Fußball: 3. Liga
„Flasche leer“ bei SF Lottes Gegner Spielvereinigung Unterhaching

Lotte -

Wohl selten in der Geschichte des deutschen Profifußballs dürfte eine Mannschaft nach starker Hinrunde einen solchen Absturz erlebt haben wie die Spielvereinigung Unterhaching. Lottes Gegner vom kommenden Samstag fuhr nach 35 Punkten bis Weihnachten in 2019 nur noch sieben Zähler ein.

Donnerstag, 09.05.2019, 16:06 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 18:06 Uhr
0:0 trennten sich SF Lotte und Unterhaching im Hinspiel. In dieser Szene hat es Gerrit Wegkamp mit Torjäger Stephan Hain (links) und Defensivstratege Dominic Stahl zu tun, die im Laufe der weiteren Saison aufgrund von Verletzungen lange Zeit ausfielen.
0:0 trennten sich SF Lotte und Unterhaching im Hinspiel. In dieser Szene hat es Gerrit Wegkamp mit Torjäger Stephan Hain (links) und Defensivstratege Dominic Stahl zu tun, die im Lauf der weiteren Saison aufgrund von Verletzungen lange Zeit ausfielen. Foto: Frank Diederich

„Was erlaube Unterhaching?“ In Anlehnung an die Wutrede des ehemaligen Bayern-München-Trainers Giovanni Trapattoni lässt sich die Situation der Spielvereinigung in diesem Jahr einfach beschreiben: „Flasche leer“. 35 Zähler hatte der Münchner Vorstadt-Club bis zur Winterpause auf dem Konto, lag damit auf Aufstiegskurs. In den folgenden 17 Partien in 2019 kamen nur noch ganze sieben Punkte hinzu. Der Abstieg in die Viertklassigkeit droht.

Zwei Zähler weist Haching mehr auf als die Sportfreunde Lotte . Am Samstag kommt es im Alpenbauer-Sportpark zum Showdown der beiden. Gewinnen die Hausherren, dürfen sie auf jeden Fall für ein weiteres Drittliga-Jahr planen. Entführen die Westfalen alle drei Punkte, haben sie vor dem letzten Saisonspiel gegen Würzburg die besten Karten auf den Klassenerhalt. Zwei Kellerkinder im direkten Duell: ein echtes Abstiegsendspiel also.

»Wir haben zuletzt so viele Matchbälle vergeben“, trauert Hachings-Coach Claus Schromm den vielen verpassten Chancen in den zurückliegenden Wochen nach. Aber er gibt sich kämpferisch: „Einen Matchball haben wir noch. Den werden wir nutzen. Wir haben es verdient, denn wir haben zuletzt ordentlich auf die Fresse bekommen. Es reicht jetzt einfach.«

Seit elf Spielen haben die Bayern nicht mehr gewonnen, schossen in dieser Zeit nur ein Tor beim 1:1 bei Fortuna Köln am 20. April. Um endlich wieder jubeln zu können, muss dringend ein Treffer her. Das letzte Tor durften die Hachinger Fans im Sportpark Mitte Februar (1:2 gegen Wehen) bejubeln. Seitdem stand in sechs Heimauftritten die Null auf der Anzeigetafel.

Eine genaue Erklärung für den Absturz des ehemaligen Bundesligisten hat niemand. Von 1999 bis 2001 waren die Hachinger erstklassig, verbauten dabei im Sommer 2000 mit einem 2:0-Heimsieg am letzten Spieltag Bayer Leverkusen den Titel und machte den FC Bayern zum Meister. Das Verletzungspech hat bei den Süddeutschen allerdings voll zugeschlagen. Dann hat sich eine Art Eigendynamik entwickelt.

Goalgetter Stephan Hain, der in den ersten 17 Spielen 13 Mal getroffen hatte, zog sich einen Syndesmosebandriss zu. Mit Kapitän Josef Welzmüller und Defensivstratege Dominik Stahl sowie die Flügelflitzer Luca Marseiler, Alexander Kaltner und Jim-Patrick Müller fielen weitere Schlüsselspieler lange verletzt aus. Müller und Marseiler sind mittlerweile wieder dabei. Auch Stahl steht nach seinem Zehenbruch vor dem Comeback. Der 30-jährige Routinier dürfte dem Aufbauspiel der Hachinger guttun.

► Die Sportfreunde Lotte machten sich am Donnerstag per Flieger bereits auf den Weg gen Süden, um sich in aller Ruhe auf die Partie vorzubereiten. Sie beziehen ein Hotel in München und werden dort heute noch trainieren. In der Maschine saß auch Michael Schulze nach überstandener Verletzung. Während Tim Wendel sicher fehlen wird, besteht bei Jeron Al-Hazaimeh, der sich gegen Wehen Wiesbaden einen Pferdekuss zugezogen hat, Hoffnung auf einen Einsatz.

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