Fußball: 3. Liga
Daniel Thioune vor dem Spiel in Wehen als Trainer des Jahres ausgezeichnet

Osnabrück -

Aufstieg, Meistertitel und nun das: Daniel Thioune ist von den Kollegen zum Trainer des Jahres gewählt worden. Viel mehr Auszeichnung geht nicht für den VfL Osnabrück, der am Samstag zu Gast ist beim SV Wehen Wiesbaden.

Freitag, 10.05.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 10.05.2019, 18:32 Uhr
Kann es kaum glauben, genießt die Auszeichnung aber in vollen Zügen, der neue Trainer des Jahres Daniel Thioiune.
Kann es kaum glauben, genießt die Auszeichnung aber in vollen Zügen, der neue Trainer des Jahres Daniel Thioune. Foto: Tobias Mönninghoff

Selbst ein Mann, der von Berufs wegen fast immer einen Plan für unerwartete Entwicklungen hat, ist vor Überraschungen nicht gefeit. „Das ist ja verrückt“, lautete Daniel Thiounes Reaktion, als der Coach des VfL Osnabrück erfuhr, dass er zum „Trainer des Jahres“ in der 3. Fußball-Liga gewählt wurde. Die Kapitäne und Trainer aller Drittligisten hatten ihre Stimmen abgegeben. Auf die entscheidende Fan-Wahl verzichtete der DFB danach – zu eindeutig war das Ergebnis. 35 der 40 zu vergebenden Stimmen entfielen auf den Meistertrainer. So ein klares Übergewicht sei bisher „einmalig“, erklärte der Verband. 2017 war Ismail Atalan von SF Lotte zum Trainer des Jahres gewählt worden.

Der Erfolgscoach beanspruchte den Titel nicht allein für sich. „Niemand ist größer als das Team“, wählte Thioune eins seiner Credos und wollte „eine unfassbar tolle Mannschaft“ und den „richtig guten“ Trainer- und Funktionsstab nicht unerwähnt lassen. Ein wenig Stolz über die Auszeichnung brach dann aber doch noch durch. „Vor gar nicht allzu langer Zeit haben einige gesagt, dass ich das nicht kann: Trainer sein“, erinnerte sich Thioune. Die Wahl sei nun ein Beleg, „dass ich es doch kann“.

„Natürlich ist die Auszeichnung verdient“, bestätigte Spieler David Blacha. Thioune habe einen sehr großen Anteil am Erfolg. „Er gibt uns genau das mit, was wir auf dem Platz zu tun haben. Die Umsetzung liegt dann bei uns, aber die Ideen entstammen der Feder des Trainerteams“, sagte der Mittelfeldregisseur.

Im Saisonendspurt sind vor allem neue Ideen für die Abwehr nötig. Vor dem letzten Auswärtsspiel der Saison am Samstag (13.30 Uhr) beim SV Wehen Wiesbaden gehen dem Meister die Defensivkräfte aus. Nach Alexander Dercho (lädiertes Sprunggelenk seit der Winterpause) und Konstantin Engel (Schien- und Wadenbeinbruch) fehlte zuletzt auch Stammkraft Maurice Trapp. Der Innenverteidiger hatte sich trotz langwieriger Rückenbeschwerden bis zum Aalen-Spiel durchgebissen und wird seit dem feststehenden Aufstieg geschont. Dauerbrenner Bashkim Ajdini, der bislang als einziger Osnabrücker in allen 36 Drittligaspielen in der Startelf stand, fällt mit einer Adduktorenzerrung aus dem Rostock-Spiel aus. Thomas Konrad, der zu Wochenbeginn wegen Rückenbeschwerden pausiert hatte, konnte am Donnerstag immerhin unter voller Belastung trainieren und reist an diesem Freitag mit nach Wiesbaden. Unabhängig davon bilanzierte Thioune: „Hinten sind wir schon immens getroffen.“

Interesse an Heyer und Granatowski

Die aktuelle Personallage ist auch ein Fingerzeig für die Personalplanungen für die 2. Bundesliga. Der VfL müsse sich in allen Mannschaftsteilen verstärken, sagte der Trainer und sieht dabei „hinten die größeren Defizite“. Interesse sollen die Lila-Weißen an Innenverteidiger Moritz Heyer vom Halleschen FC haben. Für die Offensive sollen der Rostocker Cebio Soukou und Meppens Nico Granatowski Kandidaten sein.

An diesem Samstag muss der VfL aber zunächst sein „vielleicht letztes Aufgebot“, auf den Platz schicken – ausgerechnet in Wiesbaden, beim besten Angriff der Liga (67 Tore), bei dem Torjäger Manuel Schäffler (15 Treffer) eine Gelbsperre abgesessen hat. „Da kommt schon ordentlich was auf uns zu“, sagte Thioune: „Sie haben Stürmer, die wissen, wo der Rahmen steht.“

In jenem Rahmen dürfte wieder Torwart Nils Körber stehen, der zuletzt gegen Rostock zugunsten von Philipp Kühn pausierte. Körber könnte nach Thiounes Auszeichnung und seiner Wahl zu „Niedersachsens Fußballer des Jahres“ noch einen weiteren Titel nach Osnabrück holen. Er und Karlsruhes Stürmer Marvin Pourié sind als „Spieler der Saison“ nominiert – hier fiel die Meinung von Drittligatrainern und -kapitänen nicht so eindeutig aus wie bei Thioune. Bis Sonntag (16.30 Uhr) können daher die Fans bei Facebook (facebook.com/die.dritte.liga) abstimmen.

SV Wehen Wiesbaden: Kolke - Kuhn, Mockenhaupt, Modica, Mintzel - Mrowca - Shipnoski, Schönfeld, Titsch Rivero, Dittgen - Schäffler

VfL Osnabrück: Kühn - Agu, Konrad, Susac, St. Tigges - U. Taffertshofer, Blacha - Heider, Alvarez, Ouahim - Girth

Anstoß: Samstag (13.30 Uhr, Brita-Arena Wiesbaden)

Schiedsrichter: Markus Schmidt (45, Stuttgart)

VfL-Gelbsperren drohen : Taffertshofer (4), Heider (4).

Nächstes VfL-Spiel: Samstag, 18. Mai (13.30 Uhr, Bremer Brücke), gegen Spvgg. Unterhaching.

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