag gab es in allen Mannschaftsteilen zu viel Leerlauf. Das allein mit den durch Verletzungen und Sperren notwendig gewordenen Änderungen zu erklären, wäre zu billig. Das meinte auch Thomas Blomeyer: „Sicher waren wir nicht so eingespielt wie normal. Aber alle im Kader haben den Anspruch, 3. Liga zu spielen. Die Elf, die auf dem Platz stehen, müssen von der ersten Minute an alles geben. Das war gegen Uerdingen nicht der Fall.“

Da wollte sich Blomeyer nicht ausnehmen. Nach einem Einwurf von Jeron Al-Hazaimeh rutschte er in Höhe des eigenen Strafraums aus. Maximilian Beister bedankte sich, nahm den Ball und vollendete zur frühen Führung der Gäste. „Das war ganz klar mein Ding“, gab der Innenverteidiger zu. „Das darf mir nicht passieren. Dadurch hatten wir es von Beginn an schwer.“

Aber es ging weiter mit den Gastgeschenken. Vor dem 0:2 köpfte Adam Stratih, der wieder mit einer Maske spielte und sich nach seiner Kiefernhöhlen-OP am Dienstag einige Patzer leistete, köpfte den Ball in der 27. Minute unbedrängt Connor Krempicki setzte. Der nahm Maß und vollendete aus 18 Metern zum 0:2. Das 0:3 fiel nach einer Ecke durch Mario Erb, der umringt von vier Sportfreunden frei zum Kopfball kam. Mit dem 0:3 zur Pause war Lotte gut bedient. Mehrmals vereitelte Keeper Steve Kroll einen weiteren Gegentreffer.

Nach dem Seitenwechsel wehrten sich die Sportfreunde mehr und kamen durch Jaroslaw Lindner zum Anschlusstreffer. Das Gefühl, das Spiel könne noch eine Wendung nehmen, hatte aber niemand der nur 1633 Zuschauer mehr.

SF Lotte : Kroll - Langlitz (74. Drinkuth), Blomeyer, Straith, Al-Hazaimeh - Wendel (80. Karweina), Chato - Oesterhelweg (42. Wegkamp), Hofmann, Lindner - Jovic.

KFC Uerdingen : Benz - Großkreutz (76. Bittroff), Erb, Lukimya, Dorda - Konrad, Krempicki, Matuschyk (23. Pflücke) - Beister, Aigner, Rodriguez (65. Grimaldi).

Tore : 0:1 Beister (6.), 0:2 Krempicki (27.), 0:3 (40. Erb), 1:3 Lindner (56.). - Schiedsrichter: Michael Bacher (28, Amerang-Kirchensur). - Gelbe Karten : Langlitz, Hofmann, Straith - Erb, Krempicki, Aigner, Beister - Zuschauer : 1633.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6526905?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F192%2F
Nachrichten-Ticker