Fußball: DFB-Publikation
Tobias Tumbrink, Taktikfuchs

Lüdinghausen -

Christoph Metzelder, Julian Nagelsmann, Manuel Baum, Tobias Tumbrink: Wer ist hier fehl am Platz? Keiner. Alle vier sind wahre Fußballexperten. Das hat der Trainer des Bezirksligisten Union Lüdinghausen jetzt auch schriftlich.

Freitag, 12.04.2019, 19:47 Uhr aktualisiert: 13.04.2019, 22:12 Uhr
„Sieben gegen sieben mit drei Längszonen“: Für Fußball-Laien böhmische Dörfer, für Tobias Tumbrink Trainingsalltag.
„Sieben gegen sieben mit drei Längszonen“: Für Fußball-Laien böhmische Dörfer, für Tobias Tumbrink Trainingsalltag. Foto: philippka

Wer sich mit Halbwissen begnügt (Fans, WN-Journalisten), der greift zum Kicker oder zur Sport-Bild. Taktikfüchse wie Tobias Tumbrink schwören dagegen auf die Zeitschrift Fußballtraining. „Für meine Kollegen und mich absolute Pflichtlektüre“, schwärmt der Coach des Bezirksligisten Union Lüdinghausen . Die Fachpublikation, Mitherausgeber ist der DFB , erscheint allmonatlich im münsterischen Philippka-Verlag – und „ich kenne keinen Trainer, der das Magazin nicht abonniert hat“.

Zumindest keinen, der seinen Job so ernst nimmt wie Tumbrink. So wohl er sich am Westfalenring fühle: Es sei ja „kein Geheimnis, dass ich irgendwann mal höherklassige Teams coachen will“. Daher taucht er in seiner Freizeit tief in die Materie ein. Liest viel, befasst sich mit taktischen Systemen, erkundet Match-Pläne und Spielphilosophien. Vieles davon findet der 30-Jährige gebündelt in eingangs erwähnter Zeitschrift. Aus einfachem Grund: Zu den Autoren zählen die namhaftesten Experten im Land. Zuletzt waren es Vizeweltmeister Christoph Metzelder , Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann oder Augsburgs Ex-Trainer Manuel Baum. Und wer tut es den Fußball-Auguren demnächst gleich? Na, Tobias Tumbrink.

Tobias Tumbrink (l.)

Tobias Tumbrink (l.) Foto: flo

Wie er zu dieser „riesengroßen Ehre“ (Tumbrink) gekommen sei? „Dennis Schunke, mit dem ich seinerzeit gemeinsam die B-Lizenz erworben habe, arbeitet inzwischen als Redakteur bei Philippka.“ Schwerpunkt: Fußballtraining. Weil der Münsteraner erstens weiß, wie akribisch der Lüdinghauser arbeitet, und zweitens in jedem Heft ein Amateur-Coach verschiedene Übungseinheiten vorstellt, kam er auf den Union-Mann zu. Dessen spielender Assistent Benedikt Vester, den der Chef in höchsten Tönen lobt („Bene macht mich als Trainer so viel besser“), ist ebenfalls maßgeblich an der Veröffentlichung beteiligt.

Also findet man in der Mai-Ausgabe (erscheint in Kürze) allerhand Kluges zu Themen wie „Sieben gegen sieben mit drei Längszonen“, „Diagonale Passfolgen mit Verlagerung“ oder die 18 Zonen, in die das Union-Duo das Spielfeld einteilt. Ob ihm die Spieler, zumal unter Druck im Abstiegskampf, da immer folgen können? „Doch“, lobt Tumbrink, „die Jungs sind sehr wissbegierig. Sie versuchen alles umzusetzen, was wir ihnen vorgeben.“ Außerdem, lacht der Lüdinghauser, gehe es noch deutlich komplizierter. Trainer-Guru Pep Guardiola etwa unterteile den Rasen in 42 Planquadrate.

Union Lüdinghausen empfängt BV Brambauer

An das Hinspiel beim BV Brambauer denkt Tobias Tumbrink ausgesprochen gern zurück. Nicht nur gewann Bezirksligist Union Lüdinghausen damals mit 3:2 im Lüner Ortsteil. Auch war es der erste Sieg für die Schwarz-Roten seit seinem Amtsantritt. Gern dürfe am Sonntag, 15 Uhr, wenn das Wiedersehen am Westfalenring ansteht, ein weiterer Erfolg hinzukommen, so Tumbrink: „In unserer Situation wäre ein Punkt fast schon zu wenig.“ Kurzerhand deklariert der Coach die beiden nächsten Heimpartien – nach Ostern gastiert Tabellennachbar Scharnhorst in Lüdinghausen – zu „Endspielen“ um den Ligaverbleib. Der BVB sei individuell gut bestückt und verfüge über etwas, das seinem jungen Team eben deshalb fehle: „Erfahrung“. Sören Hellkuhl und Simon Homann sind im Aufbautraining, Kapitän Jonathan Krüger ist gesperrt. Dafür kehren Fode Camara, Nils Weimer und Marius Grewe zurück.

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