Fußball: 3. Liga
Lottes lange Latten versuchen es flach

Aalen -

Schaffen die Sportfreunde Lotte den Klassenerhalt in der 3. Fußball-Liga, wird im Rückblick der 2:1-Sieg beim Tabellenletzten VfR Aalen der entscheidende Wendepunkt im Saisonverlauf sein.

Sonntag, 14.04.2019, 21:39 Uhr aktualisiert: 14.04.2019, 21:50 Uhr
Pure Freude: Lottes Kapitän Adam Straith (mit Maske) wird hier nach seinem Siegtreffer von seinen Mitspieler fast zerdrückt.
Pure Freude: Lottes Kapitän Adam Straith (mit Maske) wird hier nach seinem Siegtreffer von seinen Mitspieler fast zerdrückt. Foto: Mrugalla

Entscheidend dabei waren aber nicht so sehr die Ansätze eines Spielstil-Wechsels unter Trainer-Rückkehrer Ismail Atalan – vielmehr basierte der Erfolg auf viel harter Arbeit und mehr als nur einem Quäntchen Glück. Das zeigt auf: Der Weg zum Klassenerhalt für Lotte ist noch weit – und beschwerlich.

„Ich unterteile meine Analyse in drei Bereiche: Kämpferisch und vom Teamspirit her waren wir top. Spielerisch fehlt noch einiges – da hatte uns der Gegner viel voraus“, sagte Atalan nach der Partie und präzisierte: „Vor allem müssen wir besser nach vorne spielen und auch im vorderen Bereich besser verteidigen.“

Dass spielerisch viel fehlt, ist in Aalen in der Tat massiv aufgefallen – aus mehreren Gründen. Zum einen, weil der VfR gezeigt hat, wie man mit Offensivspiel begeistert: Die flinken wie trickreichen Luca Schnellbacher und Nicolas Sessa sind Waffen, ebenso der aggressive Matthias Morys und der clevere Petar Sliskovic. Das Quartett produzierte vier hundertprozentige Chancen mit freigespielten VfR-Stürmern vor dem Tor: Morys wie Sessa scheiterten an Lotte-Keeper Steve Kroll, Morys wie Sliskovic schossen fast schon stümperhaft vorbei. „Chancenwucher“ nannte das Aalen-Trainer Rico Schmitt. Das einzige VfR-Tor schenkte Lars Dietz den Gastgebern, weil er einen Sliskovic-Kopfball falsch einschätzte und das an ihm vorbeihüpfende Leder ins Tor passieren ließ.

Zum anderen wurde fehlende spielerische Qualität augenfällig, weil Lotte erstmals wieder bewusst probierte, sie einzusetzen: Die Wiederentdeckung des Flachpasses anstelle der zuvor dominierenden eindimensionalen langen hohen Schläge geht zurück auf Atalan. Der Trainer-Rückkehrer setzte dennoch aus Respekt vor den spielstarken Aalenern vor allem auf körperliche Präsenz. „Die langen Latten, 1,88 Meter groß im Schnitt“, kommentierte Schmitt die Tatsache, dass mit Straith, Matthias Rahn sowie Jeron Al-Haizameh, Paterson Chato, Tim Wendel und Dietz sechs Spieler in der SFL-Startelf standen, die auch das Innenverteidiger-Profil erfüllen – aber weniger das des technisch versierten Kombinationsfußballers.

Dementsprechend sahen die spielerischen Versuche der Lotter oft aus: Selten filigran, oft hölzern, eher brachial als präzise. Beide Lotter Tore fielen nicht nach Kombinationen: Beim 1:0 profitierte Chato von einem dicken Bock von VfR-Verteidiger Patrick Funk, das 2:1 erzielte Straith per Kopf nach einer Ecke.

Nun können Kampfkraft, gute Standards sowie Effektivität im Abstiegskampf entscheidender sein als spielerischer Glanz: Dafür steht Lottes Sieg. Wer so seine Punkte einsammelt, muss aber mit Blick auf das nur zwei Zähler große Polster auf die Abstiegszone bis zum Ende alle Kräfte mobilisieren. So sagte Straith: „Die drei Punkte waren ganz wichtig. Wir dürfen jetzt aber nicht denken, wir hätten schon irgendwas erreicht.“

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