Fußball: 3. Liga
Zwei Millionen Euro für den VfL?

Osnabrück -

Die Diskussion nimmt weiter Fahrt auf: Am Dienstagabend befassten sich die Mitglieder des Ausschusses für Finanzen, Infrastruktur und Beteiligungssteuerung der Stadt mit dem VfL Osnabrück und der Sicherstellung der Zweitliga-Lizenz.

Mittwoch, 08.05.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 08.05.2019, 18:06 Uhr
Die Fans fühlen sich wohl an der Bremer Brücke, Die Ränge sind stets gut besucht, insbesondere in der Ostkurve. Dennoch ist das Stadion ein Sanierungsfall.
Die Fans fühlen sich wohl an der Bremer Brücke, Die Ränge sind stets gut besucht, insbesondere in der Ostkurve. Dennoch ist das Stadion ein Sanierungsfall. Foto: Tobias Mönninghoff

Worum geht es konkret? Vereinfacht erklärt: Der VfL benötigt zunächst kurzfristig rund zwei Millionen Euro, um die von der Deutschen Fußball-Liga ( DFL ) im Zuge der für die Saison 2019/20 erteilten Lizenz für die 2. Bundesliga auferlegten Auflagen und Bedingungen zu erfüllen. Zwei Millionen Euro, die von der Osnabrücker Beteiligungs- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (OBG) zur Verfügung gestellt werden könnten – und deswegen am Dienstag Thema im Finanzausschuss waren. In der Sitzungsvorlage wird schon der Blick in Richtung einer umfangreichen Stadionsanierung geworfen – bis hin zur Kommunalisierung der Bremer Brücke. Ebenso in Richtung einer notwendigen Modernisierung des Nachwuchsleistungszentrums des VfL. Szenarien, die erst in den nächsten Wochen konkreter zur Diskussion stehen dürften, wenn die Ergebnisse einer in Arbeit befindlichen Machbarkeitsstudie vorliegen.

Welche DFL-Anforderungen sind kurzfristig zu erfüllen? Im Bereich der Infrastruktur und Medientechnik liegt dem VfL von der DFL eine längere To-do-Liste vor. Zu den kurzfristigen Erledigungen bis zum Saisonstart in der 2. Bundesliga gehören zum Beispiel die Aufrüstung des Flutlichts (von gegenwärtig 800 Lux auf mindestens 1200 Lux) und der Videoanlage (von analog auf digital), die Schaffung von Kameraflächen, der Umbau des Pressekonferenzraums, der Bau einer Medientribüne inklusive Kommentatorenpositionen, die sichere Verkabelung, die Errichtung einer Basis- und Ersatzstromversorgung, die Glasfaserverkabelung im gesamten Stadion.

Was sagen die Kommunalpolitiker der Stadt? Sie wollen sich verständlicherweise erst einmal ein Meinungsbild verschaffen. Dazu standen am Dienstagabend auch noch VfL-Präsident Manfred Hülsmann und Geschäftsführer Jürgen Wehlend im nicht öffentlichen Teil Rede und Antwort. Im öffentlichen Teil wurde ein buntes Meinungsbild artikuliert. „Der VfL ist wahrscheinlich der größte Werbeträger der Stadt und der Region“, stellte Fritz Brickwedde (CDU) fest, „der VfL hat eine große integrative Wirkung.“ Vor diesem Hintergrund sollte dem VfL auch finanziell geholfen werden. Dass diese Hilfe nicht nur Aufgabe der Stadt sein könne, machte nicht nur Brickwedde deutlich, sondern auch Michael Hagedorn und Volker Bajus (Bündnis 90/Die Grünen). Die beiden Grünen-Politiker signalisierten „großes Interesse, die Probleme des VfL zu lösen“, ihr Kollege Martin Läer sah dies jedoch völlig anders: „Das ist ein privater Verein. Der VfL muss seinen Laden selbst regeln.“ Giesela Brandes-Steggewentz (Die Linke) bewertete die Sitzungsvorlage als „Zumutung und Frechheit“. Der VfL sei selbst gefordert, keineswegs die Stadt. Nicht ganz so drastisch machte Thomas Thiele (FDP) darauf aufmerksam, dass es auch noch viele andere hervorragende Sportvereine in Osnabrück gebe. Ausgewogener wirkte dann das Statement von Uwe Görtemöller (SPD), der in Aussicht stellte, den VfL positiv zu begleiten.

Wie geht es weiter? Zum Thema VfL gaben die Mitglieder des Finanzausschusses keine Beschlussempfehlung für den Rat ab, der am 28. Mai tagt. Vielmehr können vor der Ratssitzung alle Mitglieder am Montag, 13. Mai, noch einen nicht öffentlichen Informationstermin mit Vertretern der Stadt und des VfL zur Meinungsbildung nutzen.

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