Fußball: 3. Liga
Sportfreunde Lotte planen zweigleisig

Lotte -

In welcher Liga spielen die Sportfreunde Lotte künftig? Nach dem 0:3 am Samstag in Unterhaching deutet vieles drauf hin, dass es die Regionalliga sein wird. Aber der Club gibt die Hoffnung auf den Klassenerhalt nicht auf, wenn er logischerweise auch zweigleisig plant. In jedem Fall laufen viele Verträge aus.

Montag, 13.05.2019, 17:50 Uhr aktualisiert: 13.05.2019, 17:56 Uhr
Bei Yildirim Aygün (SC Verl, am Ball) und Noah Plume (TSV Havelse, hinten Mitte) enden die Leihverträge. Beide kehren nach Lotte zurück. Adam Straith (hinten rechts) dürfte die Sportfreunde im Falle des Abstiegs wohl sicher verlassen.
Bei Yildirim Aygün (SC Verl, am Ball) und Noah Plume (TSV Havelse, hinten Mitte) enden die Leihverträge. Beide kehren nach Lotte zurück. Adam Straith (hinten rechts) dürfte die Sportfreunde im Falle des Abstiegs wohl sicher verlassen. Foto: Jörg Wahlbrink

Die Chance ist da, aber sie ist gering. Bei realistischer Betrachtung sehr gering sogar. Das ist allen Beteiligten klar. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Deshalb greifen im Umfeld der Sportfreunde Lotte alle nach dem letzten Strohhalm. Nur bei einem eigenen Sieg am Samstag im letzten Saisonspiel gegen die Würzburger Kickers ist der Klassenerhalt in der 3. Liga noch möglich. Das aber auch nur dann, wenn SG Sonnenhof Großaspach (bei Fortuna Köln) und Carl Zeiss Jena (gegen 1860 München) gleichzeitig verlieren.

Das Wort Regionalliga möchte der Sportliche Leiter Manfred Wilke derzeit nicht in den Mund nehmen. „Natürlich haben wir immer zweigleisig geplant“, versichert er. „Wir bereiten uns aber jetzt zunächst auf das Spiel gegen Würzburg vor. Danach sehen wir weiter.“ In dieser Woche soll die vierte Liga möglichst keine Rolle spielen. Dann werden die Planungen intensiv vorangetrieben, für welche Spielklasse auch immer. Die Lizenz für beide Ligen liegt in jedem Fall vor.

Einen Riegel will Wilke einigen Gerüchten vorschieben, nach denen am Autobahnkreuz bei einem Abstieg die Lichter ausgehen würden. „Bei uns geht es auf jeden Fall weiter, so oder so“, macht der Sportliche Leiter deutlich. Dabei verdichtet sich immer mehr, dass Trainer Ismail Atalan in Lotte bleiben wird und den dann erforderlichen Neuaufbau in Angriff nehmen möchte.

Ob ein Kader zusammengestellt werden kann, der einen direkten Wiederaufstieg möglich macht, ist fraglich. In der 3. Liga kassiert jeder Club 1,28 Millionen Euro TV-Geld. Die fallen in Liga vier komplett weg, von weiteren Werbeeinnahmen ganz zu schweigen. „Dann müssten sich alle der neuen Situation anpassen“, sagt Manfred Wilke.

Bei einem Abstieg käme es wohl zu einem großen Umbruch. Elf Spieler besitzen derzeit einen gültigen Vertrag bis 2020 für die 3. Liga, nur fünf von ihnen auch für die Regionalliga. Die Ausleihe von Lars Dietz (Union Berlin), Felix Drinkuth (SC Paderborn) und Sascha Härtel (Erzgebirge Aue) endet. Alle Drei werden wohl sicher zu ihren Vereinen zurückkehren. Paterson Chato wird sich dem SV Wehen Wiesbaden anschließen. Weitere Abgänge werden sicherlich folgen.

Aber es wird auch zwei Rückkehrer geben. Aygün Yildirim war an den SC Verl ausgeliehen. Für den West-Regionalligisten erzielte der Angreifer in zwölf Spielen sieben Tore. Noah Plume spielt seit Januar auf Leihbasis für den TSV Havelse. Für den Nord-Regionalligisten markierte der 22-jährige Mittelfeldspieler am Samstag den 2:1-Siegtreffer gegen Lupo Wolfsburg und sicherte seiner Mannschaft damit den Klassenerhalt. Beide gehören zur neuen Saison wieder zum Kader der Sportfreunde.

Noch immer am Boden zerstört zeigt sich Trainer Ismail Atalan. „Das ist wirklich ein harter Schlag“, fasst er die 0:3-Niederlage in Unterhaching zusammen. „Es ist vieles zusammen gekommen, und irgendwie hat sich alles gegen uns verschworen.“ Schlecht begonnen hatten die Sportfreunde gar nicht. Aber wieder ging der Gegner mit seiner ersten Chance in Führung, wieder führte ein Fernschuss zum Rückstand. Auch der Platzverweis gegen Matthias Rahn, den Atalan als äußerst hart bezeichnet, passte ins Bild. Unter dem Strich bleibt aber die Tatsache, dass es Lotte erneut nicht geschafft hat, Torchancen zu kreieren. Wer so wenige Treffer erzielt wie die Sportfreunde in der Rückrunde, ganze zehn in 18 Spielen, darf sich nicht wundern, wenn am Ende der Abstieg steht.

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